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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
ISSN 1866-4105

Versuche über Un-Wirklichkeit

Details
Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Freitag, 28. Dezember 2012 10:59
Geschrieben von Gerhardt Stapelfeldt
Zugriffe: 1416


Wie der neoliberale Fetischismus sich zu einer imaginären Welt verdoppelt und dadurch das Land Utopia besetzt

Solange die Menschen ihre Geschichte ohne Bewusstsein und bewussten Willen machen, glauben sie sich mythologischen, religiösen und metaphysischen (Schicksals-) Mächten als herrschenden Subjekten der Geschichte unterworfen und fetischisieren sie zur eigentlichen Realität hinter der Welt des bloßen Scheins.

In der folgenden Studie „Versuche über Unwirklichkeit“ stellt Stapelfeldt dar, dass die neueste Gestalt dieses imaginierten, unwirklichen kollektiven Unbewussten „das Gesellschaftlich-Imaginäre“ ist. Er bestimmt es als ‚Welt des Denkens, das sich absolut gegen das Nicht-denken verselbständigt wähnt, seine Genese nicht zu erinnern vermag und sich absolute Herrschaft’ anmasst, als „Welt der losgelassenen Omnipotenzphantasie“ des totalitären, „rationalisierten, von Göttern gereinigten Fetischismus“. (Stapelfeldt, S. 2) Das geschieht in mehreren Schritten. Zunächst stellt er kurz die Entwicklung von der bürgerlichen Aufklärung (liberalistische Epoche) bis zur Implementation des Neoliberalismus als Reaktion auf die Krise des staatsinterventionistischen Kapitalismus und auf das sich abzeichnende ökologische Krisenszenario (Club of Rome, Grenzen des Wachstums) dar.

Implementiert in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts setzte sich der postmoderne Neoliberalismus alsbald gegen den bis dahin dominierenden Staats-interventionismus durch und wurde in den 90er Jahren unter wechselnden Labeln zum herrschenden ökonomischen und kulturellen ideologischen Code der sich zur Totalität aufspreizenden Marktgesellschaft: ökonomisch unter dem Label „Globalisierung“, kulturell unter den Labeln „Postmoderne“ oder „New Age“, psychologisch als „transpersonale“ („humanistische“) Psychologie“ und soziologisch als „Systemtheorie“. Seine ideologische Attraktivität besteht darin, dass er „die endliche Basis der Kapitalakkumulation zu überwinden“ und somit „einen krisenfreien Kapitalismus zu konstituieren“ (a.a.O., S. 8) verspricht. Das soll mit Hilfe dreier Technologien möglich werden: Biotechnologie, Informationstechnologie, Reaktortechnologie oder Öko-Technologie als funktional äquivalente, aber weniger risikoreiche Alternativen zur Atomtechnologie. Im Resultat führte die Anwendung dieser Technologien zur Konstitution einer „ent-stofflichten, imaginären Gesellschaftswelt“ des total verselbständigten Tauschwerts (a.a.O., S. 7), d. h. eines „Zustandes der vollendeten Verdinglichung der Welt“, in dem es „keine Natur mehr gibt“. (Adorno, GS 11, S. 285). In dieser Welt scheinen Gesellschaft und Natur „in einem imaginär-entstofflichten Kosmos“ verschmolzen. „Ökonomisch scheint der Wert der Waren absolut verselbständigt, so dass die Selbstbeziehung des Werts als Kapital durch kein Nichtidentisches vermittelt ist.“ (a.a. O., S. 8)

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Geist der Utopie

Details
Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Dienstag, 05. März 2013 18:50
Geschrieben von Gerhard Stapelfeldt
Zugriffe: 965

Würdigung und Kritik des gleichnamigen Buches von Ernst Bloch

Gerhard Stapelfeldt legt im folgenden Essay dar, dass Blochs "Geist der Utopie" zwei Seiten hat. Auf der einen Seite (1) ist es eine vehemente Kritik des verdinglichten gesellschaftlichen Kosmos instrumenteller Vernunft, die in gewisser Weise vorwegnimmt, was rund ein Jahrzehnt später im Frankfurter Institut für Sozialforschung zum Programm der "Kritischen Theorie der Gesellschaft" wird. Diese Seite würdigt Stapelfeldt sehr ausführlich. Auf der anderen Seite (2) bleibt die Kritik Blochs durch die Form ihrer Durchführung aber auch dem von ihr Kritisierten wesentlich verhaftet. Sie durchdringt es nicht in immanenter Kritik, sondern setzt sich ihr nur äußerlich-dogmatisch entgegen. Insofern verfehlt sie den Anspruch, den die dialektische, historisch-materialistische Kritik der in sich widersprüchlichen gesellschaftlichen Faktizität als Selbstverständigung der Bewegung der Emanzipation an sich stellen muss.

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Melancholische Weltveränderung

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Kategorie: Antisemitismus
Veröffentlicht am Montag, 22. April 2013 16:09
Geschrieben von Sebastian Kneitschel
Zugriffe: 875

Bemerkungen zu Adornos "Erziehung nach Auschwitz" und zur Bekämpfung des Antisemitismus heute

Der  Autor zeigt in diesem Essay auf, dass sich im Anschluss an die „Studien über Autorität und Vorurteil“ (1944), das Gruppenexperiment „Schuld  und Abwehr“ sowie  Adornos Vortrag über „Erziehung nach Auschwitz“ (1966)  im deutschen Sprachraum stark verkürzte Rezeptionslinien der kritischen Theorie des Antisemitismus etabliert haben. Sie verkennen den Kern des Vernichtungsantisemitismus systematisch, indem sie ihn auf eine spezifische Erscheinungsform von rassistischem Vorurteil reduzieren und die Kritik des Antisemitismus in die historisch vergleichende Genozidforschung einbetten wollen, so dass die bürokratisch verwaltete und teilweise  industriell  betriebene Vernichtung der Juden durch Nazideutschland  nur noch als ein Genozid unter vielen anderen  Genoziden erscheint. Das ist zwar weder der kritischen Theorie im Allgemeinen noch Theodor W. Adorno im Besonderen vorzuwerfen, sondern zeugt von den „Grenzen der Aufklärung“ (Detlev  Claussen) in der spätkapitalistischen Gesellschaft insbesondere im europäischen Reich deutscher Nation, wo die kapital-affirmative, kulturindustrielle Dialektik der Aufklärung den strukturellen Antisemitismus in Verbindung mit der antisemitischen völkischen Ideologie im Gewand postmoderner Aufklärung neu wieder zum herrschenden kulturellen Code macht. 

Gleichwohl aber befinden sich unter jenen, die solche  verkürzenden und darum falschen Rezeptionen der kritischen Theorie des Antisemitismus verbreiten, auch postmoderne „Epigonen“ (Kneitschel) Adornos. Deshalb stellt sich im Nachhinein doch die  berechtigte Frage, ob nicht auch einige Texte Adornos, für sich genommen, solche verkürzten Rezeptionen ermöglichen bzw. sich als Vorwand für die angesprochenen Verkehrungen eignen. Der Autor des Essays ist dieser Auffassung und hält namentlich die oben genannten Texte, die durchweg nur sozial-psychologisch  argumentieren, ohne zugleich auf die Kritik des Werts/Kapitals bzw. der bloß  instrumentellen Vernunft zu rekurrieren, für geeignet, „der Auflösung der qualitativen   Konturen des Antisemitismus  in Minoritätenfeindschaft (und Rassismus) Vorschub zu leisten“. Diese Auflösung aber würde in der heutigen Zeit zum Umschlag von Aufklärung über den postnazistischen Antisemitismus  in Gegenaufklärung in Form des antisemitischen Antizionismus oder des islamischen Antisemitismus beitragen. Deshalb plädiert der Autor vehement für die „Re-Akzentuierung des ideologiekritischen Kerns der Erziehung nach Auschwitz“ und trägt dazu  in den Abschnitten IV bis VII einige bemerkenswerte Überlegungen bei.

Heinz Gess 

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Der Aufstieg des Individuums in der Renaissance. Religiöse Rationalisierung, die Freiheit des Christenmenschen und der frühbürgerliche Judenhass

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Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Samstag, 22. Dezember 2012 11:02
Geschrieben von Gerhard Stapelfeldt
Zugriffe: 1357

Stapelfeldt erläutert in der folgenden Abhandlung zunächst den historischen Kontext der religiösen Individualisierung im späten Mittelalter. Sie war danach Folge des Zerfalls des mittelalterlichen, religiös gestützten Mythos der Welteinheit infolge einer Krisenkonstellation von Katastrophen. Die Krise führte ökonomisch zum Übergang von der alten Ökonomie der Hauswirtschaft zur Chrematistik, d. h. zum Kapitalismus in Form des Kaufmanns- und Verlagskapitalismus. Der Fortgang der Ware-Geld-Ware-Tausch zum Geld-Ware-Geld-Tausch und damit die Erhebung des Geldes zum Selbstzweck wirtschaftlichen Handelns bedeutete philosophisch, dass der am Tausch gewonnene Logos Selbständigkeit und Identität erlangte – allerdings erst in Gestalt Gottes - und sich die Vorstellung des Individuums als des innerlich freien selbständigen Menschen in unmittelbarer Einheit mit dem Logos (Gott), dem Identisch-Allgemeinen, ausbildete. „Es konstituierte sich in Form der metaphysischen Identität“ (S. 4)

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Standortbestimmung der kritischen Theorie der Gesellschaft

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Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Donnerstag, 05. April 2012 17:06
Geschrieben von Lars Heitmann alias Lars Meyer
Zugriffe: 2314

über Adorno, Luhmann und Habermas

Adorno begreift, so Meyer, die moderne Gesellschaft als spezifische Totalität, d.h. als Faktizität verselbständigter Gesellschaftlichkeit mit der Warenform, in der sich der für die moderne Gesellschaft konstitutive Umschlag des Gesetzes des Eigentums in das Gesetz der Akkumulation des Kapitals, d. i. in die Herrschaft des Eigentums über die eigentumslosen Arbeiter versteckt, im Zentrum ihrer Konstitution.  Er formuliert vor diesem Hintergrund zugleich eine Kritik der herrschenden positivistischen Soziologie und Psychologie, in der sich der Dualismus dieser beiden wissenschaftlichen Disziplinen "als sich selbst undurchsichtige Artikulation der Erfahrung von Verselbständigung erweist" (Meyer, S. 28). Diese Kritik versetzt in die Lage, zu explizieren, dass sowohl die soziologische Systemtheorie Luhmanns als auch die Theorie des kommunikativen Handelns von Habermas diese spezifische Realform bzw. diese spezifische Weise verselbständigter Gesellschaftsstruktur verfehlen. Die Eigenlogizität und Eigendynamik der spezifisch kapitalistischen Gesellschaftsform bleibt für diese Theorien "ein Buch mit sieben Siegeln. Die differenzierungstheoretische Reifizierung gipfelt im Luhmannschen Begriff der 'funktionalen Differenzierung',..., sowie in einer von Habermas mit dem Begriff der 'funktionalistischen Vernunft prätendierten objektiven Vernunftmetaphorik." (Meyer S. 29) Beide Differenzierungstheorien bewegen sich damit "in einem unauflöslichen Dilemma: nur unter der Voraussetzung, dass sie den Strukturzusammenhang der Gesellschaft in verkürzter Weise als Gegenstand formulieren, indem sie gerade den Verselbständigungs- und Zwangscharakter, die Irrationalitäten und die Krisenhaftigkeit dieser Gesellschaft zum Akzidens erklären, können sie eine funktionalistische Begriffsbildung einführen, die eine harmonistische Konzeption von Gesellschaftsstruktur erlaubt, welche sich in der Auseinandersetzung mit der erfahrenen Wirklichkeit aber immer wieder als problematisch oder gar aporetisch erweist." (Meyer, ibd.)

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Judith Butler und Theodor W. Adorno im historisch-gesellschaftlichen Kontext

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Kategorie: Antisemitismus
Veröffentlicht am Donnerstag, 06. September 2012 09:21
Geschrieben von Heinz Gess
Zugriffe: 4256

Im folgenden Essay arbeite ich die Implikationen und theoretischen Voraussetzungen der politischen Einschätzungen und Stellungnahmen von Judith Butler und Th. W. Adorno zu Israel und dem Antizionismus/Antisemitismus heraus und reflektiere ihre Funktion im jeweiligen historisch-gesellschaftlichen Kontext.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Preisverleihung an Judith Butler ein Fehlgriff ist, der einem wissenschaftlichen Skandal gleichkommt, weil hier eine fraglos bekannte Literaturwissenschaftlerin, die Adornos Werk und die ihm zugrunde liegende Intention ins Gegenteil verkehrt, ausgerechnet unter Berufung auf Adorno geehrt werden soll. Das ist um der Wahrheit in der Sache willen, nicht hinnehmbar.

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Kommentare (7)

Postmodernes New Age und die kritische Theorie der Gesellschaft

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Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Samstag, 19. März 2005 16:43
Geschrieben von Heinz Gess
Zugriffe: 9024
Ich stelle die These auf, daß die Lehre vom New Age, wie sie seit den achtziger Jahren auch und vor allem in Deutschland boomt, ein gegen die Linke, gegen die individuelle und gesellschaftliche Emanzipation von Herrschaft und gegen die Forderungen der Moderne nach Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität gerichtetes Projekt ist. Sie dient in der Krise dieser Tage, in der erneut ein Rationalisierungsschub die gesellschaftlichen Verhältnisse transformiert, dazu, die Menschen bei der Stange zu halten und sie zu lehren, die negativen Konsequenzen dieses Rationalisierungsschubs in präventivem Einverständnis mit dem großen Ganzen, dessen Dynamik so undurchschaubar ist wie die Wege Gottes unerkennbar sind, demütig hinzunehmen, die aufbegehrenden Impulse durch immerwährendes "positives Denken" zum Kuschen zu bringen und die Herrschaft der "Eliten", die durch mögliche Proteste bedroht würde, zu stabilisieren.

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Gesellschaftliche Herrschaft und Antisemitismus in der Weltgesellschaft

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Kategorie: Antisemitismus
Veröffentlicht am Donnerstag, 06. September 2012 09:48
Geschrieben von Heinz Gess
Zugriffe: 1724
Zur Kritik aller Formen der antisemitischen Ideologie und Rebellion
Der Antijudaismus und Antisemitismus ist mehr als nur ein gewöhnliches Vorurteil gegenüber dem Fremden und Anderen, das durch Aufklärung und Prüfung an der Erfahrung widerlegt werden könnte. Der Antisemitismus wohnt, wie Adorno es für die Ideologie, den realen Schein von Freiheit und Gleichheit in der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise, generell behauptet, dem gesellschaftlichen Sein selbst inne und wird von ihm bewusstlos immer wieder neu genährt. Beides gilt es zu beachten, nämlich (1) dass der Antisemitismus/Antijudaismus so etwas ist wie eine "objektive Gedankenform" im Marxschen Sinne und (2) dass die antisemitischen Assoziationen, in deren Zentrum der Hass steht, weitgehend im Unbewussten ablaufen. Was an die Oberfläche kommt, sind zumeist nur vom Über-Ich und Ich durchgelassene Rationalisierungen des Hasses auf die Juden und der mit diesem Affekt gekoppelten Assoziationen. Das Unbewusste aber kennt nach Freud keinen Widerspruch. In ein und derselben Symptomhandlung kann sowohl das Verdrängte als auch das Verdrängende zugegen sein. Sie ist die bewusstlose Einheit eines unaufgelösten Widerspruchs. So ist es auch mit dem "Bild des Juden", das der Antisemit in die Anderen projiziert, die er mit seinem Hass verfolgt. Es ist die falsche Projektion des realen gesellschaftlichen Antagonismus, der objektiven gesellschaftlichen Unversöhntheit auf die Juden.
(es handelt sich bei diesem Essay um eine gekürze und leicht überarbeitete Fassung eines früheren Textes ,der im Kritiknetz unter dem Link http://bit.ly/QnOR7y veröffentlicht ist)
Heinz Gess
 

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Kommentare (1)

Max Horkheimers Sicht der "traditionellen und kritischen Theorie "

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Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Freitag, 18. März 2005 17:32
Geschrieben von Heinz Gess
Zugriffe: 19462
Referat des Aufsatzes von Horkheimers Aufsatz "Traditionelle und kritische Theorie"  (1937) mit Kommentierungen und kritischen Anmerkungen.
Der Aufsatz formuliert das Programm der kritischen Theorie der Gesellschaft und grenzt es von der traditionellen Theoriebildung in den Sozialwissenschaften ab.

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Manifest der emanzipatorischen Linken

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Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Mittwoch, 20. Februar 2008 08:27
Geschrieben von Heinz Gess
Zugriffe: 8016

"Sozialismus: das ist die Brücke von links nach rechts" schreibt Goebbels 1929 und begründet diese Richtschnur seiner politischen Propaganda in der Wendezeit zwischen 1929 und 1934 im Wesentlichen mit den beiden folgenden Argumenten:

1. Der Sozialismus ist "der diametrale Gegenpol zum Judentum, das die Inkarnation des Hasses darstellt" . Das Prinzip des Judentums, das in seiner modernen Form als nationaler oder - noch gefährlicher - als kultureller Zionismus auftritt, sei: "Du sollst alle Völker fressen!" Diesem Prinzip des imperialistischen "Völkermordes" hat der Sozialismus laut Joseph Goebbels "den Krieg angesagt" . Deshalb musste das Judentum bzw. der Zionismus den Sozialismus beseitigen.

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Jargon der Eigentlichkeit. Zur Deutschen Ideologie

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Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Montag, 28. August 2006 18:02
Geschrieben von Theodor W. Adorno
Zugriffe: 10480
Echheit, Authentizität oder "mit sich selbst identisch sein", nicht mit dem "kleinen Selbst, sondern dem "großen kosmischen Selbst", sind heutzutage die äquivalenten Begriffe für "Eigentlichkeit". Nur die Spielmarke, das Etikett hat sich gewandelt, sonst aber ist die "deutsche Ideologie " der Nachkriegszeit, die Adorno im "Jargon der Eigentlichkeit" kritisiert, in ihren Grundzügen dieselbe geblieben. Sie wird heute aber nicht mehr nur in evangelischen Akademien oder philosophischen Seminaren, in denen der großen Meister, allen voran Heidegger, gedacht wird, propagiert, sondern vor allem im Fachbereich Sozialwesen. Hier ist der Jargon der Echtheit und Authentizität, die Beschwörung der Archetypen und des uranfänglich Eigenen, der kollektiven Identität, die man zu "individuieren" habe, weil man sonst "seelisch krank" werde, schon seit langem zur Leitideologie geworden.

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Die neue Rechte und ihr (pseudo- )linkes Gegenstück

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Kategorie: Neue Rechte, Völkisches Denken, Rassismus
Veröffentlicht am Samstag, 12. März 2005 13:56
Geschrieben von Heinz Gess
Zugriffe: 8923
Kulturrevolution von Rechts im Jargon des linken Kulturrelativismus

Das den Faschismus ideologisch erzeugende Projekt, dem die Vorstellung zugrundeliegt, die Gesellschaft sei ein verwilderter Garten, in dem der »konservative Revolutionär« als Gartenbauarchitekt nach einem von ihm konstruierten, die ökologischen Gesetzmäßigkeiten berücksichtigenden Plan die Ordnung wiederherzustellen und alles zu jäten und mit der Gartenschere abzuschneiden habe, was sich ihr nicht fügt, ist nicht tot, sondern lebt unter Berufung auf das vornehme Wort »Kultur« oder, wie es heute meist heißt, »nationale Identität« fort. Mit ihm lebt die alte Bedrohung alles dessen fort, was "der Gärtner" für Unkraut hält und das Adorno  mit den realen Abstraktionen, nach denen der Gärtner das "ökologische Gleichgewicht" und der Systemingenieur im Allgemeinen das systemische Gleichgewicht herstellen will, das Nichtidentische nennt.

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Der mit den Wölfen heult. Über die deutsche Kumpanei mit dem Islamismus - Teil 1

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Kategorie: Ideologie- und Religionskritik
Veröffentlicht am Sonntag, 26. März 2006 13:17
Geschrieben von Heinz Gess
Zugriffe: 14580
Es hat lange gedauert, aber nun endlich hat sich auch Helmut Schmidt, das Plapperorgan der deutschen Ideologie, zusammen mit den ehemaligen sozialistischen Regierungschefs Fraser, Miyazawa, Carlson, Majali, in seiner Hauszeitung zum "Karikaturenstreit" und seinen Folgen geäußert und, wie zu erwarten stand, der dänischen Zeitung und der dänischen Regierung, nicht aber den fanatischen muslimischen Demagogen, die den Mob mit Lug und Trug aufhetzten, "Verantwortungslosigkeit" bescheinigt. Kaum ein Artikel der letzten Zeit gibt den Geist der geistlosen Zustände in Deutschland, das Elend der geistigen Verhältnisse, so trefflich wieder wie dieser Artikel. Deshalb halte ich eine Stellungnahme zu diesem Artikel für geboten. Ich gehe dabei so vor, dass ich in einem ersten Teil die wichtigsten Feststellungen oder "Argumente" Schmidts, die kaum so zu nennen sind, weil der Artikel nirgendwo kritisch prüft und argumentiert, sondern unablässig Setzungen vornimmt, im Einzelnen diskutiere.

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Kommentare (1)

Religion, Verantwortung und Emanzipation

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Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Sonntag, 26. März 2006 14:11
Geschrieben von Heinz Gess
Zugriffe: 11173
Der mit den Wölfen heult: Über die deutsche Kumpanei mit dem Islamismus
Teil 2


Gliederung:
1. Oberste Maximen des deutschen Mainstreams
2. Minima moralia und die angebliche Militarisierung des Denkens

Was man so Mitläufertum nennt, war primär Geschäftsinteresse: dass man seinen eigenen Vorteil vor allem anderen wahrnimmt, und um sich nur ja nicht zu gefährden, sich nicht den Mund verbrennt. Das ist ein allgemeines Gesetz des Bestehenden. Das Schweigen unter dem Terror war nur dessen Konsequenz. Die Kälte der gesellschaftlichen Monade, des isolierten Konkurrenten, war als Inbegriff gegen das Schicksal der anderen die Voraussetzung dafür, dass nur ganz wenige sich regten. Das wissen die Folterknechte; auch darauf machen sie stets erneut die Probe. (Adorno)

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Horkheimer: Kritik der instrumentellen Vernunft

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Kategorie: Kritische Theorie
Veröffentlicht am Freitag, 18. März 2005 11:20
Geschrieben von Heinz Gess
Zugriffe: 10792
Referat und Kommentare zu Horkheimers Schrift "Zur Kritik der instrumentellen Vernunft", in ders., Ges. Schriften, Bd.6, Franfurt/M. 1991

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