Politische Eingriffe - Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft https://www.kritiknetz.de/sektion-politische-eingriffe Wed, 19 Jun 2019 00:50:39 +0200 Joomla! - Open Source Content Management de-de webmaster@kritiknet.de (Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft) https://www.kritiknetz.de/sektion-politische-eingriffe/1383-kritik-der-gewalt-im-hamburger-schanzenviertel https://www.kritiknetz.de/sektion-politische-eingriffe/1383-kritik-der-gewalt-im-hamburger-schanzenviertel Karl Heinz Dellwo rechtfertigt in einem TAZ Artikel in dieser die blinde Gewalt des randallierenden Mobs im Schanzenviertel so. "Gutes Leben heißt: materielle Bedürfnisbefriedigung und und das Ermöglichen der Entfaltung des subjektiven Potenzials des Menschen ... Wer über diese Prozesse in der Welt nicht mehr verfügt, verfügt auch nicht mehr über die Politik. ... Der militante Widerspruch und der Riot sind Äußerungen dazu. Ob sie klug sind oder nicht, spielt an dieser Stelle keine Rolle. Hier explodiert etwas vom Leben ..."

Dazu nehme ich im folgenden Text kritisch Stellung. Der Kurztext wird ergänzt von einem zweiten Text von Prof. Dr. Helmut Dahmer (Beirat des Kritiknetzes) mit dem Titel "Hamburger Aufstände" (http://bit.ly/2ukuovt) den ich Ihrer Lektüre ebenfalls sehr empfehle.

Heinz Gess

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Politische Eingriffe
https://www.kritiknetz.de/sektion-politische-eingriffe/1384-hamburger-aufstaende https://www.kritiknetz.de/sektion-politische-eingriffe/1384-hamburger-aufstaende Marx schreibt im Der achtzehnte März des Louis Bonaparte (Marx/Engels: MEW Bd. 8, S. 115) „Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“

Helmut Dahmer ordnet in seinem Text die Gewalt, wie sie im Hamburger Scheunenviertel geübt wurde, in den historischen Kontext ein und kommt zu demselben Ergebnis: Es ist die Wiederholung einer Tragödie (der des Arbeiteraufstandes von 1923 in Hamburg), dieses Mal aber als Farce. Er schreibt: „Da nach der 150jährigen Niederlagengeschichte der Arbeiterbewegung die versteinerten Verhältnisse sich noch immer nicht zum Tanzen bringen lassen, versuchen sie (die „Schwarzen Blocks“) es mit einer eigenen Musik: mit dem Klirren des Glases, dem Knistern der Flammen und den Schmerzensschreien von Verletzten. Ihre Phantasie reicht weder dazu aus, sich die ungeheure Diskrepanz zwischen ihren theatralischen Aktiönchen und der Macht, die das Bestehende schützt, zu vergegenwärtigen, noch auch nur dazu, sich vorzustellen, was ein Pflasterstein, eine Stahlstange, eine Bohle, eine Flasche oder Brandflasche anrichten kann.“

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