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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

Sozialarbeit

Schuld, Fehler, Mangel - und der Platz des Vaters

Kategorie: Sozialarbeit
16. September 2010
Heinfried Duncker, Astrid Ambrosi
945 Zugriffe
 

Der Beitrag zeigt mögliche Wege auf, die die Rückkehr zu einer menschenschlächterischen Konzeption der menschlichen Existenz, wie es die Naziideologie war, verhindern.
Der französische Rechtsphilosoph Legendre geht in seinen Analysen davon aus, dass die Naziideologie n i c h t spezifisch an Deutschland gebunden ist und dass sie auch nicht durch die Prozesse von Nürnberg endgültig besiegt wurde. Die Analyse, die Niklas Frank von der Geschichte seiner Eltern gibt, zeigt die Entstehung der menschenschlächterischen Gesinnung und ihre jederzeit mögliche Wiederkehr auf.
In diesem Sinne wird unter Rückgriff auf Niklas Franks Beschreibungen  im folgendem Beitrag eine kritische Position gegenüber bestimmten Positionen der Psychiatrie und dem Sicherheitsdenken dargestellt. Den Beschreibungen von Niklas Frank über seinen Vater und seine Mutter können wir Hinweise entnehmen, die uns helfen können, ein Wiederaufkeimen nationalsozialistischer Ideen zu vermeiden. Hierbei geht es insbesondere um die von ihm beschriebene Objektbeziehungsqualität, mit der Frage, ob der andere als Objekt der Lust begehrt wird oder des Besitzes. Verbleibt der andere in einer Position des begehrten Subjektes oder wird er entsubjektiviert und ein Ding der Begierde.

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Die Langeweile der Anderen

Kategorie: Sozialarbeit
16. Januar 2010
Silvia Debusmann
833 Zugriffe

Der Langeweile lässt sich der Stachel des Leids ziehen. Dazu braucht es "nur" Gelassenheit  in dem Sinne, wie der Jude Jesus sie anempfahl, als er sagte: "Sehet die Blumen auf dem Felde in all ihrer Pracht. Sie säeen nicht, sie ernten nicht, und doch sind sie schöner als ihr in eurer Sorge um euch selbst."  Wem es gelingt, etwas von dieser Einstellung in seinem Leben zu  realisieren und das  Gefühl der Langeweile im stetigen Wechsel des Kommens und Gehens zu tolerieren,  bei dem verschwindet ihr "apokalyptischer Charakter" (Debusmann).  Gerade das gelassene Nicht-Widerstehen führt zum Ende des Unbehagens. Einfach innehalten, nicht gewaltsame Vermeidungsstrategien verfolgen, keine krampfhaften Fluchttendenzen entwickeln, keine spontanen Kampfansagen aussprechen, keine sinnlosen Ersatzbefriedigungen anvisieren, keiner fatalistischen Kapitulation frönen, sondern lernen, im ruhigen, unaufsässigen, augenblicklichen Nicht-Tun der Dinge harren, die da (wieder) kommen und (auch) gehen.

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Der Rupturbegriff in der Psychopathologie und seine Folgen

Kategorie: Sozialarbeit
06. Juli 2009
Heinfried Duncker
908 Zugriffe

Der Beitrag setzt sich mit der Geschichte der deutschen Psychiatrie auseinander. Hierbei wird insbesondere auf die Folgen hingewiesen, die der mit der Heidelberger Schule verbundene Begriff der Ruptur nach sich zieht. Die Folgen werden sowohl beleuchtet für die Fragen, die sich mit der Schuldfähigkeit und der Steuerungsfähigkeit verbinden, als auch für die, die sich gegenüber einem integrativen sozialpsychiatrischen Versorgungsansatz stellen.

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Die therapeutische Gutmenschenpraxis als ideologische Praxis und Emanzipationsersatz in Warenform

Kategorie: Sozialarbeit
07. Dezember 2008
Initiative Sozialistisches Forum, Joachim Bruhn, Wolfgang Pohrt, Achim Szepanski, Heinz Gess
2635 Zugriffe
Über Psychowaren, Psychomarkt, Psychoherrschaft, kollektiven Narzissmus und die Ideologie des Sozialwesens als therapeutischer Hilfs- und Beratungsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit in der Krise

Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt der herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist Opium des Volkes. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertals, dessen Heiligenschein die Religion ist." (Marx, MEW 1, S. 378 ff.) 
Jeder dieser Sätze lässt sich ohne Abstriche auf die therapeutische Gutmenschenpraxis im Allgemeinen und jede ihrer Varianten im Besonderen beziehen. Man setze an Stelle von "Religion" in dem obigen Zitat "therapeutische Gutmenschenpraxis, "New Age"; "humanistische Psychologie", "transpersonale Psychologie" oder "analytische Tiefenpsychologe" und erhält wieder neue wahre Sätze und dieselbe richtige Kritik.

 

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Bielefelder Mobbingkultur (Teil I); ein Interview dazu (Teil II)

Kategorie: Sozialarbeit
17. August 2008
Castollux, Heinz Gess
1897 Zugriffe
In der ZEIT-Ausgabe vom 14. August hatte Evelyn Finger einen Kurzkommentar (in der Printversion (S.47) und im Internet unter "Academics", Untergruppe "Neues aus der Wissenschaft" verfügbar) zu den Vorkommnissen um den Bielefelder Soziologieprofessor Heinz Gess geschrieben und dabei deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie vom Maulkorberlass hält, der ihm in Form eines Disziplinarverfahrens auferlegt wurde. Castollux berichtete in diesem Beitrag über den unerhörten Vorgang, in dem einem Wissenschaftler seitens der Rektorin untersagt wird, Forschungsergebnisse über die Tätigkeit des nazistischen Wissenschaftlers und hochrangigen ehemaligen NSDAP-Funktionärs Werner Haverbeck, der ab 1972 an der FH Bielefeld "lehren" durfte, öffentlich zu thematisieren.

Castollux hat mit Prof. Dr. Heinz Gess ein Kurzinterview geführt, das näheren Einblick in die Entwicklung an der FH Bielefeld während der letzten Wochen vermittelt.
 


Bernd Dahlenburg

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Der Fall Marco in den Fängen zwischen Politik und Medien

Kategorie: Sozialarbeit
28. Februar 2008
Peter Moritz
2052 Zugriffe
Fast ein Dreivierteljahr dominierte in der medialen Berichterstattung das Schicksal des in der Türkei bis kurz vor Weihnachten wegen vermeintlichen sexuellen Missbrauches einer 13-jährigen Britin inhaftierten 17-jährigen Schülers Marco Weiss aus Uelzen / Niedersachsen. Dieser Fall eines Jugendlichen, der unerwartet sowohl zwischen die Mühlsteine europäischer Politik als auch allgemein verbreiteter Sensationslust gerät, dokumentiert ein Lehrstück des Wechselspiels zwischen gesellschaftlichen Normen, individuellen Erwartungen, psychologischen Bedürfnissen und einer sich plastisch anschmiegenden Medienindustrie.
Dass jenseits der verordneten Anteilnahme und Betroffenheit auch eine andere Sicht auf den Fall Marco möglich, ja im Sinne einer kritischen Betrachtung des medien-politischen Geschehens notwendig ist (cui bono?), artikuliert sich in den folgenden Reflexionen.

Aus akuellem Anlass - erneute Vertagung des Prozesses gegen Marco in der Türkei - hat Sandra Heine heute, am 16.07.2008, einen Kommentar zum Artikel verfasst.  


Peter Moritz

Link zum Artikel. Klicken Sie bitte hier.
Kommentare (2)

Design statt Sein

Kategorie: Sozialarbeit
19. Juni 2007
Heinz Gess
3955 Zugriffe
Über Marketing, Simulation und Inkompetenz im Fachbereich Sozialwesen. Eine Polemik

Was wäre diese Welt ohne den Schein des simulierten Sozialwesens? Dann könnte in dem Menschen ja tatsächlich der Impuls erwachen, "zu denken, zu handeln, seine Wirklichkeit zu gestalten wie ein enttäuschter, zu Verstande gekommener Menschen' . Das wäre womöglich das Ende des professionellen Sozialwesens. Dann doch lieber die Simulation, den schönen falschen Schein, das illusorische Glück, die säkulare Heiligengestalt der menschlichen Selbstentfremdung.




Link zum Artikel (PDF): "Design statt Sein". Klicken Sie bitte hier.
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Grenzen der Aufklärung.Deutscher Sozialstaat und seine linken Supporter

Kategorie: Sozialarbeit
20. Februar 2006
Mario Möller
6589 Zugriffe
"Immer wieder staune ich über den Scharfsinn, den noch die Stumpfesten aufbringen, wenn es gilt, Schlechtes zu verteidigen." (Der "Schnösel" Theodor W. Adorno)

Heinz Gess


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Gebrauchswertversprechen eines postmodernen Fundamentalisten

Kategorie: Sozialarbeit
11. Juni 2005
Heiner Keupp
3967 Zugriffe
Warum protestieren Psychotherapeuten nicht, wenn die Antiaufklärung ungefiltert in Massenveranstaltungen ihre Stimme erhebt? Im Blick habe ich bei dieser Frage vor allem Kolleginnen und Kollegen meiner Generation, die durch die Lernprozesse der Studenten-, Frauen- und Friedensbewegung gegangen sind, die sich vielleicht sogar mit kritischer Theorie und Ideologiekritik auseinander gesetzt haben und die konstruktivistische und dekonstruktivistische Analysen gelernt haben. Was begründet bei diesen Angehörigen meiner Generation diese kollektive Amnesie gegenüber den eigenen kritischen Lernprozessen?

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Rechte Ordnungen. Bert Hellinger - ein kryptofaschistischer Therapeut

Kategorie: Sozialarbeit
11. Juni 2005
Klaus Weber
3593 Zugriffe
An Hitler und am deutschen Faschismus findet Hellinger – um mit Ernst Bloch zu sprechen - „so viele gute Kerne, dass diese fast wie Sonnenblumen aussehen“. Seine explizite Anerkennung der Grundhaltung Adolf Hitlers und seine antisemitischen Anspielungen zeigen, dass Hellinger ein kryptofaschistisches Projekt verfolgt, das kritisiert und bekämpft zu werden verdient hat.

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Die unheilige Vorsehung.

Kategorie: Sozialarbeit
11. Juni 2005
Lenz Rossbach
3469 Zugriffe
"Ja, ich bin hart mit ihr umgegangen", sagte der Therapeut, nachdem sich die Ärztin erhängt hatte. "Aber ein gewisses Risiko muß man in Kauf nehmen." Die Frau war mit ihrem getrennt lebenden Mann zu einer öffentlichen Familienaufstellung in Leipzig gekommen. "Schon vorher merkte ich: Sie würdigt ihren Ex-Mann nicht." Dieser Mangel an Unterwerfung, erschwert durch ein "versteinertes" Aussehen der Frau, führte dann zu folgendem: Der Therapeut deutete vor versammeltem Publikum auf den Mann und sprach feierlich: "Dort sitzt die Liebe", dann auf die Frau mit den Worten: "Dort sitzt das kalte Herz". Dann wandte er sich ans Publikum und sagte: "Die Kinder sind bei der Frau nicht sicher, die gehören zum Mann." Die Frau stand auf und ging wortlos hinaus. Der Therapeut: "Die Frau geht, die kann keiner mehr aufhalten. Das kann auch sterben bedeuten." Wie recht er hatte: Wenige Stunden nach dieser "Therapie" war die Frau tot.
 

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Gesundheit als Symptomfreiheit. Eine Kritik

Kategorie: Sozialarbeit
15. April 2005
Heinz Gess
4067 Zugriffe
Watzlawick freilich kann gar nicht schwanken. Wo er ansetzt, ist die Entscheidung schon gefallen: gegen das Unterdrückte, das sich im Symptom verhüllt äußert, und für das Verbot und für die »Hülle«, die es unbewusst hält, damit er der Irrationalität des rationalen Systems, das er so sehr bewundert, nicht ansichtig zu werden braucht. Das Ich stellt sich in den Dienst des Unbewussten und erweitert in seinem Dienste seine taktischen und technischen Fähigkeiten der Naturbeherrschung am eigenen Leibe. Die Symptomverschreibung bzw. -selbstverschreibung ist eine dieser Techniken, eine Technik, mit der man sich ganz rational selbst belügt, indem man die Symptomreaktion um ihren Sinn betrügt und den Schein der Harmonie erzeugt

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Fordern und Fördern

Kategorie: Sozialarbeit
14. April 2005
Galuske
3342 Zugriffe
Unter den als Dienstleistungsangeboten offerierten Hilfen verbergen sich nicht selten die alten Probleme einer janusköpfigen Sozialen Arbeit, der der Zwang als ultima ratio nicht fremd war. Sie werden meist nur nicht als solche in den professionellen Diskussionen thematisiert, weil der Soazialarbeiter sich nur zu gern als Helfer darstellt, der nur dem "wahren"  Interesse des Klienten, den er gerne als "Kunden" versteht dienstbar ist. Angesichts der keineswegs zwanglosen Praxis der Sozialen Arbeit wird hier der Frage nachgegangen, unter welchen Bedingungen zu "Hilfe" überredet, sie aufgedrängt oder, durch entsprechende Sanktionen erzwungen wird, und ihr auch empirisch, bezogen auf die damit erzielten Wirkungen, nachgegangen werden. Intention ist dabei eine der "Sache" angemessene Diskussion der Ambivalenzen der Sozialen Arbeit - in Theorie und Praxis, von außen betrachtet und von innen beleuchtet.

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Mit Zwang zur Arbeitsmarktintegration?

Kategorie: Sozialarbeit
14. April 2005
Völker
2541 Zugriffe
Unter den als Dienstleistungsangeboten offerierten Hilfen verbergen sich nicht selten die alten Probleme einer janusköpfigen Sozialen Arbeit, der der Zwang als ultima ratio nicht fremd war. Sie werden meist nur nicht als solche in den professionellen Diskussionen thematisiert, weil der Soazialarbeiter sich nur zu gern als Helfer darstellt, der nur dem "wahren Interesse des Klienten, den er gerne als "Kunden" versteht dienstbar ist. Angesichts der keineswegs zwanglosen Praxis der Sozialen Arbeit wird hier der Frage nachgegangen, unter welchen Bedingungen zu "Hilfe" überredet, sie aufgedrängt oder, durch entsprechende Sanktionen erzwungen wird, thematisiert und ihr auch empirisch, bezogen auf die damit erzielten Wirkungen, nachgegangen werden. Intention ist dabei eine der "Sache" angemessene Diskussion der Ambivalenzen der Sozialen Arbeit - in Theorie und Praxis, von außen betrachtet und von innen beleuchtet.

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Projekt sozialpädagogische Familienhilfe. Beschreibung und Kritik

Kategorie: Sozialarbeit
12. März 2005
Heinz Gess
4520 Zugriffe
Gliederung
1. Teil: Konzeption
1.Familienhilfe - eine Konzeption
2.Leitfaden zur Dokumentation der Arbeit des Familienhelfers
3.Versuch einer Typologie der Familien
4.Mütterarbeit in der Familie
2. Teil: Einige Überlegungen zum Problem der sozialen Kontrolle durch Familienhilfe
1.Die präventive Familienhilfe -entmündigende Bedürfnisbefriedigung?
2. Die Definitionsmacht der Familienhilfe
3. Familienhilfe als Überwachungseinrichtung
3.1.Methodik der Familienhilfe = Technik der instituionellen sozialen Kontrolle?
3.2.Funktionsbestimmung der Techniken
3.3.Laisierungsstrategien als willkommenes Mittel der Zugriffsmöglichkeit?

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Kindesmissbrauch, patriarchale Gewalt und ihre falsche Versöhnung im kollektiven

Kategorie: Sozialarbeit
11. März 2005
Heinz Gess
3584 Zugriffe
Über:
a) Micha Brumlik, C. G. Jung zur Einführung, Hamburg: Junius 1993, 166 S.
b) Ursula Baumgardt, König Drosselbart und C. G. Jungs Frauenbild. Kritische Gedanken zu Anima und Animus, Olten: Walter Verlag 1987 (2. Aufl. 1988), 156 S.
c) Renate Höfer, Die Hiobsbotschaft C. G. Jungs. Folgen sexuellen Mißbrauchs, Lüneburg: zu Klampen 1993, 423 S.

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