Die Vorstellung, autoritäre Herrschaft sichere Ordnung, während Freiheit Chaos hervorbringe, gehört zu den wirkmächtigsten politischen Mythen unserer Zeit. Sie dient dazu, Unterdrückung als notwendiges Übel erscheinen zu lassen und die Sehnsucht der Menschen nach Selbstbestimmtheit zu diskreditieren.
Der folgende Text wendet sich gegen diese Logik der Angst. Er widerspricht der weit verbreiteten Erzählung, Stabilität autoritärer Herrschaft sei dem Risiko demokratischer Erneuerung vorzuziehen und verteidigt den aufklärerischen Gedanken, dass politische Ordnung nur dort legitim ist, wo sie den Bürgern rechenschaftspflichtig bleibt, und dass religiös begründete Herrschaft mit der Idee eines freien Gemeinwesens unvereinbar ist. Er stellt sich gegen die Angstsemantik politischer und medialer Diskurse und nimmt Partei für jene Menschen im Iran, die unter Lebensgefahr für Freiheit, Selbstbestimmung und einen säkularen Staat kämpfen.
Zugleich ergreift er Partei für die demokratische Revolutionsbewegung im Iran, die unter größtem Risiko für Freiheit, Säkularität und politische Mündigkeit kämpft und verteidigt der Text die These, dass echte Stabilität nur aus politischer Emanzipation entstehen kann — und dass ein freier Iran nicht nur seine Bürger befreien, sondern den gesamten Nahen Osten verändern würde.
Im Zentrum steht eine Entscheidung von historischer Tragweite: zwischen der Fortdauer autoritärer Erstarrung und der Möglichkeit politischer Emanzipation. Ein freier Iran wäre nicht der Beginn des Chaos, sondern ein Schritt aus der Herrschaft der Angst — und ein Signal, dass Freiheit auch dort möglich ist, wo sie am entschiedensten bekämpft wird. (Heinz Gess)
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