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Geschrieben von: Heinz Gess
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Sonntag, 26. März 2006 um 13:17 Uhr |
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Es hat lange gedauert, aber nun endlich hat sich auch Helmut Schmidt, das Plapperorgan der deutschen Ideologie, zusammen mit den ehemaligen sozialistischen Regierungschefs Fraser, Miyazawa, Carlson, Majali, in seiner Hauszeitung zum "Karikaturenstreit" und seinen Folgen geäußert und, wie zu erwarten stand, der dänischen Zeitung und der dänischen Regierung, nicht aber den fanatischen muslimischen Demagogen, die den Mob mit Lug und Trug aufhetzten, "Verantwortungslosigkeit" bescheinigt. Kaum ein Artikel der letzten Zeit gibt den Geist der geistlosen Zustände in Deutschland, das Elend der geistigen Verhältnisse, so trefflich wieder wie dieser Artikel. Deshalb halte ich eine Stellungnahme zu diesem Artikel für geboten. Ich gehe dabei so vor, dass ich in einem ersten Teil die wichtigsten Feststellungen oder "Argumente" Schmidts, die kaum so zu nennen sind, weil der Artikel nirgendwo kritisch prüft und argumentiert, sondern unablässig Setzungen vornimmt, im Einzelnen diskutiere. |
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Geschrieben von: Heinz Gess
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Samstag, 03. Juni 2006 um 14:16 Uhr |
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Mohammed und die Karikaturen - Die ganze Geschichte unterm Strich
Bei den Nazis hieß es: "Du bist Nichts, Dein Volk ist alles". Bei dem iranischen Führer Ahamadinedjad und den Imamen, die das Volk aufhetzen, heißt es: "Du bist nichts, die islamische Nation ist alles". Das böse Doppelspiel der politischen Klasse in Deutschland, das ihre deutschen Ideologen "kritischen Dialog" nennen, geht weiter - "bis alles in Scherben fällt".
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Geschrieben von: Heinz Gess
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Samstag, 04. Juni 2005 um 09:17 Uhr |
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Das Kapital bringe seine versprochene Gegenleistung nicht, tönt die Führung, es sackt die erhöhte Profite ein, die ihm dank der Sparmaßnahmen der Regierung, die dem Volk zugunsten von Kapitalrendite Opfer abverlangt, denkt aber gar nicht daran, die versprochenen Gegenleistungen zu bringen und im Standort Deutschland zu investieren. Es täuscht, betrügt und kommt seinen Verpflichtungen dem arbeitenden Volk gegenüber, das Verzicht geleistet hat, nicht nach. Kapitalisten treiben Missbrauch mit dem eigentlich guten Kapital. Deshalb muss das Volk protestieren und die Missbrauch treibenden Kapitalisten zur Verantwortung ziehen. Dazu braucht es selbstverständlich und in Deutschland erst recht politische Führer, die vorangehen. Schon setzt sich Müntefering als Wortführer des inszenierten Protests in Szene, auf dass die Arbeitnehmer wieder einmal gerade noch rechtzeitig vor der Wahl erkennen, wer ihre „wahre Interessen“ vertritt und sich mit dem guten europäischen Kapital gegen das Missbrauch treibende amerikanische Kapital zusammenschließen zu einer guten kapitalen Volksgemeinschaft. So wird es bis zur Bundestagswahl weitergehen. |
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Geschrieben von: Heinz Gess
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Samstag, 19. März 2005 um 19:00 Uhr |
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Eine kritische Untersuchung über die Ausstellung der Flick Collection in Berlin im Lichte der Kritischen Theorie und der Theorie der rationalen Herrschaft (M. Weber) von Heinz Gess
Gegenaufklärung und Ideologie ist nicht erst die Rechtfertigung der Ausstellung der Flick Collection durch den ausgestellten Künstler und seinen Kanzler. Gegenaufklärung, unmittelbare ideologische Praxis ist bereits die Ausstellung selbst und die "unschuldige Tat" hunderttausender Volksgenossen, auf Empfehlung ihres Kanzlers die Ausstellung zu konsumieren. Ihr Konsum ist das praktizierte Vergessen. Sie tun, wie ihnen zu tun geheißen wird, und ziehen mit ihrem Kunstgenuss den Schlussstrich. Sie genießen das große Ereignis als eines von Weltgeltung und bestätigen im Glanze der Kunst einander: "Wir sind wieder wer" und brauchen uns von den Nestbeschmutzern, die mit der "Auschwitzkeule" auf das unschuldige Vaterland einschlagen und Auschwitz zu "unserer Schande" (Martin Walser) und ihrem Vorteil instrumentalisieren, nichts mehr sagen lassen. |
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Geschrieben von: Fabian Kettner
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Dienstag, 27. Juni 2006 um 15:10 Uhr |
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"Vieles aus der Vergangenheit ist einem peinlich - wenn man überhaupt sensibel ist. Was es in einem zurückläßt, darauf kommt es an, egal, wie dumm dir dein Leben rückblickend erscheint" . Die Vergangenheit, die deutschen Linken peinlich ist, ähnelt leider zumeist bis ins Detail hinein der Gegenwart, die von ihnen voller Stolz als Resultat eines Lernprozesses dargestellt wird. Kontinuität hat, was damals schon falsch war, was man in unterschiedlichen Aufführungen wiederholte. Das, wozu man sich später läuterte, ist das alte Elend in anderer Form. Die Kontinuität alter Gewissheiten und eines von links moralisierenden Alltagsverstandes spricht auch aus den Versuchen ehemaliger Beteiligter, sich und ihre Zeit zu historisieren, bei den Apologeten ebenso wie bei den Bekehrten.
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Mob der Frommen
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Geschrieben von: Wolfgang Sofsky
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Mittwoch, 08. März 2006 um 11:16 Uhr |
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Hunderttausende lassen sich nur mobilisieren, wenn sie zum Angriff bereit sind Der religiöse Eiferer vermag Wort und Bild nur wörtlich zu nehmen. Doppelbedeutungen wie Scherz, Satire oder Ironie bringen sein Götzenbild ins Wanken. Unter Halbgläubigen gibt es wenig zu lachen. Gotteskrieger wiederum brechen alle Brücken hinter sich ab und verschreiben sich ihrer fixen Idee bis in den Tod. Brutale Tötungsmacht beweist ihren Anhängern, im Recht zu sein. Eilfertig taufen sie die Mörder zu Märtyrern um. Bigotterie und Gewalt haben ihren Anfang nicht in religiöser Inbrunst, sondern in der Brüchigkeit eines Glaubens, der sich selbst nicht mehr recht glauben will. Wer sich seiner heiligen Sache wirklich sicher ist, der benötigt kein Rachegebrüll, keinen Scheiterhaufen, kein Schlachtopfer, geschweige denn einen Sprengstoffgürtel. |
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Geschrieben von: Mario Möller
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Montag, 20. Februar 2006 um 09:54 Uhr |
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Gemeinsamkeiten zwischen deutscher Ideologie und politischem Islam Folgende Abhandlung wird sich mit dem Phänomen einer nachholenden Entwicklung historisch gesehen vorbürgerlicher Gesellschaften befassen. Es geht darum zu zeigen, dass unter bestimmten politökonomischen Konstellationen dieser angenommene Nachteil zu einem Vorteil werden kann, nämlich dann, wenn die Krise den normalen Geschäftsbetrieb stört oder man im normalen Geschäftsbetrieb erst gar nicht zum Zuge kommt. Dieses Krisenbewältigungsszenario kam erstmals in Deutschland auf seinen Begriff und allein das rechtfertigt die These, dass der Nationalsozialismus als Krisenbewältigungsstrategie, welche die Krise doch aber immer wieder braucht, als ein spezifisch deutsches Projekt zu gelten hat. Das dieses Projekt nicht allein auf den geographischen Raum Deutschland beschränkt bleiben muss, zeigen die unter völkischer Flagge vorgenommenen Parzellierungen in Europa oder die völkisch motivierten Befreiungsbewegungen sonstwo. |
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Geschrieben von: Hartmut Krauss
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Sonntag, 26. März 2006 um 13:13 Uhr |
Grundmerkmale einer ideologischen Kumpanei
Die kapitalistische 'Moderne' wurde und wird nicht nur von den Vertretern progressiv-emanzipatorischer Bewegungen kritisiert, sondern ebenso von 'rechts' angegriffen, d. h. seitens traditionell-konservativer Kräfte, die ihre 'angestammten' Privilegien innerhalb prämoderner Herrschaftsverhältnisse bedroht sehen. Nicht die Kritik der kapitalistischen Ökonomie und der daraus hervorgehenden Entfremdungs- und sozialen Verwerfungsverhältnisse wird hier fokussiert, sondern die moderne Säkularisierung und Entraditionalisierung der Lebensformen.
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Geschrieben von: Heinz Gess
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Freitag, 11. März 2005 um 10:14 Uhr |
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Linksdeutsche wollen C.G. Jung für "die Linke" aufbereiten. Sie wollen Linken, die für die idividuelle und gesellschaftliche Emanzipation streiten, einreden, ausgerechnet die Lehre von den "Archetypen des kollektiven Unbewussten", eine in Termini der Psychoanalyse verhüllte, normative Ursprungsphilosophie, sei das, was ihr zur Erlangung der kulturellen Hegemonie in Deutschland noch fehle. Es mag sein, dass man in Deutschland so die "kulturelle Hegemonie" erlangen kann. Nur ist an dieser angeblichen Versöhnung von "analytischer Psychologie" und "Gesellschaftskritik" nichts, aber auch gar nichts mehr "links", sofern darunter, woran man in Deutschland freilich Zweifel haben kann, eine Praxis verstanden wird, die auf die individuelle und gesellschaftliche Emanzipation von Herrschaft zielt. |
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Geschrieben von: Jutta Willutzki
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Samstag, 18. Februar 2006 um 11:43 Uhr |
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Wenn Konvertierte also meinen, der Islam biete ihnen Halt, eine gradlinige Botschaft und klare Moralvorstellungen; wenn der bereits erwähnte Mekail Alman auf seiner Website präzisiert: "Die Zeiten wandeln sich und wir uns mit ihnen (...). Eines aber bleibt konstant: Die Glaubensgewißheit der Muslime. Deshalb ist der Boden, auf dem wir gehen, fest und sicher. Deshalb haben wir das Ziel des geraden Weges immer ganz genau im Auge. Deshalb kann uns nichts erschüttern "gerade in unsren Tagen, in denen die Muslim-Verfolgung weltweit forciert wird, weil der "Westen" seit dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums keine Alternative mehr hat " außer dem Islam und seinem Gesellschaftsmodell" (Zeit 06.05.04) " dann ist das Prinzip der Gegenaufklärung schon zum Selbstbewußtsein erhoben. Die letzte Gewißheit, die gestiftet wird, ist die, daß der Feind die Juden und ihre Verbündeten sind, alles andere ist verhandelbar. |
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Geschrieben von: Timo Nitz
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Montag, 28. März 2005 um 17:25 Uhr |
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Schon Bismarck handelte konsequent im Sinne der deutschen Ideologie, wenn er "Deutschland" durch Krieg gegen den verwestlichten "Erbfeind" Frankreich zusammenschweißte. Kampf und Krieg gegen den Feind der angeblich "ursprünglichen", "echten", "organischen" Kultur ist ein konstituierender Bestandteil der deutsch-völkischen Identität. Der Hauptfeind Deutschlands ist nicht mehr, wie zu Wagners Zeiten, Frankreich mit der Welt-Metropole Paris, sondern sind nun die USA mit der Welt-Metropole New York. Auch braucht es nicht immer ein heißer Krieg zu sein, der zur Zeit ohnehin nicht zu gewinnen wäre und deshalb abwegig ist, aber ohne den permanenten "Kulturkrieg" geht es nicht. Ohne Kampf und Krieg gegen die "zersetzende Liberalität" ist Deutschland verloren. Ohne diesen "K(r)ampf" ist auch keine kollektive europäische Identität, keine Volks-"Nation Europa", zu schaffen. (Aufmacher: Heinz Gess)
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Antiamerikanismus
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Geschrieben von: Sebastian Voigt
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Sonntag, 29. Januar 2006 um 09:44 Uhr |
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Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gibt es eine völlig veränderte Weltlage. Die USA sind die einzig verbliebene Supermacht. Sie sind die weltweit führende militärische und ökonomische Macht und werden dies auch auf absehbare Zeit bleiben. Die USA sind gleich geblieben, aber ihre Feinde haben sich verändert. Am 11.9.2001 wurde ein antisemitisch motiviertes Massaker in New York City von einer weltweit agierenden Bewegung mit faschistischem Charakter verübt. Dies hat die USA gezwungen, die Gefahr zu erkennen, die vom Islamismus ausgeht, sowie die Außenpolitik (zumindest im Nahen Osten) radikal zu wandeln. Die USA mussten konzedieren, dass eine weitere Unterstützung der widerlichen Diktaturen und Theokratien im Nahen Osten (etwa Saudi Arabien, wo 15 der 19 Attentäter herkamen) nicht mehr ihren nationalen Interessen entspricht. |
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Geschrieben von: Heinz Gess
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Sonntag, 27. März 2005 um 17:31 Uhr |
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Der Hauptgegner der freien kommunistischen Assoziation aber ist ohne Zweifel der völkische oder rassistische Begriff von Nation, wie er für die deutsch-völkische Ideologie mindestens seit Fichtes Setzung des Deutschen als »Urvolk« und »Ursprache« im bewussten Gegensatz zum Jüdischen konstitutiv ist. Dieser Begriff macht aus "Völkern" oder "Kulturen" wesensmäßig verschiedene Identitäten, gewissermaßen unterschiedliche Naturen oder Arten, die einander wesensfremd sind und die sich deshalb richtig nur untereinander, nicht aber mit den wesensmäßig anderen verstehen können. Die Individuen sind für ihn nur Bestandteile dieser kollektiven Identität und haben unabhängig davon kein Recht (Du bist nichts; Dein Volk ist alles). Die Idee der einen Menschheit, in der die verschiedenen Individuen ohne Angst als Gleiche miteinander leben und Gesellschaft machen können, wird a priori negiert, und zum Produkt des der Natur und damit der naturhaften Kollektividentität entfremdeten Judentums, dem Gegensatz zum Urvolk, erklärt. |
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Geschrieben von: Heinz Gess
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Freitag, 11. März 2005 um 14:15 Uhr |
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Jungs affirmative Ausdeutung des Satzes »Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist« ist die politische Konkretion seiner Archetypenlehre. Sie verweist auf die Zwei-Reiche-Lehre Luthers, die politische Konkretion der Lutherischen Theologie von der »Freiheit eines Christenmenschen«. Wenngleich Jung Luther zur Begründung seiner Thesen kaum jemals offen heranzieht, sondern sich lieber auf andere Autoren wie den Mystiker Meister Eckhardt stützt, sind die Entsprechungen doch so augenfällig, daß ich Jung einen Reformator aus dem Geist der Lutherischen »Furcht vor der Freiheit« nennen möchte. Jung gibt dieser Furcht ein neues moderneres Gesicht, indem er den romantisch-völkischen Begriff des kollektiven Unbewußten aufgreift und die »Erfahrung« der Archetypen des kollektiven Unbewußten bewirken läßt, was in der Lutherischen Theologie der Glaube mit seinen Zusagen und Verheißungen bewirken soll. Heinz Gess
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Geschrieben von: Heinz Gess (Erstveröffentlichung in: Das Argument Nr 209 Heft 2/3 1995)
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Freitag, 11. März 2005 um 18:48 Uhr |
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Bei Jung dient die Kritik an der Vermassung und Vereinzelung der Menschen durch den naturwissenschaftlichen Rationalismus immer nur der Affirmation des Kritisierten. Er kritisiert die halbierte Vernunft, aber nicht um die volle Vernunft einzuforden, sondern um die halbierte Vernunft als halbierte retten zu können. Daß die Liquidierung alles Individuell-Besonderen Resultat der Bewegungsgesetze derselben Gesellschaftsformation ist, die das bürgerliche Individuum einst hervorbrachten und deshalb das zu Rettende nur im Widerstand gegen diese Form und ihre Überwindung zu retten ist, erscheint ihm ein undenkbarer Gedanke. Er kritisiert zwar die Herrschaft des »Rationalismus« und die dadurch verursachte Vermassung, aber nur um als Rettung des Bestehenden seinen »kräftigen Glauben [...] nicht materialistischer Art« anzupreisen. |
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Geschrieben von: Heinz Gess (Erstveröffentlichung in: Psychoanalyse im Widerspruch 14/1995)
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Samstag, 12. März 2005 um 11:17 Uhr |
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Das kollektive Unbewußte, das Jung beschwört, ist Produkt einer Gesellschaft, die die Fähigkeit der Menschen, miteinander Gesellschaft zu machen und die Unmittelbarkeit sich nicht verdorren zu lassen, zerstört. Die traumatischen Erfahrungen des Nicht-angenommenseins, der Gleichgültigkeit derer, die in Kindertagen die Welt sind, der erfahrenen Nichtigkeit der eigenen Existenz, der Gewalt der eingebläuten Moral, des Funktionieren-müssens, die Angst vor dem Verschlungenwerden, all diese traumatischen Erfahrungen werden aus Überlebensangst verdrängt und abgespalten. Ins Unbewußte verdrängt, verselbständigt sich das am eigenen Leibe Erlittene, mit den eigenen Sinnen Erfahrene zu einem von der eigenen Person losgelösten »ewigen« Gehalt jenseits von Raum und Zeit, der als solcher, als vermeintlich objektiv-unpersönlicher, in erinnerten Traumbildern etwa, wieder bewußt werden kann. |
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Geschrieben von: Heinz Gess
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Montag, 21. März 2005 um 16:57 Uhr |
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Die Zeitschrift Kontext XXI veröffentlichte in ihrer Nr. 8/204 einen Artikel, in dem Heribert Schiedel mit der Bahamas-Redaktion abrechnete und ihr unter anderem "Islamophobie" vorwarf. Der Artikel ist so voll gespickt mit Verkehrungen und falschen Entgegensetzungen, dass eine ausführliche Aueindersetzung notwendig wäre, um all die kulturrelativistischen Halbwahrheiten und deshalb Falschheiten aufzudröseln, die der Artikel enthält. Zentral ist der Vorwurf an die Kritiker des mörderischen Islamismus, sie, die wahrheitsgemäß feststellen, dass der Täter van Goghs ein Judenhasser war, der Islamismus mitten in Europa diesen Wahn und diesen Hass schürt und der Antijudaismus des Islamismus nicht eine Verirrung, ein Missbrauch des Islam, sondern in ihm selbst bei unkritischer Auslegung angelegt ist, seien Islamhasser und "Islamophobe", eben weil sie dergleichen behaupten. |
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Geschrieben von: Mario Möller
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Mittwoch, 04. Oktober 2006 um 17:07 Uhr |
Über den Zusammenhang von Ostidentität und nationalem Sozialismus
Im Osten hat sich über die Jahre und mit der Verschärfung der ökonomischen Rahmenbedingungen ein lokalpatriotisches Bewusstsein verfestigt, das klipp und klar als nationalsozialistisch zu kennzeichnen wäre: Gemeinschaft, antiwestliche bzw. antibürgerliche Ressentiments, Arbeitsethos und eine autoritäre Grundstimmung des Alltages (Abweichung als Bedrohung) eignen sich bestens, um den Anspruch, wirklich deutsch zu sein - nämlich zu "Arbeit und Tod 'geeignet und gewillt'" (Bruhn, 1994, S.107) - zu erheben und dieses Lebensgefühl auch aktiv auszuleben.
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Geschrieben von: Ralf Schröder
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Sonntag, 30. Oktober 2005 um 14:21 Uhr |
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Vom Mythos des Selbstopfers Der Kulturkampf zwischen Wagner und Heine, zwischen opferwahnsinnigem Mythos, der im Tode die Erlösung wähnt, und der erbitterten Kritik, die doch für die Sinnlichkeit des Lebens streitet, tobt noch immer. ...
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Geschrieben von: ISF
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Sonntag, 23. April 2006 um 13:24 Uhr |
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An die Stelle Gottes traten infolge des Versagens der Aufklärung nicht die Individuen, die frei die von ihnen gewollte gemeinsame Grundlage einer herrschaftslosen Gesellschaft in Geltung setzen, sondern trat das Kapital in der quasi-religiösen Aura seiner politischen Souveränität, die sich, bestenfalls, damit begnügt, daß ihm seine Subjekte im Kaufrausch und an der Wahlurne seine Herrschaft bestätigen - und ansonsten, was Religion und Kultur betrifft, ihrer Wege gehen.
"Die Aufhebung der Religion", d.h. "die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf." Je weniger Individuen sich bereit erklären, die herrschende Notwendigkeit zur Lüge zumindest nicht auch noch in sich selbst als Selbstlüge zu reproduzieren - was sie tun, wenn sie der Überlebens-Notwendigkeit, sich auf diese Realität auch einlassen zu müssen, distanzlos, d.h. ohne ein tragisches Bewußtsein zu entwickeln, folgen ..... |
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