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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

F.C.F., Der Kanzler oder die Göringcollection

Kategorie: Kultur, Literatur, Musik
05. Februar 2006
Andreas Arndstedt
3542 Zugriffe

In der letzten Woche erhielt ich folgen Brief von Svenja Reinke (Hebbeltheater, Berlin)
Sehr geehrter Herr Gess,
Letztendlich auch durch Ihre engagiert-faire Berichterstattung (siehe Webside Kritiknetz 2004.) wurde die Diskussion um die Eröffnung der umstrittenen Flickausstellung im Hamburger Bahnhof erneut öffentlich geführt.
Der in Berlin lebende Autor und Schauspieler Andreas Arnstedt hat dieses Thema zu einem Theaterstück verarbeitet: "F.C.F., Der Kanzler oder die Göringcollection" welches am 04.02.2006 im Hebbeltheater Berlin durch den Schauspieler Mathieu Carrière gelesen wird.


Ich freue mich sehr, dass mein Artikel " der Erbe trägt keine Schuld". Eine kritische Untersuchung über die Ausstellung der FlickCollection in Berlin im Lichte der Kritischen Theorie und der Theorie der rationalen Herrschaft (M. Webers) dazu beigetragen hat, dass über die Thematik "F.C.F., den Kanzler oder die Göring Collection" ein Theaterstück entstanden ist. Es ist das Debütwerk von Andreas Arndstedt "F.C.F. - Der Kanzler oder die Göringcollection". Es wurde gestern im Hebbeltheater Berlin uraufgeführt.
Ich möchte mit der Veröffentlichung des Textes des Theaterstückes dazu beitragen, das Stück einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Vielleicht können Sie darauf hinwirken, dass das Theaterstück auch in Ihrer Stadt im Theater oder an ihrer Hochschule aufgeführt wird.

"F.C.F. - Der Kanzler oder die Göringcollection" Mathieu Carriere liest das Debütwerk seines Schauspielerkollegen Andreas Arnstedt

Im Rahmen des Berliner Theaterfestivals 100° (02.02.-05.02.2006) liest Mathieu Carriere am Samstag, 04. Februar 2006, 20.00 Uhr, im HAU 1 "F.C.F - Der Kanzler oder die Göringcollection" - Friedrich Christian Flick (F.C.F.) ist die Hauptperson in Andreas Arnstedts Zeitstück über persönliche Schuld und nationales Vergessen, über die Macht der Politik und die Ohnmacht rechtlicher Grundsätze, aber auch über die Endlichkeit der Schuld des Einzelnen im Kreislauf der Geschichte.
2004 wurde die umstrittene Flickausstellung im Hamburger Bahnhof Berlin eröffnet. Während der Senat von Berlin und die Stiftung Preussischer Kulturbesitz gegen alle Einwände und Bedenken an der umstrittenen "Flick Collection" festhielten, war es der Kanzler, Gerhard Schröder, der durch sein persönliches Eingreifen den bisherigen Blick auf die deutsche Nachkriegsgeschichte zum Nachteil der Opfer veränderte. Das Hofieren F.C.Flicks durch die Rot-Grüne Bundesregierung und nahezu alle Oppositionsparteien, ließ den Ruf nach einer späten Entschädigung der Zwangsarbeiter verblassen, die Forderung nach einer Begleitausstellung über die Herkunft der Flickmillionen gar lächerlich wirken.
Der Kanzler eröffnet als Festredner die Ausstellung eines Mannes, dessen Vermögen zum Großteil aus der Arbeit von Zwangsarbeitern stammt und der diesen historischen Fakt nie anerkannte; Minister, die sich Macht ihres Amtes schützend vor F.C.F. stellen, die Forderung der Zwangsarbeiter ignorieren und Entschuldigungen als "unnötige Bußrituale" bezeichnen, stimmen hier mit dem Geschichtsbild der erstarkten NPD überein.
Nach dem verspäteten Aufschrei des Zentralrates der Juden, der Begriffe wie "Blutgeld" in die Öffentlichkeit brachte, sah sich die Berliner Regierung zu Stellungnahmen genötigt, die letztendlich den geschichtsvergessenen Politiker entlarvte.
Der in Berlin lebende Schauspieler und Autor Andreas Arnstedt wurde einem breiten Publikum durch die Fernsehserie "Und Tschüss" unter dem Kultregisseur Wolfgang Büldt (Manta-Manta) bekannt. Danach folgten zahlreiche Hauptrollen in Serien und Fernsehfilmen, Theaterengagements in Freiberg, München und Köln. Aktuell dreht er für das ZDF die "Küstenwache". 2004 realisierte Andreas Arnstedt seinen ersten Dokumentarfilm über den Caster Horst Scheel, welcher in der Schweriner Filmnacht Premiere hatte.
Mattieu Carrière begann seine schauspielerische Laufbahn bereits im Alter von 13 Jahren. Unter der Regie von Rolf Thiele, Volker Schlöndorff, Andrzej Wajda, Robert Van Ackeren wurde er zum international gefeierten Star. Mathieu Carrière beschränkt sich nicht aufs Schauspielen. Er gibt Lesungen, arbeitet schriftstellerisch, publizierte bereits 1981 das Essay: "Für eine Literatur des Krieges, Kleist". 1986 inszeniert er in Spoleto die Verdi Oper "Rigoletto". 2001 gibt er in der Hamburger Fabrik sein Debüt als Dramatiker mit "Die Wette". Berlin, 16. Januar 2006


Link zum Artikel (PDF): "F.C.F., Der Kanzler oder die Göringcollection ". Klicken Sie bitte hier.

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