Erinnerungspolitische Transformationen und koloniale Gewalt Der folgende Text von Monika Albrecht rekonstruiert die Kritik der indischen Wissenschaftsphilosophin Meera Nanda am post- und dekolonialen Denken, die ein Einspruch aus dem sogenannten „Globalen Süden“ selbst ist. Im Zentrum des Textes steht die These, dass zentrale Motive postkolonialer Theorie – die Relativierung universaler Rationalität, die Aufwertung „subalternen Wissens“, der Angriff auf Wissenschaft und Aufklärung sowie der strategische Essentialismus – nicht emanzipatorisch wirken, sondern in eine neue Form der Gegenaufklärung umschlagen.
Anhand der Arbeiten von Gayatri Chakravorty Spivak, Dipesh Chakrabarty und anderen zeigt der Text, wie sich postkoloniale Denkfiguren mit nationalistischen und nativistischen Bewegungen verschränken und so selbst zu einem ideologischen Instrument autoritärer Politik werden können. Die Studie verweist damit auf eine Entwicklung, in der Teile der postkolonialen Linken zur theoretischen Legitimation jener Kräfte beitragen, die sich gegen die säkulare Moderne, den Universalismus der allgemeinen, gleichen, unveräußerlichen Rechte von Individuen und die Aufklärung richten.
Heinz Gess
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