Zum linksideologischen Anti-Antifaschismus des Floris Biskamp[1]
Floris Biskamps Thema ist nicht die vernünftige emanzipatorische Kritik einer Ideologie und Religion, die vorbürgerliche, unmittelbare Herrschaftsformen legitimiert und zumindest in neuerer Zeit auch einem auf Israel bezogenen Vernichtungsantisemitismus das Wort redet und das zugleich verleugnet, sondern sein Thema ist die unbotmäßige, unzensierte, kritische Rede über den Islam.
In seinem Aufsatz zur "Identitätskritik" kritisiert Helmut Dahmer die xenophob-autoritären Strömung in der westlichen Welt, die sich im Gefolge der Finanzkrise von 2008 gegen die als „Elite“ bezeichneten Parteipolitiker der parlamentarischen Demokratien richtet. Demagogen, die dem kollektiven Narzissmus Futter geben, bezeichnen sich selbst als „Identitäre“. Das sind Leute, die ihren Anhängern versichern, „dass sie so, wie sie nun einmal geworden sind, immer schon ganz in Ordnung sind, dass ihre Lebensweise die einzig wahre ist, dass sie sich keineswegs mit anderen vergleichen oder sich gar, anderen zuliebe, irgendwie ändern müssen. Sie vereidigen sie auf den Status quo.
Zum autoritären Charakter in der Lehre Hayeks
Zum Inhalt: Im folgenden Essay setzt sich B. Oellers mit der neoliberalen Wirtschaftsideologie auseinander. Er legt dar, dass die neoliberalistische Ideologie von anderer gesellschaftlicher Qualität ist als die klassische Theorie des Laisser-faire. Anders als diese hat jene einen starken autoritären Gehalt, weil in ihr der Staat als autoritärer Staat (Horkheimer 1942) eine herausgehobene Rolle spielt. Das arbeitet Oellers klar und deutlich an den Schriften Friedrich August von Hayeks (1899-1992) heraus, der neben Milton Friedmann und Walter Eucken zu den zentralen und einflussreichsten neoliberalen Theoretikern zählt.
Willensfreiheit, Naturgesetze und die Erkenntnisinteressen des neurobiologischen Determinismus
Die Grundfrage Büttners ist die Frage nach dem "Menschenbild des neurobiologischen Determinismus und dessen Unfähigkeit, die eigenen erkenntnistheoretischen Beschränkungen zu reflektieren und kritisch in Beziehung zu setzen zum selbst gesetzten Anspruch, phänomenale Erlebnis- und Bewusstseinszustände menschlicher Akteure mittels naturwissenschaftlich-deterministischer Forschungsansätze hinreichend erklären zu wollen.
Eine Kritik der Grundlagen der „Extremismus“-Theorie
Nicht nach extremistischen Feinden des Bestehenden zu suchen, ist Sinn der kritischen Theorie der Gesellschaft, sondern das Bestehende mit der realen Möglichkeit besserer gesellschaftlicher Praxis zu konfrontieren und den Mut zu haben, das Schlechte des Bestehenden so zu verändern, dass überflüssiges Leiden aufhört. Die gesellschaftliche Bewegung der menschlichen Emanzipation von gesellschaftlicher Herrschaft und ihr theoretisches Organ, die kritische Theorie der Gesellschaft, haben sich diesen Mut zur Kritik des Bestehenden wie auch den Willen, die Kritik praktisch umzusetzen, nie nehmen lassen; "auch nicht von der desillusionierenden Tüchtigkeit staatsdevoter "Extremismus"-Theoretiker, deren zentrales Ansinnen eine erkennungsdienstliche Ermittlung und Kriminalisierung emanzipatorischer Kritik ist." Das schreibt der Autor im Schlussteil seines Textes. Hans-Peter Büttner geht es in seinem Aufsatz um die Kritik der "Extremismus"-Theorie insbesondere um die von E. Jesse und U. Backe, denen er im Anhang zum Text eine Nähe zur "Neuen Rechten" nachweist.
Über vorauseilende Unterwerfung, politisch korrekten Antisemitismus und Neofaschismus im Linksjargon
In seinem Text über „Die roten Banner und die Trikolore“ (ursprünglich in Le Monde, 27. 1. 2015) in der linken „Wochen Zeitung“ (Zürich, vom 12. 2. 2015) (https://www.woz.ch/-59ec), gelingt es Alain Badiou nur mit gröbsten Verzerrungen und absurden historischen Vergleichen, die These vom allgegenwärtigen antiarabischen Rassismus und der „Islamophobie“ in Frankreich zu konstruieren.“ (Zenklusen)
In der folgenden Replik auf diesen Text widerlegt Stefan Zenklusen dieses Konstrukt Alain Badious. Er weist das Konstrukt als Ideologie aus, die auf trügerischen begrifflichen Verkehrungen, Verschiebungen, falschen Zustellungen und wild entschlossener Abdichtung gegen Empirie beruht. Badiou verhält sich demnach wie ein umgekehrter Psychoanalytiker und kritischer Theoretiker.
Über apokalyptische Heilsvisionen in monotheistischen Religionen
Der folgende Essay befasst sich mit Endzeitvisionären und „Untergangstern“: Personen oder Gruppen, die Untergänge der Welt, zumindest ihrer Gegner, voraussehen oder zu inszenieren trachten. An zahlreichen Beispielen aus der Geschichte lässt sich zeigen, dass sich Menschen durch Prophezeiungen des drohenden Untergangs ihrer Lebensweise, ihrer Kultur oder des menschlichen Lebens auf der Erde überhaupt, in folgenreicher Weise für eine bestimmte Religion, Weltanschauung, Morallehre oder Handlungsweise mobilisieren lassen.
Der folgende Essay (56 S.) von Martin Grote ist Bestandteil einer Diplomarbeit, die Martin Grote nach dreisemestriger Mitarbeit in meinem Projekt „Politische Bildung“ im Sommersemester 2010 abgeschlossen hat. Ich halte diesen Teil der Diplomarbeit für besonders gelungen und veröffentliche sie deshalb sehr gerne im Kritiknetz.
Zur Debatte stehen dabei vor allem die Forschungen von Heitmeyer und Benz .
Heinz Gess
Wie deutsche Historiker mit der Wahrheit lügen.
Als Ergebnis der Untersuchung Richard Albrechts über die Geschichtserfindungen einiger namhafter deutscher Historiker lässt sich herausstellen:
"Wenn sich falsch noch steigern ließe, mancher von euch Fälscher hieße ..."
Heinz Gess
Der Kampf „positiver Antifaschisten“ gegen die „Strichjungen des Kapitals“ und für die Wiedergewinnung des „lost paradise“ als Charaktermaske des Neo-Faschismus in der Demokratie.
Herbert Rätz's Fazit:
Eine Entgegnung auf Judith Butlers Ansichten über Israel
(Replik auf Khallouk: http://bit.ly/239WEJ)
Es gibt nach Auschwitz keine Ausrede und Ausflucht mehr. Die Verantwortung liegt beim christlich-germanischen Europa. Sie besteht darin, ohne Wenn und Aber anzuerkennen, dass Auschwitz der Bankrott des europäischen Christentums und der europäischen Zivilisation auf der Basis der kapitalistischen Produktionsweise war. Der Bankrott des Christentums verlangt eine völlige Umkehr dieser Religion. Sie muss neu anfangen. Der Neuanfang hätte´damit zu beginnen, dass das Christentum die überlieferte Christologie, welche die (in ihrem Rahmen) unaufhebbare Feindschaft zum Judentum begründet, fallen lässt. Der Bankrott der säkularisierten Zivilisation auf der Basis der kapitalistischen Produktionsweise verlangt die Anerkennung, dass auch diese Produktionsweise ihren moralischen und menschlichen Bankrott hinter sich hat und infolge dessen politisch daran zu arbeiten ist, dass im Schosse der moralisch bankrotten Zivilisation neue Bedingungen und Produktionsverhältnisse entstehen können, die einmal ohne Angst vor dem Untergang den Exodus daraus ermöglichen können.
Micha Brumlik bedient sich in seiner Würdigung der strittigen Verdienste von Frau Langer der schlechten dualistischen, von ihm ganz und gar undialektisch verwendeten Unterscheidung von Form und Inhalt, erklärt sodann den Inhalt der Tätigkeit von F. Langer für gut, die Form der Tätigkeit aber für schlecht,
Über den Zusammenhang von Ostidentität und nationalem Sozialismus
Im Osten hat sich über die Jahre und mit der Verschärfung der ökonomischen Rahmenbedingungen ein lokalpatriotisches Bewusstsein verfestigt, das klipp und klar als nationalsozialistisch zu kennzeichnen wäre: Gemeinschaft, antiwestliche bzw. antibürgerliche Ressentiments, Arbeitsethos und eine autoritäre Grundstimmung des Alltages (Abweichung als Bedrohung) eignen sich bestens, um den Anspruch, wirklich deutsch zu sein - nämlich zu "Arbeit und Tod 'geeignet und gewillt'" (Bruhn, 1994, S.107) - zu erheben und dieses Lebensgefühl auch aktiv auszuleben.