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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

Schönfärberische kirchliche Halbwahrheiten statt wahrhaftiges Erinnern und Durcharbeiten der Vergangenheit

Kategorie: Antizionismus und Antisemitismus
27. Januar 2012
Kristan Kossack
44 Zugriffe

Replik auf Müllers ´Kirchenkampf` im ´erweckten` Kontext – Der Kirchenkreis Minden in der Zeit des Nationalsozialismus, die Mindener Bekenntnispfarrer Graff und Pleß und die innerkirchliche Anwendung des „Arierparagraphen“ betreffend

Prof. Dr. Müllers christliche Schönfärbereien sind unter dem Titel ´Kirchenkampf` im ´erweckten` Kontext – Der Kirchenkreis Minden in der Zeit des Nationalsozialismus  bislang nur als Manuskript im Mindener Kommunalarchiv zugänglich. Der Kirchenhistoriker Müller erhielt dafür 2010 den Vereinspreis des „Mindener Geschichtsvereins“. (Vgl. „Mindener Tageblatt“ vom 8. November 2010) Dazu soviel:

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Was ist Kritische Theorie? Eine Einladung

Kategorie: Kritische Theorie
25. August 2011
Dirk Lehmann
1147 Zugriffe
Ich empfehle den Lesern des Kritiknetzes den Artikel  Dirk Lehmanns „Was  ist Kritische Theorie?“ als Einladung zur kritischen Theorie der Gesellschaft. Sie eröffnet durch Konzentration der Darstellung auf wesentliche Gedankengänge der Kritischen Theorie und ihre geschickte Konstellation der Darstellung  den Zugang zur Kritischen Theorie in vorzüglicher Weise.

Besonders hervorheben ist, dass Dirk Lehmann in die Kritische Theorie der Gesellschaft als eine Lebensform und nicht bloß als bestimmte Form wissenschaftlichen Denkens einführt. Das ist sie, insofern sie Theorie ist, zwar auch. Aber sie ist es nicht nur, weil sie als Theorie  in einem auch Kritik an der bestehenden gesellschaftlichen Lebensform ist, die sich von der traditionellen positiven Theorie, deren fortschrittlichste Version die „Theorie sozialer Systeme“ (Niklas Luhmann) ist, wesentlich darin unterscheidet, dass sie des Nicht-Identischen, das der bestehenden Lebensform als gequälte Natur und fortbestehendes, anwachsendes Unrecht der Ausbeutung innewohnt, eingedenk ist und es, getragen von einem fundamentalen Zweifel an der gegenwärtigen gesellschaftlichen Welt, durch die spezifische Form und Konstellation ihrer Begriffe zur Darstellung bringt. Solche negative Kritik ist nur sinnvoll als Lebensform, die durchdrungen ist von dem gemeinsamen Willen zur freien, menschenwürdigen Assoziation gesellschaftlicher Individuen. Sie ist das intellektuelle Organ der Selbstreflexion dieser Lebensform unter gesellschaftlichen Verhältnissen, unter denen diese Welt (noch) nicht die ihrer bewusstlosen Produzenten, sondern die des automatischen Subjekts „rationaler Herrschaft“ ist.

Heinz Gess

Gliederung:
1. Kritische Theorie als Lebensform
2. Die Gründerväter der kritischen Theorie
3. Entstehung und Entwicklung der kritischen Theorie
4. Psychologie und kritische Theorie
5. Zivilisationskritik im Lichte der Dialektik der Aufklärung
6.  Schluss

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Der Euro - Identität und Krise der Europäischen Union

Kategorie: Kritik der Politischen Ökonomie
06. August 2011
Gerhard Stapelfeldt (zweite, aktualisierte und verbesserte Auflage)
1471 Zugriffe
Nach Gerhard Stapelfeldt befindet sich der Euro und mit ihm EU-Europa gegenwärtig in einer Krise. Das Bedrohliche daran bestehe

1. ökonomisch im fehlenden Bewusstsein davon, dass es sich um eine Krise des neoliberalen Systems handelt  
2. politisch „im unvermeidlichen Autoritarismus“ (als Folge von 1)
3. gesellschaftlich „in der systematischen Hoffnungslosigkeit und im sozialen Atomismus der neo-liberalen Politik“ (Stapelfeldt)   

Die Fragen, denen die Untersuchung Stapelfelds sich angesichts der Krise widmet, lauten: „Worin besteht die kollektive, im Euro institutionalisierte europäische Identität?
Welcher Ordnung der Wirtschaftsgesellschaft ist die Europäische Zentralbank verpflichtet?
Enthält diese Ordnung Möglichkeiten eines Krisenbewusstseins und einer nicht-autoritären Krisenbewältigung?“
Diesen Fragen wird nach einer kurzen Einleitung mit dem Titel „Geld, bewusstlose gesellschaftliche Identität und Krise“ (I) durch „Darstellung der Genese und der vertraglich fixierten Imperative der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion als Basis der Integration, der Identität des EU-Europa (II); durch eine Skizze des Logos dieser Identität: der Dogmen von Neoliberalismus (Wettbewerbs-Markt) und Monetarismus (Gemeinschaftswährung) (III); durch eine Skizze der gegenwärtigen Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrise sowie der eingeschlagenen Krisenpolitik, in der sich der repressive Gehalt der europäischen Integration und Identität manifestiert (IV)“ (Stapelfeldt)  nachgegangen.

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Manifest der emanzipatorischen Linken

Kategorie: Kritische Theorie
20. Februar 2008
Heinz Gess
6337 Zugriffe

"Sozialismus: das ist die Brücke von links nach rechts" schreibt Goebbels 1929 und begründet diese Richtschnur seiner politischen Propaganda in der Wendezeit zwischen 1929 und 1934 im Wesentlichen mit den beiden folgenden Argumenten:

1. Der Sozialismus ist "der diametrale Gegenpol zum Judentum, das die Inkarnation des Hasses darstellt" . Das Prinzip des Judentums, das in seiner modernen Form als nationaler oder - noch gefährlicher - als kultureller Zionismus auftritt, sei: "Du sollst alle Völker fressen!" Diesem Prinzip des imperialistischen "Völkermordes" hat der Sozialismus laut Joseph Goebbels "den Krieg angesagt" . Deshalb musste das Judentum bzw. der Zionismus den Sozialismus beseitigen.

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Die konformistische Dauerrevolte Neuer Rechter aus der Linkspartei

Kategorie: Neue Rechte, Völkisches Denken, Rassismus
19. September 2010
Heinz Gess
3382 Zugriffe
Am 09.September 2010 wurde folgende Presseerklärung auf der offiziellen Homepage der Partei DIE LINKE veröffentlicht: "Merkels Affront gegen Muslime“. Darin bewertet Christine Buchholz, Mitglied des geschäftsführenden Parteivorstands der LINKEN, die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Preisverleihung für Kurt Westergaard  als "gezielte Provokation". Buchholz erklärt: „Angela Merkels demonstrative Unterstützung von Westergaard ist ein Affront gegen Muslime. Sie springt damit auf den islamfeindlichen Zug von Thilo Sarrazin auf. Westergaard unterstellt mit seinen Karikaturen der islamischen Religion und damit allen Muslimen (sic!) Gewalttätigkeit. Er hatden Islam als terroristisch und reaktionär verunglimpft. Wo eine Religion oder eine Kultur pauschal verurteilt wird, hört Pressefreiheit auf und fängt Rassismus an."
                                   
Ich kritisiere die Presserklärung im Folgenden mit dem Ziel, nachzuweisen, dass diese Erklärung nicht „links“ - sofern dieser Begriff überhaupt noch etwas besagt und nicht nur zu einem bloßen Etikett heruntergekommen ist -, nicht anti-rassistisch und nicht emanzipatorisch ist, sondern dass es sich hierbei um einen rechten, „konservativ-revolutionären“, anti-emanzipatorischen und (kultur-) rassistischen Text handelt, der rechten Denkformen sehr nahe steht. Dann stelle ich die Erklärung in ihren politischen Kontext ein  und bringe den politischen Gehalt dieser Politik auf seinen - kritischen - Begriff.
Heinz Gess

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Deutschland: ein multi-religiöser Staat?

Kategorie: Religionskritik
09. Oktober 2010
Heinz Gess
2318 Zugriffe
oder
über den Verrat am demokratischen Staat durch den Richter am VerfG Dr. Dr. Di Fabio

Im Zeitartikel „Ein Kulturkampf findet nicht statt. Passt der Islam zur deutschen Verfassung? Der Juristentag gibt eine politische Antwort“ (Die Zeit Nr. 40 (30. 09. 2010) von Heinrich Wefing wird behauptet, der deutsche Juristentag habe die überraschende Antwort gegeben, der Islam passe zur deutschen Verfassung, und diese Antwort sodann kritiklos verteidigt. Damit bewegt sich auch dieser Artikel wieder auf der altbekannten Linie der „Zeit“, die ich in anderen Artikeln bereits schon als „Verrat an der Aufklärung“ und „Heulen mit den anti- demokratischen Wölfen“ gekennzeichnet habe.
Es mag sein, dass der deutsche Juristentag in bedenkenlosem Konformismus zu der von Wefing referierten und für gut befundenen Antwort gefunden hat. Das soll hier nicht überprüft werden. Ist es aber so – davon gehe ich im nachfolgenden Artikel aus, so wäre die Antwort des Juristentage eine von Grund auf falsche. Das möchte ich im Folgenden in 6 Thesen nachweisen.

Heinz Gess

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Max Horkheimers Sicht der "traditionellen und kritischen Theorie "

Kategorie: Kritische Theorie
18. März 2005
Heinz Gess
16288 Zugriffe
Referat des Aufsatzes von Horkheimers Aufsatz "Traditionelle und kritische Theorie"  (1937) mit Kommentierungen und kritischen Anmerkungen.
Der Aufsatz formuliert das Programm der kritischen Theorie der Gesellschaft und grenzt es von der traditionellen Theoriebildung in den Sozialwissenschaften ab.

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Der mit den Wölfen heult. Über die deutsche Kumpanei mit dem Islamismus - Teil 1

Kategorie: Ideologie- und Religionskritik
26. März 2006
Heinz Gess
12607 Zugriffe
Es hat lange gedauert, aber nun endlich hat sich auch Helmut Schmidt, das Plapperorgan der deutschen Ideologie, zusammen mit den ehemaligen sozialistischen Regierungschefs Fraser, Miyazawa, Carlson, Majali, in seiner Hauszeitung zum "Karikaturenstreit" und seinen Folgen geäußert und, wie zu erwarten stand, der dänischen Zeitung und der dänischen Regierung, nicht aber den fanatischen muslimischen Demagogen, die den Mob mit Lug und Trug aufhetzten, "Verantwortungslosigkeit" bescheinigt. Kaum ein Artikel der letzten Zeit gibt den Geist der geistlosen Zustände in Deutschland, das Elend der geistigen Verhältnisse, so trefflich wieder wie dieser Artikel. Deshalb halte ich eine Stellungnahme zu diesem Artikel für geboten. Ich gehe dabei so vor, dass ich in einem ersten Teil die wichtigsten Feststellungen oder "Argumente" Schmidts, die kaum so zu nennen sind, weil der Artikel nirgendwo kritisch prüft und argumentiert, sondern unablässig Setzungen vornimmt, im Einzelnen diskutiere.

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Religion, Verantwortung und Emanzipation

Kategorie: Kritische Theorie
26. März 2006
Heinz Gess
9761 Zugriffe
Der mit den Wölfen heult: Über die deutsche Kumpanei mit dem Islamismus
Teil 2


Gliederung:
1. Oberste Maximen des deutschen Mainstreams
2. Minima moralia und die angebliche Militarisierung des Denkens

Was man so Mitläufertum nennt, war primär Geschäftsinteresse: dass man seinen eigenen Vorteil vor allem anderen wahrnimmt, und um sich nur ja nicht zu gefährden, sich nicht den Mund verbrennt. Das ist ein allgemeines Gesetz des Bestehenden. Das Schweigen unter dem Terror war nur dessen Konsequenz. Die Kälte der gesellschaftlichen Monade, des isolierten Konkurrenten, war als Inbegriff gegen das Schicksal der anderen die Voraussetzung dafür, dass nur ganz wenige sich regten. Das wissen die Folterknechte; auch darauf machen sie stets erneut die Probe. (Adorno)

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Jargon der Eigentlichkeit. Zur Deutschen Ideologie

Kategorie: Kritische Theorie
28. August 2006
Theodor W. Adorno
8341 Zugriffe
Echheit, Authentizität oder "mit sich selbst identisch sein", nicht mit dem "kleinen Selbst, sondern dem "großen kosmischen Selbst", sind heutzutage die äquivalenten Begriffe für "Eigentlichkeit". Nur die Spielmarke, das Etikett hat sich gewandelt, sonst aber ist die "deutsche Ideologie " der Nachkriegszeit, die Adorno im "Jargon der Eigentlichkeit" kritisiert, in ihren Grundzügen dieselbe geblieben. Sie wird heute aber nicht mehr nur in evangelischen Akademien oder philosophischen Seminaren, in denen der großen Meister, allen voran Heidegger, gedacht wird, propagiert, sondern vor allem im Fachbereich Sozialwesen. Hier ist der Jargon der Echtheit und Authentizität, die Beschwörung der Archetypen und des uranfänglich Eigenen, der kollektiven Identität, die man zu "individuieren" habe, weil man sonst "seelisch krank" werde, schon seit langem zur Leitideologie geworden.

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Horkheimer: Kritik der instrumentellen Vernunft

Kategorie: Kritische Theorie
18. März 2005
Heinz Gess
8467 Zugriffe
Referat und Kommentare zu Horkheimers Schrift "Zur Kritik der instrumentellen Vernunft", in ders., Ges. Schriften, Bd.6, Franfurt/M. 1991

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Adorno - mon amour! Zur Dialektik der 68er

Kategorie: Kritische Theorie
25. November 2009
Ottmar Mareis
6125 Zugriffe
Ottmar Mareis veröffentlicht in diesem sehr lesenswerten Essay erstmalig Vorstudien zu einer  Ideologiekritik der Theorie der „reflexiven Modernisierung“. Im  Mittelpunkt der Kritik stehen die 68er Jürgen Habermas, Heiner Keupp und Ulrich Beck. Statt eines Kommentars möchte ich dieses Mal ein Zitat aus dem Text bringen, das sehr schön deutlich macht, worum es Ottmar Mareis (u.a.) geht: 

 

 

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Die neue Rechte und ihr (pseudo- )linkes Gegenstück

Kategorie: Neue Rechte, Völkisches Denken, Rassismus
12. März 2005
Heinz Gess
7605 Zugriffe
Kulturrevolution von Rechts im Jargon des linken Kulturrelativismus

Das den Faschismus ideologisch erzeugende Projekt, dem die Vorstellung zugrundeliegt, die Gesellschaft sei ein verwilderter Garten, in dem der »konservative Revolutionär« als Gartenbauarchitekt nach einem von ihm konstruierten, die ökologischen Gesetzmäßigkeiten berücksichtigenden Plan die Ordnung wiederherzustellen und alles zu jäten und mit der Gartenschere abzuschneiden habe, was sich ihr nicht fügt, ist nicht tot, sondern lebt unter Berufung auf das vornehme Wort »Kultur« oder, wie es heute meist heißt, »nationale Identität« fort. Mit ihm lebt die alte Bedrohung alles dessen fort, was "der Gärtner" für Unkraut hält und das Adorno  mit den realen Abstraktionen, nach denen der Gärtner das "ökologische Gleichgewicht" und der Systemingenieur im Allgemeinen das systemische Gleichgewicht herstellen will, das Nichtidentische nennt.

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Kredit, Kapital und Krise - Von der Überakkumulation des Kapitals zur aktuellen Krise des Geldes

Kategorie: Kritik der Politischen Ökonomie
26. September 2008
Hans Peter Büttner
4347 Zugriffe
 

Die Krise

Wenn die Börsenkurse fallen
regt sich Kummer bei fast allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben.
Treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
.......
Fortsetzung s. erweiterte Einführung

1. Kredite und "Subprimes"
2. Wie lief die Hypothekenkrise ab?
3. Die nächste Stufe der Finanzkrise
4. Staatsverschuldung und der Niedergang der Geldform
5. Neue Barbarei oder Ende des Kapitalfetischs

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Das verletzte religiöse Gefühl und die Religion als Herrschaftsform. - Gedanken zum Streit um die Mohammedkarikaturen

Kategorie: Kritische Theorie
07. Februar 2006
Heinz Gess
7835 Zugriffe
 

Heute (18.02.06) las ich in der Tageszeitung, Günther Grass sei zu der bemerkenswerten Erkenntnis gekommen, dass die Mohammed-Karikaturen in der konservativen Tageszeitung Jyllands-Posten ihn "an die berühmte Zeitung der Nazi-Zeit, den Stürmer", erinnern. Dort, meint er, "wurden antisemitische Karikaturen desselben Stils veröffentlicht"

 

Nun sind aber die Karikaturen im Jyland-Posten alles andere als antisemitisch, wie ich in meinem Artikel zeige. Sie denunzieren vielmehr eine schlechte, marode Herrschaftsform, die in islamischen Ländern verbreitet ist und sich religiös legitimiert. Diese marode Herrschaft, deren Führer einst mit Nazis paktierten, - nicht die dänische Zeitung - produziert in den von ihr kontrollierten arabischen Medien Tag für Tag antisemitische Hetzkarikaturen, wie sie im Stürmer üblich waren (s.mein Artikel), ohne dass Grass in schlechter deutscher Tradition je ein Wort darüber verloren hätte. Die dänische Tageszeitung dagegen denunziert mit ihren Karikaturen diese üble Herrschaftspraxis und ihre willigen religiösen Helfer. Aber das mag der deutsche Verstand einfach nicht begreifen. Er und sein Fürsprecher Grass können nicht davon lassen, die Juden, heute insbesondere den Judenstaat, für das Übel der Welt zu erklären und jene, die sie und ihn mit Stürmerkarikaturen, Kamikazekriegsführung und demnächst mit dem nuklearen Holocaust bedrohen, vor jeder und gegen jede Erfahrung für Gutmenschen zu halten. Weil Grass sich selbst für "moralisch gut" und die Deutschen, die 1945 in der Dresdner Bombennacht und auf der Wilhelm Gustloff umkamen, für unschuldige Opfer des alliierten Terrors hält, müsssen die Anderen böse Täter gewesen sein. Weil das Böseste für die postfaschistischen deutschen Ideologen von heute die Nazis sind, von denen sie sich um ihrer Akzeptabilität willen auf's Entschiedenste distanzieren müssen, die Deutschen aber gut, müssen nach der verqueren deutschen Psycho-Logik die Amerikaner die "eigentlichen Nazis" (gewesen) sein und die Deutschen als deren unschuldige Opfer die "eigentlichen Juden". Und die Juden, die von Deutschen ermordet wurden, oder die wenigen, die entronnen waren und mit der amerikanischen Armee als Sieger nach Deutschland zurückkamen oder aber in das Land zurückgekehrt waren, aus dem ihre Vorväter einst unter schrecklichen Umständen vertrieben worden waren, und die sich dort ihrer Haut zu wehren wussten? Nun, sie müssen nach dieser deutschen Psycho-Logilk ebenfalls "eigentliche Nazis" sein. Auf diese Weise werden dann zwangsläufig auch der Mufti von Jerusalem, der mit den Nazis zusammenarbeitete und sich mit großem Engagement an deren Vernichtung beteiligte, seine ideologischen Erben, die den Judenmord zum Programm erhoben haben, und politischen Regime, die dieses Programm fördern, zu "eigentlichen Juden " und die konservative dänische Tageszeitung, die die schlechte Herrschaft dieser "Eliten" denunziert, umgekehrt zum "Nazi-Stürmer." Das ist deutsche Psycho-Logik.

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