|
Geschrieben von: Hanno Pahl
|
|
Montag, 27. Juni 2005 um 16:06 Uhr |
|
Dieser Aufsatz ist entstanden als Resultat von Überlegungen, die sowohl meiner Diplomarbeitwie dem Exposé zu meiner für die nächsten drei Jahre geplanten Dissertation zugrundeliegen. Man darf also nicht vergessen, daß es sich zunächst einmal um eine Programmatik handelt, allerdings ist die ´Marschrichtung ´ der Argumentation bereits deutlich zu erkennen, bzw. in groben Züge schon vorhanden. Im Allgemeinen geht es um die Frage, wie auf Basis der marxschen ´Kritik der Politischen Ökonomie´ die Gesellschaftsbegriffe moderner soziologischer Theorien (Habermas und Luhmann) kritisiert werden könnten. In diesem Aufsatz beschränke ich mich auf einige Überlegungen zur Kritik an Luhmanns Konzeption von Wirtschaft als autopoetischem Subsystem der Gesellschaft. Von dieser Kritik aus wäre dann – in einem nächsten, hier nicht mehr geleisteten Schritt – der Bogen zurückzuschlagen zu einer Kritik an seinem Gesellschaftsbegriff, der in scharfem Kontrast zu Marx einen Primat der Ökonomie als Zentrum der Gesellschaft ablehnt, und stattdessen die ´funktionale Differenzierung´ von Gesellschaft als Ausdifferenzierung einander gleichwertiger Subsysteme als universales Entwicklungsprinzip moderner Gesellschaften propagiert. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Nils Fröhlich
|
|
Montag, 27. Juni 2005 um 17:12 Uhr |
|
1 Einleitung 4 2 Grundbegriffe der Marx'schen Werttheorie 9 2.1 Die Darstellung im "Kapital" 9 2.1.1 Die Waren als Wertträger 10 2.1.2 Rekonstruktion: Prämissen der Werttheorie 14 2.2 Die Bedeutung der abstrakten Arbeit 18 2.3 Die Wertgegenständlichkeit 29 2.3.1 Wert als gesellschaftliches Verhältnis 29 2.3.2 Die Wertgröße der Waren 32 |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Ingo Elbe
|
|
Donnerstag, 28. April 2005 um 14:02 Uhr |
|
Marx’ Fetischkonzept ist aber nicht bloß eine Kritik des verdinglichten Alltagsverstands ausgehend von der Dechiffrierung der gegenständlichen Repräsentationsformen des Werts, es ist zugleich Kritik der politischen Ökonomie als theoretischer Selbstreflexion der bürgerlichen Gesellschaft. Die objektiven Gedankenformen „bilden eben die Kategorien der bürgerlichen Ökonomie“ Im Fetischkapitel führt Marx vor allem zwei zentrale Kritikpunkte an: Er kritisiert, dass die Form Wert von der politischen Ökonomie reflexionslos vorausgesetzt, nicht nach der Genese des Werts gefragt und die sich im Wert darstellende Arbeit nicht als historisch-spezifische, gesellschaftliche Form begriffen wird (sie stellt sich nicht die Frage, „warum sich (...) die Arbeit im Wert (...) darstellt“19). Damit bewegt sich politische Ökonomie grundlegend auf dem Feld fetischisierter Formen. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Hans Peter Büttner
|
|
Freitag, 26. September 2008 um 08:38 Uhr |
Die Krise Wenn die Börsenkurse fallen regt sich Kummer bei fast allen, aber manche blühen auf: Ihr Rezept heißt Leerverkauf. Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben. Treten selbst den Absturz los, den sie brauchen - echt famos! ....... Fortsetzung s. erweiterte Einführung 1. Kredite und "Subprimes" 2. Wie lief die Hypothekenkrise ab? 3. Die nächste Stufe der Finanzkrise 4. Staatsverschuldung und der Niedergang der Geldform 5. Neue Barbarei oder Ende des Kapitalfetischs
|
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Samstag, 12. Mai 2007 um 11:28 Uhr |
|
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 1. Kapitalismus und "Marxismus" 1.1 Was ist Kapitalismus? 1.2 Die Entstehung der Arbeiterbewegung 1.3 Marx und der "Marxismus" 2. Der Gegenstand des Marxschen Kapital 2.1 Theorie und Geschichte 2.2 Theorie und Kritik 2.3 Dialektik - eine marxistische Wunderwaffe? 3. Wert, Arbeit, Geld 3.1 Gebrauchswert, Tauschwert und Wert 3.2 Ein Beweis der Arbeitswertlehre? (Individuelles Handeln und gesellschaftliche Struktur) 3.3 Abstrakte Arbeit: Realabstraktion und Geltungsverhältnis 3.4 "Gespenstische" Wertgegenständlichkeit - Produktions- oder Zirkulationstheorie des Werts? 3.5 Wertform und Geldform (Ökonomische Formbestimmungen) 3.6 Geld und Austauschprozess (Handlungen der Warenbesitzer) 3.7 Geldfunktionen, Geldware und das moderne Geldsystem 3. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Heinz Steinert
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 10:30 Uhr |
|
Die Freunde und Förderer der "Wissens-Gesellschaft" sind mit großer Gelassenheit dabei, ein Fünftel bis ein Drittel der Gesellschaft verloren zu geben. Am schönsten und einfachsten hat es wahrscheinlich der Systemtheoretiker Helmut Willke gesagt: "Das unterste Segment der rund 20% nicht oder gering qualifizierter und qualifizierbarer Arbeitnehmer ist hoffnungslos. Es wird mit deutlicherer Ausbildung der Wissensgesellschaft immer weniger in der Lage sein, sich durch Arbeit selbst zu erhalten und mithin die Armutsgrenze unterschreiten und/oder dauerhaft auf zusätzliche Transfereinkommen angewiesen sein." Die rund 20% Ausschuss sind in der "Wissensgesellschaft" nach Auskunft des Systemsoziologen, der nicht von dieser Welt zu sein scheint, sondern als quasi "transpersonaler Zeuge" gelassen das Funktionieren des "autopoietischen Systems" beobachtet, das menschlichen "Ausschuss" produziert wie der lebende Organismus Sch., unausweichlich, weil das System der "Wissensgesellschaft" nun einmal so funktioniert, wie es funktioniert. Sie sind überflüssig, weil nicht anschlussfähig. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 19:59 Uhr |
|
Vergleicht man die kapitalistischen Globalisierungsprozesse zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit dem Kapitalismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, so wird deutlich, dass Vieles von dem, was Marx zum „idealen Durchschnitt“ der kapitalistischen Produktionsweise rechnete, erst viel später praktische Wahrheit erlangte: so ist die Produktion relativen Mehrwerts davon abhängig, dass die von den Arbeitskräften konsumierten Lebens- und Subsistenzmittel kapitalistisch produziert werden, was für die entwickelten kapitalistischen Länder auf einer umfassenden Ebene erst mit dem Fordismus des 20. Jahrhunderts durchgesetzt wurde. Dass das Kreditsystem einerseits steuernd für die kapitalistische Produktion wirkt, andererseits aber blockierend, indem es durch immer neue Instrumente den Widerspruch zwischen industriellem und fiktivem Kapital steigert, wurde auf großer Stufenleiter mit der Internationalisierung des Finanzsystems in den 70er und 80er Jahren deutlich. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 12:09 Uhr |
|
Was Marx hinsichtlich der künftigen historischen Entwicklung tatsächlich begründen kann, ist etwas anderes, als das, was er in dem Abschnitt "Geschichtliche Tendenz" als Ergebnis seiner vorangegangenen Darstellung glaubt festhalten zu können. Verallgemeinern läßt sich wohl das Resultat seiner Analyse der Fabrikgesetzgebung: "Mit den materiellen Bedingungen und der gesellschaftlichen Kombination des Produktionsprozesses reift sie [die Fabrikgesetzgebung, M.H.] die Widersprüche und Antagonismen seiner kapitalistischen Form, daher gleichzeitig die Bildungselemente einer neuen und die Umwälzungsmomente der alten Gesellschaft." (MEGA II.5, 408; MEW 23/526) Marx kann die materiellen (und nicht bloß erdachten) Möglichkeiten einer neuen Gesellschaftsformation deutlich machen, er kann zugleich die Widersprüche und Auflösungstendenzen, die in der kapitalistischen Produktionsweise angelegten "Minen" aufzeigen. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 18:10 Uhr |
|
Der Verlust dieses "Gesetzes"; lässt sich gut verschmerzen. Die Krisentheorie hängt keineswegs an diesem "Gesetz"; (vgl. dazu "Wissenschaft vom Wert", S. 341ff) und Schranken hat der Kapitalismus auch ohne dieses "Gesetz" genug: nicht nur dass die Entwicklung der Produktivkräfte lediglich dem bornierten Zweck der Profitmaximierung dient - diese Entwicklung erfolgt in einer für Mensch und Natur höchst destruktiven Weise und führt über die Vermittlung des "ideellen Gesamtkapitalisten" Staat. Das angebliche "Gesetz" braucht man wirklich nicht, um sich über den beschränkten und krisenhaften Charakter der kapitalistischen Produktionsweise klar zu werden.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 15:28 Uhr |
|
Eine Debatte über diesen Punkt wird allerdings auch noch dadurch erschwert, daß in den Texten der Krisis zwar ständig von Zusammenbruch, Zusammenbruchskrise, Fundamentalkrise etc. die Rede ist, aber völlig ungeklärt bleibt, wie dieser Zusammenbruch eigentlich aussehen soll: ist damit eine weitgehende Verelendung, Entzivilisierung und Brutalisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse gemeint (bei Fortexistenz eines kapitalistischen Kernbereichs) oder tatsächlich ein Zusammenbruch von Geldwirtschaft und Warenproduktion. Ich hatte diese Frage in meinem letzten Beitrag in den Streifzügen explizit aufgeworfen, eine klare Antwort läßt sich bei Trenkle aber auch jetzt nicht entdecken. Lediglich in einer Fußnote bemerkt er: „Mit der Sprengung der herrschenden Produktionsverhältnisse ist nichts anderes gemeint, als daß diese an ihre objektive Schranke stoßen, also unhaltbar werden. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 08:28 Uhr |
|
Dass meine angebliche „Anrufung“ Poppers einer nicht allzu sorgfältigen Lektüre Birkners entspringt, habe ich oben schon deutlich gemacht. Hier geht es aber um etwas anderes: das einzige was Birkner an kritischen Argumenten gegen Popper in dem Artikel vorgebracht hat, ist, dass er „Anti-Marxist“ sei und die Funktion des „Gegensatzes materialistisch/idealistisch“ hätte wohl vor allem darin bestanden, mich vor dem Bezug auf einen „Anti-Marxisten“ zu bewahren. Wenn wissenschaftliche Einsichten tatsächlich in erster Linie vom „Interesse“ des Wissenschaftlers abhängen würden, dann wäre es durchaus konsequent um Autoren, die ein anderes Interesse haben, einen großen Bogen zu machen. In der Tat war dies die Strategie vieler Vertreter des dogmatischen Parteimarxismus (im Osten wie im Westen): nicht-marxistische Wissenschaft war „bürgerlich“, daher per Definition falsch, verzerrt und borniert und lediglich zu denunzieren. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 12:47 Uhr |
|
Was hierzulande unter „demokratischer Politik“ verstanden wird, die Diskussion in den Medien und den Parlamenten, die Anhörung von Experten, die Stellungnahmen von Interessengruppen etc. ist genau dieser Prozess, zum einen die Inhalte einer Politik zu bestimmen, deren Rahmen aber feststeht und von den Akteuren auch nicht in Frage gestellt wird und ihr zum anderen ein Höchstmaß an Legitimation zu verschaffen – bis hin zur Möglichkeit, die bestehende Regierung abzuwählen, damit eine neue Regierung mit mehr Legitimation und vielleicht auch mit geschickteren Maßnahmen innerhalb desselben Rahmens weiter agieren kann. Bei all diesen Prozessen handelt es sich keineswegs um ein klug ausgedachtes Täuschungsmanöver der Herrschenden, die alle Fäden in der Hand halten und von Anfang an genau wissen, was sie wollen. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Samstag, 02. September 2006 um 14:54 Uhr |
|
|
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Ingo Elbe
|
|
Sonntag, 29. Januar 2006 um 16:42 Uhr |
|
Bei Reichelt wird, was in einem außerpsychischen Vorgang im spezifisch gesellschaftlichen Verhältnis der Sachen (in das sie unwillkürlich von Menschen unter bestimmten Vergesellschaftungsbedingungen ihrer Arbeiten gestellt werden) geschieht - die Gleichsetzung und Darstellung als Werte - in die Köpfe der Wareneigner projiziert, womit die Genese ökonomischer Gegenständlichkeit von einem sachlich vermittelten Verhältnis zwischen Menschen in ein direktes Verhältnis zwischen ihnen in Bezug auf eine Sache verwandelt wird. Mehr noch: Nach Reichelt geschieht die Hervorbringung einer spezifisch gesellschaftlichen Gegenständlichkeit (Wert und allgemeines Äquivalent) vor jedem gesellschaftlichen Kontakt in den Köpfen der Warenbesitzer, denn - wie er ja selbst betont - das wirkliche Verhältnis ist erst Gegenstand des Austauschkapitels. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Henning Wasmus
|
|
Samstag, 02. September 2006 um 12:03 Uhr |
|
Die Begründung des tendenziellen Fallls der Profitrate und von Momenten, die ihm zu widersprechen scheinen
|
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Hans Peter Büttner
|
|
Mittwoch, 14. Januar 2009 um 18:20 Uhr |
|
Hans Peter Büttner argumentiert, dass der Ursprung der Finanzkrise in Verwertungsproblemen des "realen" Kapitals und der Umverteilungspolitik seit den siebziger Jahren liegt - mit den entsprechenden Folgen für die Reproduktionsbedingungen des Kapitals. Er kommt zu dem Ergebnis, dass es längst nicht nur um eine "Finanzkrise" im engeren Sinn geht, "sondern um die Frage, welches Wirtschaftssystem, welches Ordnungssystem, welches Gesellschaftssystem wir wollen. Die gängige Kritik an "raffgierigen Bankern", der Wallstreet oder den Spekulationsgeschäften erweist sich hierbei als verkürzt und scheinradikal. Sie impliziert die alte, verkürzte Kapitalismuskritik der Nazis, die bekanntlich zwischen dem guten "schaffenden" und dem bösen "raffenden" Kapital unterschied. Sich hier aber auf die Seite des vermeintlich "guten", nationalen Realkapitals zu schlagen ist ein folgenreicher und gefährlicher Denkfehler, denn erstens sind industrielle Kapitalisten mitnichten "bescheidener" als Banker. Eine solche Annahme wäre schlichtweg Unsinn. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: DIW
|
|
Donnerstag, 08. November 2007 um 11:04 Uhr |
|
Das Vermögen ist in Deutschland wesentlich ungleicher verteilt als Einkommen. Nach der jüngsten Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (88672. Wochenbericht des DIW Berlin Nr.45/2007 ) verfügen rund zwei Drittel der Bevölkerung ab 17 Jahren über kein oder nur ein sehr geringes Vermögen. Im Durchschnitt betrug das individuelle Netto-Vermögen im Jahr 2002 rund 81 000 Euro. Aufgrund der sehr ungleichen Verteilung liegt der Median, also der Wert, der die reiche Hälfte der Bevölkerung von der ärmeren trennt, nur bei etwa 15 000 Euro. Im Gegensatz dazu besitzen die reichsten 10 Prozent knapp 60 Prozent des gesamten Vermögens. Das arithmetische Mittel beläuft sich in Deutschland insgesamt auf knapp 81 000 Euro, wobei Personen in den alten Ländern mit knapp unter 92 000 Euro rund 2,6-mal soviel Vermögen besitzen wie diejenigen in den neuen Ländern. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 16:09 Uhr |
|
Marx hat die Arbeitswerttheorie der bürgerlichen Klassik nicht einfach übernommen und an einigen Stellen verbessert, wie manche Autoren meinen. Seine Kritik der politischen Ökonomie muß vielmehr als eine "wissenschaftliche Revolution" im Sinne von Kuhn (1962), als ein Paradigmenwechsel und nicht als Fortschritt innerhalb eines gegebenen Paradigmas aufgefaßt werden ( ). In Anlehnung an die Arbeiten von Althusser (1968, 1972) läßt sich dieser Paradigmenwechsel als Aufgeben einer anthropologischen Begründung des theoretischen Feldes der Ökonomie begreifen. Daß die Größe des (Tausch)Werts einer Ware durch die zu ihrer Produktion notwendige Arbeitszeit bestimmt sei, wurde von Adam Smith mit der Rationalität der einzelnen Waren-produzenten begründet. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 19:22 Uhr |
|
Am Horizont taucht damit eine Gesellschaft auf, wo nicht nur die kapitalistischen Unternehmen ihre Profitmaximierungsstrategien noch weit aggressiver verfolgen als bisher, sondern wo aus Arbeitern und Arbeiterinnen, die sich früher einmal in Gewerkschaften und sozialistischen oder kommunistischen Parteien zusammengeschlossen hatten, um dem Kapital zumindest einen gewissen Widerstand entgegenzusetzen, zunehmend Unternehmer in Sachen Verkauf eigener Arbeitskraft und Anleger in Sachen eigener Ersparnisse und Alterssicherung werden. Die Ausgebeuteten vertreten nun die kapitalistische Logik der Profitmaximierung aus scheinbarem Eigeninteresse. Dieses Verhalten wird zwar nur für eine Minderheit ökonomisch Sinn machen, deren Grenzen sind aber fließend. Auf- und Abstiege sind möglich, so daß sich durchaus eine Mehrheit der Beschäftigten Hoffnungen machen wird, irgendwann doch einmal zu dieser bessergestellten Minderheit zu gehören. |
|
Weiterlesen...
|
|
Geschrieben von: Michael Heinrich
|
|
Sonntag, 03. April 2005 um 15:56 Uhr |
|
Obwohl bereits recht einfache Überlegungen die Marxsche Begründung des „Gesetzes vom tendenziellen Fall der Profitrate“ in Frage stellen, wurde dieses Gesetz im traditionellen Marxismus verbissen verteidigt. Solche Verbissenheit rührte häufig aus dem Glauben, dieses Gesetz sei notwendig, um eine Zusammenbruchstendenz des Kapitalismus oder zumindest dessen Krisenhaftigkeit zu begründen. Müsste man dieses Gesetz aufgeben, so der Umkehrschluss, dann gäbe es für den Umsturz der kapitalistischen Verhältnisse keine „objektive“ Grundlage mehr, denn dann müsste man ja zugeben, dass der Kapitalismus keine immanente Schranke habe und im Prinzip auch krisenfrei funktionieren könne. Aber selbst wenn das „Gesetz“ gültig wäre, würde es nicht leisten, was sich viele seiner Verteidiger von ihm versprechen. |
|
Weiterlesen...
|
|
|