Die eigentliche Revolution der Künstlichen Intelligenz ist nicht technischer; sondern sie hat auch philosophische Implikationen, die unseren Begriff des Menschen verändern werden.
Seit ChatGPT und andere KI-Systeme in den Alltag eingedrungen sind, wird darüber gestritten, was Maschinen künftig alles leisten können. Weit weniger wird gefragt, was sich dadurch am Begriff des Menschen selbst verändert. Das ist die Frage, die Bernd Ternes in der „Marginalie zu Gotthard Günther“ beschäftigt.
Ausgehend von Günthers kaum mehr rezipierter Philosophie der Kybernetik rekonstruiert er eine Denkfigur, die ihrer Zeit weit voraus war: die Möglichkeit einer Distribution der Reflexion zwischen Mensch und Maschine. Der Aufsatz zeigt, weshalb Günthers Überlegungen heute wieder überraschend aktuell sind, arbeitet aber zugleich ihre philosophischen Grenzen heraus. So eröffnet sich ein neuer Blick auf die eigentliche Herausforderung der Künstlichen Intelligenz: Nicht die Frage, ob Maschinen denken, sondern wie sich unter den Bedingungen technisch verteilter Reflexion unser Verständnis von Subjektivität, Sozialität und menschlicher Freiheit verändert.
Der Text nimmt Bezug auf Alexander Schuberts Text „Kritische Theorie und künstliche Intelligenz“ vom 19.01.2026. Link: https://www.kritiknetz.de/?view=article&id=1609:kritische-theorie-und-kuenstliche-intelligenz&catid=11
Heinz Gess
Wenn Sie den Beitrag von Bernd Ternes lesen möchten, klicken Sie bitte h i e r .
