Ideologiekritik - Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik Sun, 21 Jul 2019 15:43:13 +0200 Joomla! - Open Source Content Management de-de webmaster@kritiknet.de (Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft) https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1441-der-globale-protest-gegen-die-klimapolitik-der-fuehrenden-wirtschafts-nationen-und-die-wahlerfolge-der-partei-die-gruenen-in-deutschland https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1441-der-globale-protest-gegen-die-klimapolitik-der-fuehrenden-wirtschafts-nationen-und-die-wahlerfolge-der-partei-die-gruenen-in-deutschland Gerhard Stapelfeldt schreibt: "'Ein Gespenst geht um in Europa' – und nicht nur in Europa. Es ist nicht das „Gespenst des Kommunismus“. Es ist das Gespenst der Fridays for Future – Bewegung und des Aufstiegs der Partei Die Grünen zur neuen Volkspartei."

In seinem Essay stellt Stapelfeldt den Protest der Jungen Leute gegen den gesellschaftlichen und politisch verursachten Klimawandel dar als "unpolitischen Widerspruch in Zeiten der neoliberalen, sozialatomistischen Globalisierung: als eine, verglichen mit dem Rechtspopulismus, andere neoliberale Kritik des globalen Neoliberalismus."

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hgess@gmx.de (Gerhard Stapelfeldt) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1405-wer-allzu-selbstbewusst-ueber-den-islam-spricht https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1405-wer-allzu-selbstbewusst-ueber-den-islam-spricht Zum linksideologischen Anti-Antifaschismus des Floris Biskamp[1]

Floris Biskamps Thema ist nicht die vernünftige emanzipatorische Kritik einer Ideologie und Religion, die vorbürgerliche, unmittelbare Herrschaftsformen legitimiert und zumindest in neuerer Zeit auch einem auf Israel bezogenen Vernichtungsantisemitismus das Wort redet und das zugleich verleugnet, sondern sein Thema ist die unbotmäßige, unzensierte, kritische Rede über den Islam.

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hgess@gmx.de (Felix Perrefort) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1375-fetisch-identitaet https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1375-fetisch-identitaet In seinem Aufsatz zur "Identitätskritik" kritisiert Helmut Dahmer die xenophob-autoritären Strömung in der westlichen Welt, die sich im Gefolge der Finanzkrise von 2008 gegen die als „Elite“ bezeichneten Parteipolitiker der parlamentarischen Demokratien richtet. Demagogen, die dem kollektiven Narzissmus Futter geben, bezeichnen sich selbst als „Identitäre“. Das sind Leute, die ihren Anhängern versichern, „dass sie so, wie sie nun einmal geworden sind, immer schon ganz in Ordnung sind, dass ihre Lebensweise die einzig wahre ist, dass sie sich keineswegs mit anderen vergleichen oder sich gar, anderen zuliebe, irgendwie ändern müssen. Sie vereidigen sie auf den Status quo.

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hgess@gmx.de (Helmut Dahmer) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1367-konformitaet-und-unterwerfung https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1367-konformitaet-und-unterwerfung Zum autoritären Charakter in der Lehre Hayeks

Zum Inhalt: Im folgenden Essay setzt sich B. Oellers mit der neoliberalen Wirtschaftsideologie auseinander. Er legt dar, dass die neoliberalistische Ideologie von anderer gesellschaftlicher Qualität ist als die klassische Theorie des Laisser-faire. Anders als diese hat jene einen starken autoritären Gehalt, weil in ihr der Staat als autoritärer Staat (Horkheimer 1942) eine herausgehobene Rolle spielt. Das arbeitet Oellers klar und deutlich an den Schriften Friedrich August von Hayeks (1899-1992) heraus, der neben Milton Friedmann und Walter Eucken zu den zentralen und einflussreichsten neoliberalen Theoretikern zählt.

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hgess@gmx.de (Björn Oellers) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1368-kritik-des-neurobiologischen-determinismus https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1368-kritik-des-neurobiologischen-determinismus Willensfreiheit, Naturgesetze und die Erkenntnisinteressen des neurobiologischen Determinismus

Die Grundfrage Büttners ist die Frage nach dem "Menschenbild des neurobiologischen Determinismus und dessen Unfähigkeit, die eigenen erkenntnistheoretischen Beschränkungen zu reflektieren und kritisch in Beziehung zu setzen zum selbst gesetzten Anspruch, phänomenale Erlebnis- und Bewusstseinszustände menschlicher Akteure mittels naturwissenschaftlich-deterministischer Forschungsansätze hinreichend erklären zu wollen.

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hgess@gmx.de (Hans-Peter Büttner) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1311-kritik-der-extremismustheorie https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1311-kritik-der-extremismustheorie Eine Kritik der Grundlagen der „Extremismus“-Theorie

Nicht nach extremistischen Feinden des Bestehenden zu suchen, ist Sinn der kritischen Theorie der Gesellschaft, sondern das Bestehende mit der realen Möglichkeit besserer gesellschaftlicher Praxis zu konfrontieren und den Mut zu haben, das Schlechte des Bestehenden so zu verändern, dass überflüssiges Leiden aufhört.  Die gesellschaftliche  Bewegung der menschlichen Emanzipation von gesellschaftlicher Herrschaft und ihr theoretisches Organ, die kritische Theorie der Gesellschaft, haben sich diesen Mut zur Kritik des  Bestehenden wie auch den Willen, die Kritik praktisch umzusetzen, nie nehmen lassen; "auch nicht von der desillusionierenden Tüchtigkeit  staatsdevoter "Extremismus"-Theoretiker, deren zentrales Ansinnen eine erkennungsdienstliche Ermittlung und Kriminalisierung emanzipatorischer Kritik ist." Das schreibt der Autor im Schlussteil  seines Textes. Hans-Peter Büttner geht es in seinem Aufsatz um die Kritik der "Extremismus"-Theorie insbesondere um die von E. Jesse und U. Backe, denen er im Anhang zum Text eine Nähe zur "Neuen Rechten" nachweist.

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hgess@gmx.de (Hans-Peter Büttner) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1292-der-islam-in-frankreich-und-badious-utopie-des-grauens https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1292-der-islam-in-frankreich-und-badious-utopie-des-grauens  Über vorauseilende Unterwerfung, politisch korrekten Antisemitismus und Neofaschismus im Linksjargon

In seinem Text über „Die roten Banner und die Trikolore“ (ursprünglich in Le Monde, 27. 1. 2015) in der linken „Wochen Zeitung“ (Zürich, vom 12. 2. 2015) (https://www.woz.ch/-59ec), gelingt es Alain Badiou nur mit gröbsten Verzerrungen und absurden historischen Vergleichen, die These vom allgegenwärtigen antiarabischen Rassismus und der „Islamophobie“ in Frankreich zu konstruieren.“ (Zenklusen)

In der folgenden Replik auf diesen Text widerlegt Stefan Zenklusen dieses Konstrukt Alain Badious. Er weist das Konstrukt als Ideologie aus, die auf trügerischen begrifflichen Verkehrungen, Verschiebungen, falschen Zustellungen und wild entschlossener Abdichtung gegen Empirie beruht. Badiou verhält sich demnach wie ein umgekehrter Psychoanalytiker und kritischer Theoretiker.

 

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hgess@gmx.de (Stefan Zenklusen) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1342-endzeitvisionaere https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/1342-endzeitvisionaere Über apokalyptische Heilsvisionen in monotheistischen Religionen

Der folgende Essay befasst sich mit Endzeitvisionären und „Untergangstern“: Personen oder Gruppen, die Untergänge der Welt, zumindest ihrer Gegner, voraussehen oder zu inszenieren trachten. An zahlreichen Beispielen aus der Geschichte lässt sich zeigen, dass sich Menschen durch Prophezeiungen des drohenden Untergangs ihrer Lebensweise, ihrer Kultur oder des menschlichen Lebens auf der Erde überhaupt, in folgenreicher Weise für eine bestimmte Religion, Weltanschauung, Morallehre oder Handlungsweise mobilisieren lassen.

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hgess@gmx.de (Norbert Rath) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/957-deutsche-zustaende-im-kontext-von-antisemitismus-und-islamophobie https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/957-deutsche-zustaende-im-kontext-von-antisemitismus-und-islamophobie über zwei Begriffe, eine falsche Gleichsetzung und deren Folgen

 

Der folgende Essay (56 S.) von Martin Grote ist Bestandteil einer Diplomarbeit, die Martin Grote nach dreisemestriger Mitarbeit in meinem Projekt „Politische Bildung“  im Sommersemester 2010 abgeschlossen hat. Ich halte diesen Teil der Diplomarbeit für besonders gelungen und veröffentliche sie deshalb sehr gerne im Kritiknetz.

Wie das Thema schon sagt, geht es in dem Essay um die Kritik des fragwürdigen Begriffs „Islamophobie“, mit dem in der Regel die Xenophobie, d. h. die generalisierte Angst vor allem und allen Fremden gemeint ist, sofern das Objekt dieser Angst Muslime sind, und der noch fragwürdigeren Gleichsetzung von Antisemitismus und „Islamophobie.“

Zur Debatte stehen dabei vor allem die Forschungen von Heitmeyer und Benz .

 Heinz Gess  

 

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hgess@gmx.de (Martin Grote) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/595-herbert-raetz https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/595-herbert-raetz Was bei Frank Schirrmacher (FAZ) nicht zu lesen ist.

 

Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ, hat ein lesenswertes Buch geschrieben: Payback. Zu Recht schreibt er, dass das heute allseits geforderte Multitasking Körperverletzung ist. Allerdings ist sein Kreuzzug gegen den allgegenwärtigen Algorithmus längst überfällig. Schirrmacher beklagt den Verlust des eigenständigen Denkens und will informieren, warum wir „gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen“. Dass wir tun, was wir nicht wollen, das hat er hervorragend beschrieben, aber warum wir wollen, was wir eigentlich nicht wollen, das habe ich bei ihm vermisst.
Esoterik ist kein modernes Phänomen, nur der Rekurs auf den Wissenschaftsaspekt ist relativ neu (seit Ende des 18. Jh.).  Esoterik ist eine Weltanschauung, die den Menschen von Denken, Entscheiden, Kritik und Wachsamkeit befreit, die ihn die Bequemlichkeit und Begeisterung genießen lassen, ihn aber zugleich in die Epoche vor der „Entzauberung“ (M. Weber) durch die Aufklärung und in den „dogmatischen Schlummer“ (I. Kant) zurückführt.  Wenn Heinz Gess von Neuro-Metaphysik schreibt, dass sie die gegenwärtigen Tendenzen zur Liquidation der Indiviualität ieologisch rechtfertigt, ohne sich dieser ihrer gesellschaftichen Funktion bewußt zu sein und Philosophen versteht, dann ist sein Standpunkt nicht nur berechtigt, sondern erst recht im Zusammenhang mit dem hier Diskutierten zu verstehen. Heinz Gess enttarnt die Behauptung von der Illusion des Individuellen in den Neurowissenschaften als alten Hut der Transpersonalen Psychologie, die Karin Daecke ihrerseits als faschistoide Esoterik identifizieren konnte. Zweck dieser Ideologie ist es, dass „(…) das ich-lose Lebendige sich selbst zum Ding macht und den ganzen Menschen bewusst als seine Apparatur in Dienst nimmt (Gess) Das hatte reale Konsequenzen für die Zurichtung des Leibes zum Körperinstrument. Diese Konsequenzen gewinnen heutzutage auf Grund des auf die Verwertung des Wissens im kapitalistischen Produktionsprozess abgestellten technischen Fortschritts eine neue Qualität. Das Lebendige macht sich nicht nur zum Ding oder Apparat, sondern die Technik wandert wirklich realiter in den Körper mittels Doping, Prothesen und leistungsfähigeren technischen Instrumenten, so dass er zusehends ein auf Hochleistung getrimmtes „Humanvermögen“ des gesellschaftlichen Betriebes
wird.“ Diese angeblich wissenschaftliche Negierung der Individualität, deren Ideen von faschistoid-esoterischen „Psychologen“ formuliert wurden, hat nach Gess ähnliche Folgen für die Moral der Menschen, die solche Standpunkte verinnerlicht haben. ...

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hgess@gmx.de (Herbert Rätz) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/501-rottet-qden-judenq-hitler-aus https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/501-rottet-qden-judenq-hitler-aus Der Kampf „positiver Antifaschisten“ gegen die „Strichjungen des Kapitals“ und für die Wiedergewinnung des „lost paradise“ als Charaktermaske des Neo-Faschismus in der Demokratie.

Herbert Rätz's Fazit:

"Es gibt keine Bestien in Menschengestalt, aber es gibt eine bestialische Unterströmung (Gnosis, Esoterik) in unserer Kultur, die menschliches Verhalten bestialisieren kann. Wenn demokratische Tugenden wie Konfliktfähigkeit, Toleranz, Diskursfähigkeit, Achtung des Menschen nicht als Kompetenzen anerkannt und erlernt werden können, dann kann es jederzeit zu einem angeblichen Zivilisationsbruch kommen. Aber hier liegt kein Bruch vor, sondern eine Konsequenz des Umstandes, dass Bildung einerseits idealisiert (Bildungsbürgertum) und den „Banausen“ vorenthalten, andererseits auf den Aspekt Ausbildung (Anwendungs“wissen“) reduziert wird. Bildung im Sinne des kantschen Imperativs ist auch heute noch die Ausnahme, vor allem deshalb, weil die notwendige finanzielle Ausstattung des Bildungssystems ausbleibt.

 

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hgess@gmx.de (Herber Rätz) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/494-israels-besondere-verantwortung-fuer-die-destruktion-von-vorgefertigten-rollenbildern-und-ausschlie https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/494-israels-besondere-verantwortung-fuer-die-destruktion-von-vorgefertigten-rollenbildern-und-ausschlie Eine Entgegnung auf Judith Butlers Ansichten über Israel
(Replik auf Khallouk: http://bit.ly/239WEJ)

 

Es gibt nach Auschwitz keine Ausrede und Ausflucht mehr. Die Verantwortung liegt beim christlich-germanischen Europa. Sie besteht darin, ohne Wenn und Aber anzuerkennen, dass Auschwitz der Bankrott des europäischen Christentums und der europäischen Zivilisation auf der Basis der kapitalistischen Produktionsweise war. Der Bankrott des Christentums verlangt eine völlige Umkehr dieser Religion. Sie muss neu anfangen. Der Neuanfang hätte´damit zu beginnen, dass das Christentum die überlieferte Christologie, welche die (in ihrem Rahmen) unaufhebbare Feindschaft zum Judentum begründet, fallen lässt. Der Bankrott der säkularisierten Zivilisation auf der Basis der kapitalistischen Produktionsweise verlangt die Anerkennung, dass auch diese Produktionsweise ihren moralischen und menschlichen Bankrott hinter sich hat und infolge dessen politisch daran zu arbeiten ist, dass im Schosse der moralisch bankrotten Zivilisation neue Bedingungen und Produktionsverhältnisse entstehen können, die einmal ohne Angst vor dem Untergang den Exodus daraus ermöglichen können.

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/470-der-gute-inhalt-und-die-schlechte-form-ueber-die-reproduktion-falscher-ideologischer-dualismen https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/470-der-gute-inhalt-und-die-schlechte-form-ueber-die-reproduktion-falscher-ideologischer-dualismen

Eine grund­sätzliche Kritik über die Reproduktion falscher ideologischer Dualismen am Beispiel von Brumliks Apologie der Ehrung Felicia Langers mit der Verleihung des Bundesverdienst-kreuzes erster Klasse.

 

Micha Brumlik bedient sich in seiner Würdigung der strittigen Verdienste von Frau Langer der schlechten dualistischen, von ihm ganz und gar undialektisch verwendeten Unterscheidung von Form und Inhalt, erklärt sodann den Inhalt der Tätigkeit von F. Langer für gut, die Form der Tätigkeit aber für schlecht,

 

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/224-dialektikder68ermitdenfruehengegendiearrivierten68erkeuppbeckua https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/224-dialektikder68ermitdenfruehengegendiearrivierten68erkeuppbeckua Ottmar Mareis setzt sich kritisch mit der Revolte der 68er auseinander und zwar so, dass er mit den frühen kritischen Theoretikern gegen die arrivierten "späten 68er" argumentiert, die den Profit aus der Revolte zogen, indem sie die negative Kritik "anschlussfähig" (Habermas) machten, sie also in die hierzulande so beliebte 'konstruktive Kritik' verwandelten. Diese unterscheidet sich von der negativen dadurch, dass sie - in der Freudschen Terminologie - durch die Zensur des Über-Ichs hindurchgegangen ist und sie mit großem Aufwand an Ratio, die als instrumentelles Organ der Rationalisierung im Dienst des gesellschaftlichen Über-Ichs fungiert, mit Bravour bestanden hat, während jene die Ansprüche des Über-Ichs abweist, wenn sie mit Zuckerbrot und Peitsche einfordern, die lebendige Erfahrung zu unterdrücken, zu entstellen oder sich ganz gegen sie abzudichten, sich dem Strom zu überlassen. ]]> hgess@gmx.de (Ottmar Mareis) Ideologiekritik https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/350-diegestalttheoriedesneonazisprofdrwernerhaverbeck https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/350-diegestalttheoriedesneonazisprofdrwernerhaverbeck  
Der Aufsatz "die Gestalttheorie Werner Haverbecks" von Peter Pott entstand zu Beginn der siebziger Jahre. Damals war Peter Pott von 1971 bis 1975 der Dekan des Fachbereichs Sozialwesen. Der ranghohe Alt-Nazi und seit den achtziger Jahren als "Neuer Rechter" und Neofaschist bekannte Dr. Werner Haverbeck wurde 1972 an der FH Bielefeld als Professor für "angewandte Sozialwissenschaft" eingestellt und sogleich vom Fachbereich Sozialwesen in die vom Fachbereich Sozialwesen räumlich getrennten, in einem anderen Stadtteil gelegenen technischen Fachbereiche abgeordnet. Für den damaligen Dekan war das eine sehr befremdliche Maßnahme der Hochschulleitung, weil seinerzeit im Fachbereich Sozialwesen ein Sozialwissenschaftler sehr viel dringlicher gebraucht wurde als im Fachbereich Sozialwesen.
Peter Pott hörte davon, dass Werner Haverbeck im dritten Reich ein ranghoher Nazi gewesen sein sollte, und mutmaßte, dass die in der Sache unverständliche Abordnung Haverbecks an die technischen Fachbereiche und die fragwürdige Form der Einstellung damit zusammenhängen könnten.
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hgess@gmx.de (Peter Pott Postscripta: Heinz Gess) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/354-wiefoucaultdieschiitischerevolteliebenlernte https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/354-wiefoucaultdieschiitischerevolteliebenlernte Thomas Maul schreibt:"Postmodernes Denken erklärt nicht nur die Leitvorstellungen der Aufklärung bzw. der neuzeitlich-abendländischen Rationalität: Wahrheit, Vernunft, Identität, Fortschritt, Emanzipation usw. und die sich darauf beziehenden "großen Erzählungen" für unrettbar gescheitert und diskreditiert, sondern behauptet, wie Lyotard (1979: 122), daß sogar die "Sehnsucht nach der verlorenen Erzählung [...] für den Großteil der Menschen selbst verloren" sei - ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da die großen Erzählungen in ihrer primitivsten Form wiederkehren und sich nicht nur im Iran zu materialisieren beginnen. (...) Allerdings: bei allen inhaltlichen und strukturellen Konvergenzen zwischen Postmodernismus und Islamismus wird deren ideologische Kumpanei seitens der Islamisten als eine politisch-bewußte Aneignung des "moderne-kritischen" Jargons betrieben, während sie seitens der Postmodernisten in der Regel eher die indirekte, bewußtlose Wirkung des hilflos-relativistischen Diskurses denn Ergebnis offensiver Bejahung ist. ]]> hgess@gmx.de (Thomas Maul) Ideologiekritik https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/26-ueberdasreligoesegefuehldenpauperismusdasverhaeltnisderdeutschengesellschaftzumsozialstaatunddiechristlichestaatskunst https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/26-ueberdasreligoesegefuehldenpauperismusdasverhaeltnisderdeutschengesellschaftzumsozialstaatunddiechristlichestaatskunst Ist das religiöse Gefühl nicht die Quelle der christlichen Staatskunst? Basiert eine Doktrin, welche in der guten Gesinnung christlicher Herzen ihr Universalmittel besitzt, nicht auf dem religiösen Gefühl? Hört ein nüchterner Ausdruck des religiösen Gefühls auf, ein Ausdruck des religiösen Gefühls zu sein? Noch mehr! Ich behaupte, daß es ein sehr von sich eingenommenes, ein sehr trunkenes religiöses Gefühl ist, welches die "Heilung großer Übel", die es dem "Staat und der Behörde" abspricht, in der "Vereinigung christlicher Herzen" sucht. Es ist ein sehr trunkenes religiöses Gefühl, welches - nach dem Zugeständnis des "Preußen" - das ganze Übel in dem Mangel an christlichem Sinn findet, und daher die Behörden auf das einzige Mittel, diesen Sinn zu stärken, auf die "Ermahnung" verweist. ]]> hgess@gmx.de (Karl Marx (1844)) Ideologiekritik https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/119-kritikdesantifaschismusdersed https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/119-kritikdesantifaschismusdersed Die neo-faschistischen, rassistischen und antisemitischen Ereignisse in der DDR bilden, obwohl es sich hier nur um die "Spitze des Eisbergs" handelt, die empirische Basis der Kritik des Anti-Faschismus der SED. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil sie Kritik am Neo-Faschismus hat vermissen lassen. Den orthodoxen Verteidigern der DDR konnte es so gelingen, die historischen Fakten zu verdrängen. Die strenge Geheimhaltung ist die wichtigste Ursache dafür, dass es zu dieser Thematik über einen langen Zeitraum kein politisches oder historisches Bewusstsein geben konnte. Diese Kritik als individuelle und kollektive Selbstkritik, muss elementarer Bestandteil einer wissenschaftli­chen und publizistischen Beschäftigung mit der Geschichte der Arbeiterbewegung, werden, wenn die Idee der Emanzipation wach gehalten werden soll. ]]> hgess@gmx.de (Dr. Harry Waibel) Ideologiekritik https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/291-determinismusdernaturgesetzeundwillensfreiheit https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/291-determinismusdernaturgesetzeundwillensfreiheit Gewiss habe Sie schon von "Erkenntnissen" wie diesen gehört, die sich als Neuropsychologie oder zutreffende philosophische Interpretationen der Ergebnisse der Neurowissenschaften ausgeben:

"Das "Ich" und der "freie Wille", ob die Linearität eines Zeitstroms oder auch nur die bunte Farbenpracht in der Welt "da draußen", all dies gibt es nicht in einem objektiven Sinn, wie man naiv meinen könnte, sondern diese Ideen sind Konstrukte des Gehirns, die sich evolutionär bei der Meisterung des Lebens bewährt haben. Die Evolution setzt bekanntlich auf Nützlichkeit und nicht auf das bestmögliche Erkennen irgendeiner vorfindlichen Objektivität. Das "Ich" ist ein Selbstmodell des Gehirns, der "freie Wille" eine soziale Attribution, und die Farben sind vom Gehirn generierte Erlebnisqualitäten bloßer elektromagnetischer Strahlung in einer absolut farblosen Welt."
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hgess@gmx.de (Egbert Scheunemann) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/263-zudenunmoeglichkeitenlinkerpraxiskritikderpolitischengruppe https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/263-zudenunmoeglichkeitenlinkerpraxiskritikderpolitischengruppe Die antfaschistische Stadtkommune (Berlin) übersandte mir folgenden Text zur Veröffentlichung im Kritiknetz.
In dem Text geht es um "Grundlagenkritik der politischen Gruppe" . Grundlegend für die Kritik ist der Begriff des Warensubjektes, aus dem die Form der politischen Gruppe entwickelt wird.
Der Text soll dazu beitragen, zu verstehen, wie politische Gruppen funktionieren, welche materiellen Gegebenheiten die politische Gruppe zu dem machen, was sie ist, und welche Probleme in der Praxis sich daraus ergeben
Die Erkenntnis, dass auch die politische Gruppe ein Produkt der Verhältnisse ist, führt nicht zu der Forderung nach ihrer Abschaffung, sondern soll daran erinnern, dass wir nicht widerspruchsfrei leben können, solange die Verhältnisse nicht grundlegend geändert sind.
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hgess@gmx.de (aus der Stadkommune (Berlin)) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/357-wirsindeinestarkegemeinschaft https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/357-wirsindeinestarkegemeinschaft  

Über den Zusammenhang von Ostidentität und nationalem Sozialismus

Im Osten hat sich über die Jahre und mit der Verschärfung der ökonomischen Rahmenbedingungen ein lokalpatriotisches Bewusstsein verfestigt, das klipp und klar als nationalsozialistisch zu kennzeichnen wäre: Gemeinschaft, antiwestliche bzw. antibürgerliche Ressentiments, Arbeitsethos und eine autoritäre Grundstimmung des Alltages (Abweichung als Bedrohung) eignen sich bestens, um den Anspruch, wirklich deutsch zu sein - nämlich zu "Arbeit und Tod 'geeignet und gewillt'" (Bruhn, 1994, S.107) - zu erheben und dieses Lebensgefühl auch aktiv auszuleben.

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hgess@gmx.de (Mario Möller) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/56-dererbetraegtkeineschuld https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/56-dererbetraegtkeineschuld Eine kritische Untersuchung im Lichte der Kritischen Theorie und der Theorie der rationalen Herrschaft (M. Weber)

Gegenaufklärung und Ideologie ist nicht erst die Rechtfertigung der Ausstellung der Flick Collection durch den ausgestellten Künstler und seinen Kanzler. Gegenaufklärung, unmittelbare ideologische Praxis ist bereits die Ausstellung selbst und die "unschuldige Tat" hunderttausender Volksgenossen, auf Empfehlung ihres Kanzlers die Ausstellung zu konsumieren. Ihr Konsum ist das praktizierte Vergessen. Sie tun, wie ihnen zu tun geheißen wird, und ziehen mit ihrem Kunstgenuss den Schlussstrich. Sie genießen das große Ereignis als eines von Weltgeltung und bestätigen im Glanze der Kunst einander: "Wir sind wieder wer" und brauchen uns von den Nestbeschmutzern, die mit der "Auschwitzkeule" auf das unschuldige Vaterland einschlagen und Auschwitz zu "unserer Schande" (Martin Walser) und ihrem Vorteil instrumentalisieren, nichts mehr sagen lassen.
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/179-wielinkssinddiedeutschenwiedeutschistdielinkezurselbsthistorisierungderbewegung https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/179-wielinkssinddiedeutschenwiedeutschistdielinkezurselbsthistorisierungderbewegung "Vieles aus der Vergangenheit ist einem peinlich - wenn man überhaupt sensibel ist. Was es in einem zurückläßt, darauf kommt es an, egal, wie dumm dir dein Leben rückblickend erscheint" . Die Vergangenheit, die deutschen Linken peinlich ist, ähnelt leider zumeist bis ins Detail hinein der Gegenwart, die von ihnen voller Stolz als Resultat eines Lernprozesses dargestellt wird. Kontinuität hat, was damals schon falsch war, was man in unterschiedlichen Aufführungen wiederholte. Das, wozu man sich später läuterte, ist das alte Elend in anderer Form. Die Kontinuität alter Gewissheiten und eines von links moralisierenden Alltagsverstandes spricht auch aus den Versuchen ehemaliger Beteiligter, sich und ihre Zeit zu historisieren, bei den Apologeten ebenso wie bei den Bekehrten.

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hgess@gmx.de (Fabian Kettner) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/58-dieantikapitalismuskampagnerechtekapitalismuskritikvonlinksteil2 https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/58-dieantikapitalismuskampagnerechtekapitalismuskritikvonlinksteil2 So hätte es jeder deutsche Agitator gern: Ein „opferbereites Volk“, das „sein“ „soziales“ Kapital und „seine“ Wirtschaft unter Führung des Kanzlers des ganzen Volkes, der keine Parteien mehr kennt, sondern nur noch die eine Volksstaats-partei, gegen den andrängenden amerikanisch-angelsächsischen Feind verteidigt und dabei wie ein Mann hinter seinem Führer steht. Ein „kapitalismuskritisches Volk“, das sich aufopfert und alles gibt, damit das deutsch-europäische Kapital, das als „unsere soziale Marktwirtschaft“ (Clement) firmiert, sich in der Welt behauptet und im Krieg gegen den Erzfeind siegt. So hätte es auch dieses „Links-Deutschtum“ wieder gern.
 
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/70-aufklaerungundaufklaerungsverratimxxijahrhundert https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/70-aufklaerungundaufklaerungsverratimxxijahrhundert An die Stelle Gottes traten infolge des Versagens der Aufklärung nicht die Individuen, die frei die von ihnen gewollte gemeinsame Grundlage einer herrschaftslosen Gesellschaft in Geltung setzen, sondern trat das Kapital in der quasi-religiösen Aura seiner politischen Souveränität, die sich, bestenfalls, damit begnügt, daß ihm seine Subjekte im Kaufrausch und an der Wahlurne seine Herrschaft bestätigen - und ansonsten, was Religion und Kultur betrifft, ihrer Wege gehen.

"Die Aufhebung der Religion", d.h. "die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf." Je weniger Individuen sich bereit erklären, die herrschende Notwendigkeit zur Lüge zumindest nicht auch noch in sich selbst als Selbstlüge zu reproduzieren - was sie tun, wenn sie der Überlebens-Notwendigkeit, sich auf diese Realität auch einlassen zu müssen, distanzlos, d.h. ohne ein tragisches Bewußtsein zu entwickeln, folgen .....
 

 

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hgess@gmx.de (ISF) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/376-mobderfrommen https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/376-mobderfrommen Hunderttausende lassen sich nur mobilisieren, wenn sie zum Angriff bereit sind
Der religiöse Eiferer vermag Wort und Bild nur wörtlich zu nehmen. Doppelbedeutungen wie Scherz, Satire oder Ironie bringen sein Götzenbild ins Wanken. Unter Halbgläubigen gibt es wenig zu lachen. Gotteskrieger wiederum brechen alle Brücken hinter sich ab und verschreiben sich ihrer fixen Idee bis in den Tod. Brutale Tötungsmacht beweist ihren Anhängern, im Recht zu sein. Eilfertig taufen sie die Mörder zu Märtyrern um. Bigotterie und Gewalt haben ihren Anfang nicht in religiöser Inbrunst, sondern in der Brüchigkeit eines Glaubens, der sich selbst nicht mehr recht glauben will. Wer sich seiner heiligen Sache wirklich sicher ist, der benötigt kein Rachegebrüll, keinen Scheiterhaufen, kein Schlachtopfer, geschweige denn einen Sprengstoffgürtel.
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hgess@gmx.de (Wolfgang Sofsky) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/317-ueberholenohneeinzuholen https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/317-ueberholenohneeinzuholen Gemeinsamkeiten zwischen deutscher Ideologie und politischem Islam
Folgende Abhandlung wird sich mit dem Phänomen einer nachholenden Entwicklung historisch gesehen vorbürgerlicher Gesellschaften befassen. Es geht darum zu zeigen, dass unter bestimmten politökonomischen Konstellationen dieser angenommene Nachteil zu einem Vorteil werden kann, nämlich dann, wenn die Krise den normalen Geschäftsbetrieb stört oder man im normalen Geschäftsbetrieb erst gar nicht zum Zuge kommt.
Dieses Krisenbewältigungsszenario kam erstmals in Deutschland auf seinen Begriff und allein das rechtfertigt die These, dass der Nationalsozialismus als Krisenbewältigungsstrategie, welche die Krise doch aber immer wieder braucht, als ein spezifisch deutsches Projekt zu gelten hat. Das dieses Projekt nicht allein auf den geographischen Raum Deutschland beschränkt bleiben muss, zeigen die unter völkischer Flagge vorgenommenen Parzellierungen in Europa oder die völkisch motivierten Befreiungsbewegungen sonstwo.
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hgess@gmx.de (Mario Möller) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/112-antiamerikanismus https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/112-antiamerikanismus Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gibt es eine völlig veränderte Weltlage. Die USA sind die einzig verbliebene Supermacht. Sie sind die weltweit führende militärische und ökonomische Macht und werden dies auch auf absehbare Zeit bleiben. Die USA sind gleich geblieben, aber ihre Feinde haben sich verändert. Am 11.9.2001 wurde ein antisemitisch motiviertes Massaker in New York City von einer weltweit agierenden Bewegung mit faschistischem Charakter verübt. Dies hat die USA gezwungen, die Gefahr zu erkennen, die vom Islamismus ausgeht, sowie die Außenpolitik (zumindest im Nahen Osten) radikal zu wandeln. Die USA mussten konzedieren, dass eine weitere Unterstützung der widerlichen Diktaturen und Theokratien im Nahen Osten (etwa Saudi Arabien, wo 15 der 19 Attentäter herkamen) nicht mehr ihren nationalen Interessen entspricht. ]]> hgess@gmx.de (Sebastian Voigt) Ideologiekritik https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/316-dieantikapitalismuskampagnerechtekapitalismuskritikvonlinksteil1 https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/316-dieantikapitalismuskampagnerechtekapitalismuskritikvonlinksteil1 Das Kapital bringe seine versprochene Gegenleistung nicht, tönt die Führung, es sackt die erhöhte Profite ein, die ihm dank der Sparmaßnahmen der Regierung, die dem Volk zugunsten von Kapitalrendite Opfer abverlangt, denkt aber gar nicht daran, die versprochenen Gegenleistungen zu bringen und im Standort Deutschland zu investieren. Es täuscht, betrügt und kommt seinen Verpflichtungen dem arbeitenden Volk gegenüber, das Verzicht geleistet hat, nicht nach. Kapitalisten treiben Missbrauch mit dem eigentlich guten Kapital. Deshalb muss das Volk protestieren und die Missbrauch treibenden Kapitalisten zur Verantwortung ziehen. Dazu braucht es selbstverständlich und in Deutschland erst recht politische Führer, die vorangehen. Schon setzt sich Müntefering als Wortführer des inszenierten Protests in Szene, auf dass die Arbeitnehmer wieder einmal gerade noch rechtzeitig vor der Wahl erkennen, wer ihre „wahre Interessen“ vertritt und sich mit dem guten europäischen Kapital gegen das Missbrauch treibende amerikanische Kapital zusammenschließen zu einer guten kapitalen Volksgemeinschaft. So wird es bis zur Bundestagswahl weitergehen.
 
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/358-antiamerikanismusderbestaendigekernderdeutschenideologie https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/358-antiamerikanismusderbestaendigekernderdeutschenideologie Schon Bismarck handelte konsequent im Sinne der deutschen Ideologie, wenn er "Deutschland" durch Krieg gegen den verwestlichten "Erbfeind" Frankreich zusammenschweißte. Kampf und Krieg gegen den Feind der angeblich "ursprünglichen", "echten", "organischen" Kultur ist ein konstituierender Bestandteil der deutsch-völkischen Identität.
Der Hauptfeind Deutschlands ist nicht mehr, wie zu Wagners Zeiten, Frankreich mit der Welt-Metropole Paris, sondern sind nun die USA mit der Welt-Metropole New York. Auch braucht es nicht immer ein heißer Krieg zu sein, der zur Zeit ohnehin nicht zu gewinnen wäre und deshalb abwegig ist, aber ohne den permanenten "Kulturkrieg" geht es nicht. Ohne Kampf und Krieg gegen die "zersetzende Liberalität" ist Deutschland verloren. Ohne diesen "K(r)ampf" ist auch keine kollektive europäische Identität, keine Volks-"Nation Europa", zu schaffen.
(Aufmacher: Heinz Gess)
]]> hgess@gmx.de (Timo Nitz) Ideologiekritik https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/195-warumjederantifaschismusgegendiedeutscheideologieseinmuss https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/195-warumjederantifaschismusgegendiedeutscheideologieseinmuss Der Hauptgegner der freien kommunistischen Assoziation aber ist ohne Zweifel der völkische oder rassistische Begriff von Nation, wie er für die deutsch-völkische Ideologie mindestens seit Fichtes Setzung des Deutschen als »Urvolk« und »Ursprache« im bewussten Gegensatz zum Jüdischen konstitutiv ist. Dieser Begriff macht aus "Völkern" oder "Kulturen" wesensmäßig verschiedene Identitäten, gewissermaßen unterschiedliche Naturen oder Arten, die einander wesensfremd sind und die sich deshalb richtig nur untereinander, nicht aber mit den wesensmäßig anderen verstehen können. Die Individuen sind für ihn nur Bestandteile dieser kollektiven Identität und haben unabhängig davon kein Recht (Du bist nichts; Dein Volk ist alles). Die Idee der einen Menschheit, in der die verschiedenen Individuen ohne Angst als Gleiche miteinander leben und Gesellschaft machen können, wird a priori negiert, und zum Produkt des der Natur und damit der naturhaften Kollektividentität entfremdeten Judentums, dem Gegensatz zum Urvolk, erklärt.
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/370-jungspraktischepsychologiedesautonomengeisteseineideologiekritik https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/370-jungspraktischepsychologiedesautonomengeisteseineideologiekritik Das kollektive Unbewußte, das Jung beschwört, ist Produkt einer Gesellschaft, die die Fähigkeit der Menschen, miteinander Gesellschaft zu machen und die Unmittelbarkeit sich nicht verdorren zu lassen, zerstört. Die traumatischen Erfahrungen des Nicht-angenommenseins, der Gleichgültigkeit derer, die in Kindertagen die Welt sind, der erfahrenen Nichtigkeit der eigenen Existenz, der Gewalt der eingebläuten Moral, des Funktionieren-müssens, die Angst vor dem Verschlungenwerden, all diese traumatischen Erfahrungen werden aus Überlebensangst verdrängt und abgespalten. Ins Unbewußte verdrängt, verselbständigt sich das am eigenen Leibe Erlittene, mit den eigenen Sinnen Erfahrene zu einem von der eigenen Person losgelösten »ewigen« Gehalt jenseits von Raum und Zeit, der als solcher, als vermeintlich objektiv-unpersönlicher, in erinnerten Traumbildern etwa, wieder bewußt werden kann.]]> hgess@gmx.de (Heinz Gess (Erstveröffentlichung in: Psychoanalyse im Widerspruch 14/1995)) Ideologiekritik https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/347-durchkommenistallescgjungsbestimmungdeshauptfeindes https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/347-durchkommenistallescgjungsbestimmungdeshauptfeindes Bei Jung dient die Kritik an der Vermassung und Vereinzelung der Menschen durch den naturwissenschaftlichen Rationalismus immer nur der Affirmation des Kritisierten. Er kritisiert die halbierte Vernunft, aber nicht um die volle Vernunft einzuforden, sondern um die halbierte Vernunft als halbierte retten zu können. Daß die Liquidierung alles Individuell-Besonderen Resultat der Bewegungsgesetze derselben Gesellschaftsformation ist, die das bürgerliche Individuum einst hervorbrachten und deshalb das zu Rettende nur im Widerstand gegen diese Form und ihre Überwindung zu retten ist, erscheint ihm ein undenkbarer Gedanke. Er kritisiert zwar die Herrschaft des »Rationalismus« und die dadurch verursachte Vermassung, aber nur um als Rettung des Bestehenden seinen »kräftigen Glauben [...] nicht materialistischer Art« anzupreisen.]]> hgess@gmx.de (Heinz Gess (Erstveröffentlichung in: Das Argument Nr 209 Heft 2/3 1995)) Ideologiekritik https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/275-diefurchtvorderfreiheitueberdiewiederkehrvonluthersfalschemzauber https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/275-diefurchtvorderfreiheitueberdiewiederkehrvonluthersfalschemzauber Jungs affirmative Ausdeutung des Satzes »Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist« ist die politische Konkretion seiner Archetypenlehre. Sie verweist auf die  Zwei-Reiche-Lehre Luthers, die politische Konkretion der Lutherischen Theologie von der »Freiheit eines Christenmenschen«. Wenngleich Jung Luther zur Begründung seiner Thesen kaum jemals offen heranzieht, sondern sich lieber auf andere Autoren wie den Mystiker Meister Eckhardt stützt, sind die Entsprechungen doch so augenfällig, daß ich Jung einen Reformator aus dem Geist der Lutherischen »Furcht vor der Freiheit« nennen möchte. Jung gibt dieser Furcht ein neues moderneres Gesicht, indem er den romantisch-völkischen Begriff des kollektiven Unbewußten aufgreift und die »Erfahrung« der Archetypen des kollektiven Unbewußten bewirken läßt, was in der Lutherischen Theologie der Glaube mit seinen Zusagen und Verheißungen bewirken soll.
Heinz Gess
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Ideologiekritik
https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/241-konstruktivekritikderanalytischenpsychologiealsentsorgungdervergangenheit https://www.kritiknetz.de/ideologiekritik/241-konstruktivekritikderanalytischenpsychologiealsentsorgungdervergangenheit Linksdeutsche wollen C.G. Jung für "die Linke" aufbereiten. Sie wollen Linken, die für die idividuelle und gesellschaftliche Emanzipation streiten, einreden, ausgerechnet die Lehre von den "Archetypen des kollektiven Unbewussten", eine in Termini der Psychoanalyse verhüllte, normative Ursprungsphilosophie, sei das, was ihr zur Erlangung der kulturellen Hegemonie in Deutschland noch fehle.
Es mag sein, dass man in Deutschland so die "kulturelle Hegemonie" erlangen kann. Nur ist an dieser angeblichen Versöhnung von "analytischer Psychologie" und "Gesellschaftskritik" nichts, aber auch gar nichts mehr "links", sofern darunter, woran man in Deutschland freilich Zweifel haben kann, eine Praxis verstanden wird, die auf die individuelle und gesellschaftliche Emanzipation von Herrschaft zielt.
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Ideologiekritik