Ausgehend von Walter Benjamins Analyse der technischen Reproduzierbarkeit, über Horkheimers Kritik der instrumentellen Vernunft bis hin zu Hegels Begriff des Geistes wird gezeigt, warum KI nicht nur eine technologische, sondern eine gesellschaftstheoretische Herausforderung darstellt. Schubert plädiert für eine genuin dialektische Kritik der KI, die weder in Abwehr noch in Affirmation stehen bleibt, sondern die wechselseitige Transformation von menschlicher und künstlicher Intelligenz ernst nimmt "und in klassisch kantianischer Tradition die Bedingungen der Möglichkeit einer Allgemeinen Künstlichen Intelligenz" untersucht "und dabei ihr Vermögen und ihre Grenzen zu bestimmt. ´Wir müssen endlich anfangen", so das Plädoyer des Autors, "KI oder AGI in ihrer Funktionsweise zu verstehen und proaktiv an ihrer Weiterentwicklung zu arbeiten, dabei die Kritikfähigkeit gegenüber der Schein-Faktizität der Datenverarbeitung zu verteidigen und totalitären Tendenzen entgegenzuwirken. Das würde jedoch bedeuten, die Comfort Zone „repetitiver kognitiver Selbstgefälligkeit“ (Negarestani) zu verlassen. Das wäre schwer genug. Aber hier ergäbe sich zum ersten Mal die Chance für die Philosophie, das Dilemma von Hegels Eule der Minerva zu überwinden, das heißt, die Welt zu verändern statt sie nur zu interpretieren." (Schubert)
Heinz Gess
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