Kritiknetz - Themengebiet Antisemitismus - Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft https://www.kritiknetz.de/antisemitismus Mon, 25 Mar 2019 16:56:59 +0100 Joomla! - Open Source Content Management de-de webmaster@kritiknet.de (Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft) https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1388-auserwaehlt-gehasst-verfolgt https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1388-auserwaehlt-gehasst-verfolgt Eine kurze Geschichte des Existenzkampfes Israels und der Vernichtungsphantasien seiner Feinde

Hans Peter Büttner hat schon des Öfteren im Kritiknetz Beiträge zur „Kritik der politischen Ökonomie“ und des „Antisemitismus/Antizionismus“ verfasst und dargestellt, dass und wie sich in der deutsch-europäischen „Israelkritik“ (von Arte, WDR, SZ, Freitag usw. usw.) Antisemitismus/Antizionismus versteckt. Thema seines Aufsatzes Israel, Palästina, Nazis und der Nahostkonflikt (http://bit.ly/2vkTnkb) waren die Geschichte der Entstehung des neuen Israel im zwanzigsten Jahrhundert bis zur Staatsgründung 1948 und dem ersten Krieg Israels zur Verteidigung des jüdischen Staates gegen den Angriff der arabischen Anrainerregime, die ihn von der ersten Stunde an vernichten wollten,

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hgess@gmx.de (Hans-Peter Büttner) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1302-antisemitismus-im-neoliberalismus https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1302-antisemitismus-im-neoliberalismus Zur Pathologie kapitalistischer Krisenbewältigung (mit einem Bild von G. Stapelfeldt: "Das Mittelmeer ist zu einem Massengrab geworden")

 „Woher der Hass?“, der in den Brandanschlägen auf Unterkünfte von Asylsuchenden zum Ausdruck gelangt? Diese Frage wird gegenwärtig beinahe täglich in den Nachrichtensendungen der Fernsehanstalten, in Zeitschriften, Zeitungen und speziellen Radiosendungen gestellt - und immer schwingt in der Fragestellung schon mit, dass es das realabstrakte Gesellschaftssystem, das die allermeisten Menschen zur realen Ohnmacht verdammt, die Ungleichheit ins Unermessliche anwachsen lässt, immer neue Spaltungen erzeugt und schon bestehende vertieft, eben so wenig sein kann wie die neoliberale Politik im Dienste dieses funktional differenzierten Systems „rationaler Herrschaft“ (M. Weber).

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hgess@gmx.de (Gerhard Stapelfeldt) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1297-der-gescheiterte-antifaschismus-der-sed https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1297-der-gescheiterte-antifaschismus-der-sed  

Antisemitismus, Rassismus und Neonazismus in der DDR

 

Damit (links-)deutsche Ideologen handeln ‚als enttäuschte zu Verstande gekommene Menschen’ (Marx)

Harry Waibel führt in seine Untersuchung u. a. mit folgenden Sätzen ein: „Wie die SED den Antisemitismus in der DDR leugnete, so leugnete sie auch den Rassis­mus. Wenn doch „Vor­kommnisse“ dieser Art registriert werden mussten, dann wurden Täter als „kriminelle“ oder „asoziale“ Elemente be­zeichnet, die durch den schädli­chen Einfluss westli­cher Me­dien oder Agenten dazu beeinflusst worden wären. Die Verleug­nung und Verdrängung dieser Thematik reicht bis in die Gegenwart, wenn von Mitgliedern und Sym­pathisanten der Linkspartei immer wieder behauptet wird, in der DDR hätte es kei­nen Ras­sismus oder Antisemitismus gegeben, und die Erscheinungen der Gegenwart seien aus­schließlich Folgen der politischen, sozialen und ökonomischen Veränderungen ab 1990. (...) Rassisten, Antisemiten und Neonazis waren Teil einer sozialen Realität und sie bildeten die politischen, re­aktionären Kerne einer ansonsten amorph strukturierten Opposition und deren rassistische Exzesse waren auch ein Ausdruck dafür, dass sie den sozialen und politischen Verhält­nissen kri­tisch oder ablehnend ge­genüberstanden.“

 

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hgess@gmx.de (Harry Waibel) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1257-antisemitismus-als-denkform https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1257-antisemitismus-als-denkform Unter Bezugnahme auf Raul Hilberg unterscheidet Büttner drei historische Etappen des Antijudaismus/Antisemitismus

- Vom 3. bis 11. Jahrhundert, also der Spätantike bis Ende des Hochmittelalters:

Diese Periode folgte dem Motto:

Ihr habt kein Recht, als Juden unter uns zu leben!

- Vom 12. bis 17. Jahrhundert, somit dem Spätmittelalter bis zur frühen Neuzeit:

In dieser Periode lautete das Motto:

Ihr habt kein Recht, unter uns zu leben!

- Vom 18. bis 20. Jahrhundert, und damit der sog. „Neuzeit“:

Diese letzte Periode folgte folgerichtig dem Motto:

Ihr habt kein Recht, zu leben!

 

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hgess@gmx.de (Hans-Peter Büttner) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1202-melancholische-weltveraenderung https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1202-melancholische-weltveraenderung Bemerkungen zu Adornos "Erziehung nach Auschwitz" und zur Bekämpfung des Antisemitismus heute

Der  Autor zeigt in diesem Essay auf, dass sich im Anschluss an die „Studien über Autorität und Vorurteil“ (1944), das Gruppenexperiment „Schuld  und Abwehr“ sowie  Adornos Vortrag über „Erziehung nach Auschwitz“ (1966)  im deutschen Sprachraum stark verkürzte Rezeptionslinien der kritischen Theorie des Antisemitismus etabliert haben. Sie verkennen den Kern des Vernichtungsantisemitismus systematisch, indem sie ihn auf eine spezifische Erscheinungsform von rassistischem Vorurteil reduzieren und die Kritik des Antisemitismus in die historisch vergleichende Genozidforschung einbetten wollen, so dass die bürokratisch verwaltete und teilweise  industriell  betriebene Vernichtung der Juden durch Nazideutschland  nur noch als ein Genozid unter vielen anderen  Genoziden erscheint. Das ist zwar weder der kritischen Theorie im Allgemeinen noch Theodor W. Adorno im Besonderen vorzuwerfen, sondern zeugt von den „Grenzen der Aufklärung“ (Detlev  Claussen) in der spätkapitalistischen Gesellschaft insbesondere im europäischen Reich deutscher Nation, wo die kapital-affirmative, kulturindustrielle Dialektik der Aufklärung den strukturellen Antisemitismus in Verbindung mit der antisemitischen völkischen Ideologie im Gewand postmoderner Aufklärung neu wieder zum herrschenden kulturellen Code macht. 

Gleichwohl aber befinden sich unter jenen, die solche  verkürzenden und darum falschen Rezeptionen der kritischen Theorie des Antisemitismus verbreiten, auch postmoderne „Epigonen“ (Kneitschel) Adornos. Deshalb stellt sich im Nachhinein doch die  berechtigte Frage, ob nicht auch einige Texte Adornos, für sich genommen, solche verkürzten Rezeptionen ermöglichen bzw. sich als Vorwand für die angesprochenen Verkehrungen eignen. Der Autor des Essays ist dieser Auffassung und hält namentlich die oben genannten Texte, die durchweg nur sozial-psychologisch  argumentieren, ohne zugleich auf die Kritik des Werts/Kapitals bzw. der bloß  instrumentellen Vernunft zu rekurrieren, für geeignet, „der Auflösung der qualitativen   Konturen des Antisemitismus  in Minoritätenfeindschaft (und Rassismus) Vorschub zu leisten“. Diese Auflösung aber würde in der heutigen Zeit zum Umschlag von Aufklärung über den postnazistischen Antisemitismus  in Gegenaufklärung in Form des antisemitischen Antizionismus oder des islamischen Antisemitismus beitragen. Deshalb plädiert der Autor vehement für die „Re-Akzentuierung des ideologiekritischen Kerns der Erziehung nach Auschwitz“ und trägt dazu  in den Abschnitten IV bis VII einige bemerkenswerte Überlegungen bei.

Heinz Gess 

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webmaster@kritiknet.de (Sebastian Kneitschel) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1201-antisemitismus-und-menschliche-emanzipation https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1201-antisemitismus-und-menschliche-emanzipation  Vortrag von Heinz Gess über Kritische Theorie und Antisemitismus

gehalten am 12. 11. 2011 in der Universität Bielefeld

Adorno stellt in der „Dialektik der Aufklärung“ fest: „Die individuelle und gesellschaftliche Emanzipation von Herrschaft ist die Gegenbewegung zur falschen Projektion“. Gemeint ist mit der „falschen Projektion“, wie aus dem Kontext unmissverständlich hervorgeht, die antisemitische Projektion oder besser: das Feindbild des Judenhassers von „dem Juden“. Ist diese Feststellung richtig, so bedeutet das auch: Solange die gesellschaftliche Form des Zusammenlebens eine durch gesellschaftliche Herrschaft – in welcher Form auch immer – bestimmte und vermittelte Form ist und ineins damit die gesellschaftliche Bearbeitung der Natur zu menschlichen Zwecken strukturelles Instrument der Erhaltung und Akkumulation von gesellschaftlicher Herrschaft ist, solange wird es auch mit systemischer Notwendigkeit die falsche Projektion auf „den Juden“ geben, und sie wird in Bestandskrisen der gesellschaftlichen Herrschaftsform typischerweise um so unbändiger und maßloser ausfallen, je schwächer die reale Bewegung der individuellen und gesellschaftlichen Emanzipation von gesellschaftlicher Herrschaft ist.]]> webmaster@kritiknet.de (Heinz Gess) Antisemitismus https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1162-gesellschaftliche-herrschaft-und-antisemitismus-in-der-kapitalistischen-weltgesellschaft https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1162-gesellschaftliche-herrschaft-und-antisemitismus-in-der-kapitalistischen-weltgesellschaft Zur Kritik aller Formen der antisemitischen Ideologie und Rebellion

Der Antijudaismus und Antisemitismus ist mehr als nur ein gewöhnliches Vorurteil gegenüber dem Fremden und Anderen, das durch Aufklärung und Prüfung an der Erfahrung widerlegt werden könnte. Der Antisemitismus wohnt, wie Adorno es für die Ideologie, den realen Schein von Freiheit und Gleichheit in der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise, generell behauptet, dem gesellschaftlichen Sein selbst inne und wird von ihm bewusstlos immer wieder neu genährt. Beides gilt es zu beachten, nämlich (1) dass der Antisemitismus/Antijudaismus so etwas ist wie eine "objektive Gedankenform" im Marxschen Sinne und (2) dass die antisemitischen Assoziationen, in deren Zentrum der Hass steht, weitgehend im Unbewussten ablaufen. Was an die Oberfläche kommt, sind zumeist nur vom Über-Ich und Ich durchgelassene Rationalisierungen des Hasses auf die Juden und der mit diesem Affekt gekoppelten Assoziationen. Das Unbewusste aber kennt nach Freud keinen Widerspruch. In ein und derselben Symptomhandlung kann sowohl das Verdrängte als auch das Verdrängende zugegen sein. Sie ist die bewusstlose Einheit eines unaufgelösten Widerspruchs. So ist es auch mit dem "Bild des Juden", das der Antisemit in die Anderen projiziert, die er mit seinem Hass verfolgt. Es ist die falsche Projektion des realen gesellschaftlichen Antagonismus, der objektiven gesellschaftlichen Unversöhntheit auf die Juden.
Heinz Gess
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Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Preisverleihung an Judith Butler ein Fehlgriff ist, der einem wissenschaftlichen Skandal gleichkommt, weil hier eine fraglos bekannte Literaturwissenschaftlerin, die Adornos Werk und die ihm zugrunde liegende Intention ins Gegenteil verkehrt, ausgerechnet unter Berufung auf Adorno geehrt werden soll. Das ist um der Wahrheit in der Sache willen, nicht hinnehmbar.

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webmaster@kritiknet.de (Heinz Gess) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1153-nationalsozialismus-und-antisemitismus https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1153-nationalsozialismus-und-antisemitismus Aus unterschiedlichen Anlässen habe ich im Kritiknetz in mehreren Artikeln dargelegt, dass und wie im linksdeutschen Diskurs über die Rechte, Nationalsozialismus, Nation und Nationalismus, Antizionismus, Islamismus, „das bürgerliche Geldsystem“ und „den Kapitalismus“ neu-rechte ideologische Denkformen im linken Jargon wiederkehren, die selber Kernbestandteil der Ideologie der nationalsozialistischen-deutschen Revolte waren. (1)

Der hierzulande hegemoniale Jargon ermöglicht es, sich heute mit Denkfiguren desselben ideologisch „verkürzten Antikapitalismus“ (Postone) als Antifaschist, Antinationalist und antizionistischer Israelkritiker zu inszenieren, der  Deutsche in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts für die nationalsozialistischen Revolte einnahm oder veranlasste, aus der Arbeiterbewegung in die SA überzulaufen. Indem man diese Denkform dazu benutzt, im Nachhinein mit dem Nationalsozialismus von links abzurechnen, erscheint sie neu wieder - im links-grünen Jargon - als akzeptabel und gegen jenen Verdacht erhaben, eine neue, den veränderten Verhältnissen  angepasste Version der alten deutschen Ideologie des konformistisch- romantischen Protests zu sein. Nicht sie, sondern die vehementen Kritiker  dieser Ideologie und – selbstverständlich - die Judenrepublik Israel ziehen wie immer schon in Deutschland den Zorn der Mehrheit auf sich und werden als „Antideutsche“, „Verräter an der Sache“, „Spalter“, „Rechte“ oder wegen ihrer Kritik des antisemitischen Wahns im “heiligen Krieg gegen Israel“ als „islamophob“ und  „neue Antisemiten“ gebranntmarkt, weil aus dieser Sicht Islamophobie als neue Form des Antisemitismus gilt.

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hgess@gmx.de (Postone) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1132-den-wald-vor-lauter-baeumen-sehen-was-eine-kritik-des-nationalsozialismus-nicht-vergessen-darf https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/1132-den-wald-vor-lauter-baeumen-sehen-was-eine-kritik-des-nationalsozialismus-nicht-vergessen-darf Am 24.12.2011 fand in Bielefeld eine Demonstration von Neonazis gegen das „Arbeiter_innenjugendzentrum“ (AJZ) statt, der sich mehrere Tausend Personen in einer Gegendemonstration entgegen stellten. Dazu hatte u. a. das AJZ und eine Gruppierung unter dem Namen Nazistopping.de aufgerufen. Die Gruppe „association critique“ nahm an der Gegendemonstration teil. Dabei kann die Gruppe aber nicht verhehlen, dass die Aufrufe, in denen versucht wurde, über die Programmatik der Alt- und Neonazis aufzuklären, ihrer Ansicht nach die zentralen Elemente des Nationalsozialismus verfehlen. Das bewog die Gruppe „association critique“ seinerzeit, auf der Gegendemonstration gegen den Naziaufmarsch, mit der sie sich solidarisierte,  ein Flugblatt zu verteilen, in dem sie die Aufrufe wegen ihres unzureichenden und teilweise falschen Begriffs vom NS  kritisierte.  Sie stellte darin zunächst zutreffend fest,  dass der linke Aufruf von nazistopping.de zwei „Elemente“ als für das „Konzept“ [sic!] des Nationalsozialismus zentral herausstellte, nämlich die „nationale Identität“ und „den  Rassismus“, und machte sodann klar, dass das nur halbrichtig und, weil das herausgestellte Halbrichtige dazu diente,  Wesentlicheres zu verdecken, ganz falsch sei, und zwar aus zwei  entscheidenden Gründen:

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hgess@gmx.de ( [association critique] & Heinz Gess) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/558-anti-semitismus-bei-deutschen-anti-imperialisten https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/558-anti-semitismus-bei-deutschen-anti-imperialisten Das Hamburger Programmkino B-Movie wollte, zusammen mit der Gruppe Kritikmaximie­rung, den Film „Warum Israel?“ von Claude Lanzmann zeigen. Doch die Aufführung, sie war für den 25. Oktober 2009 geplant, wurde von ca. 30 bis 40 Hamburger anti-faschistischen Anti-Imperialisten (Sozialistische Linke, Tierrechtsaktion Nord) aus dem benachbarten Zent­rum B5, mit Gewalt ver­hindert. Ihr Ziel war es, eine „pro-zionistische Veranstaltung“ und „Hetze“ zu verunmöglichen, um damit auf die rassistische Unterdrückung der Palästinenser durch „Apartheid“ aufmerksam zu ma­chen. Jedoch soll, laut taz-Nord, gerufen worden sein: „Judenschweine“, was von den Tätern bestritten wird. Eine Gruppierung des Hamburger Landesverbands der Partei Die Linke hatte das krude Rechtfertigungsschreiben der Anti-Imperialisten auf ihre Homepage gestellt, sich später je­doch davon distanziert. Warum ist die Behauptung von deutschen Linken anti-semitisch, Israel sei ein „zionistischer und rassistischer Staat“ und wie sind sie zur Ideologie des Anti-Zionismus ge­kommen?Ich nehme diesen anti-semitischen Vorfall in Hamburg zum Anlass, um die Entstehung der Ideolo­gie des Anti-Zionismus zeithistorisch und anhand öffentlich zugänglicher Texte zu re­flektieren.

 
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hgess@gmx.de (Harry Waibel) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/210-diagnoseverjudungtherapievernichtungzurwiedergeburtdertotenkopftheologieimschrifttumeugendrewermanns https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/210-diagnoseverjudungtherapievernichtungzurwiedergeburtdertotenkopftheologieimschrifttumeugendrewermanns Als ich meinen Artikel "Heiliger Krieg in Bielefeld" schrieb, war mir nicht klar, dass ich als bösartiger Nestbeschmutzer und allein dastehen würde, weil ich so "böse" war, die Protesttheologie mitsamt der heiligen des Eugen Drewermann vehement zu kritisieren. Deshalb freut es mich nun um so mehr, von Jochen Bruhn zu erfahren, dass ein gewisser Heiner A. Ritzmann, den ich bislang nicht kannte, schon 1993 einen Artikel über die "Wiedergeburt der Totenkopftheologie im Schrifttum Eugen Drewermann" veröffentlicht hat. Dieser Artikel und sein Autor waren mir bislang entgangen. Der Aufsatz kommt völlig unabhängig von mir zu denselben Schlussfolgerungen, zu denen ich in meinem Aufsatz "Heiliger Krieg in Bielefeld" auch gelangt bin.. Darin sehe ich eine starke Bestätigung meiner angeblichen Nestbeschmutzung Bielefelds und eine ebenso starke Widerlegung der Sauberfrauen.
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hgess@gmx.de (Heiner U. Ritzman) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/32-derchristsozialeantisemitismusdesaldolphstoecker https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/32-derchristsozialeantisemitismusdesaldolphstoecker Begründer der ersten deutschen Antisemitenpartei, evangelischer christ-sozialer Pfarrer, Hofprediger unter Kaiser Wilhelm und mancherorts immer noch Vorbild

mit einem Vorwort von Heinz Gess

Wer sich mit dem christlichen Antisemitismus und seiner innigen Verknüpfung mit dem Gedanken des Sozialen als (christlicher) Volksgemeinschaft im Deutschland des neunzehnten Jahrhunderts beschäftigt hat, dem ist Adolph Stoecker (1835 - 1909) gewiss kein Unbekannter. Gleichwohl rechnet man es Stoecker in jenen evangelischen Kirchenkreisen, die "das Soziale" zur Reklame für den Glauben an den einen Gott benutzen, weil sie ihn für so schwach halten, dass er ohne Reklame nicht mehr bestehen kann, bis heute hoch an, dass Stoecker sich um "das Soziale" verdient gemacht habe. Aus diesem Geist der Reklame für den christlichen Gott und seinen Propheten Stoecker sind immer noch Einrichtungen der evangelischen Kirche und Straßennamen in verschiedenen Städten, vor allem in Westen der Republik, nach ihm benannt.
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hgess@gmx.de (Kristan Kossack) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/20-daskollektiveunbewussteundderantisemitismus https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/20-daskollektiveunbewussteundderantisemitismus Zu der positiven Einschätzung des Nationalsozialismus kommt Jung durch Überlegungen, die dem Kern seiner Lehre entsprechen, die also keinesfalls, wie er 1947 zugestanden haben soll, nur »ein Ausrutscher« sind (Evers 1987, S.148). Der entsprechende Gedankengang Jungs sieht wie folgt aus: Um sich als Individuum erhalten und der Gefahr, sich in der Masse zu verlieren und darin unterzugehen, widerstehen zu können, muss der einzelne in seiner Individualität ebenso organisiert sein wie die organisierte Masse. Wie die chaotische Masse nur dadurch Struktur und Richtung gewinnt, dass »die chaotisch sich gegenseitig durchkreuzenden Bewegungen [...] von einem diktatorischen Willen in eine bestimmte Richtung gezwungen werden, so bedarf der dissoziierte Zustand des Einzelnen eines Richtungs- und Ordnungsprinzips« (Jung 1957, S.308). ]]> hgess@gmx.de (Heinz Gess) Antisemitismus https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/80-diedynamikdesautoritaermasochistischencharaktersambeispielderkampagnerolandkochsgegengewalttaetigejugendlicheimmigrantenundgerardschroedersgegenkampagne https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/80-diedynamikdesautoritaermasochistischencharaktersambeispielderkampagnerolandkochsgegengewalttaetigejugendlicheimmigrantenundgerardschroedersgegenkampagne Postscriptum zum Artikel "Muslime in Deutschland und das Versagen der
Politik" - ein Kurzbeitrag am 15. 01 2008


Ich knüpfe in diesem kurzen Essay an einen Gedanken aus meinem Aufsatz
"Muslime in Deutschland und das Versagen der deutschen Politik" an und führe ihn weiter aus. Die Anknüpfung bezieht sich, wie aus dem Thema ersichtlich, auf das "Versagen der deutschen Politik". Es wird beschrieben wie der narzißtische, autoritär-masochistische Charakter, die Fleisch gewordene Charaktermaske des modernen flexiblen Kapitalismus, der die Gesellschaften als ganze in kapitalistische Marktgesellschaften verwandelt, in der Politik funktioniert. Roland Koch und Gerhard Schröder werden als Beispiele für die Dynamik dieses Charakters vorgestellt, der in der unwahren gesellschaftlichen Wirklichkeit distanzlos aufgeht und sie zugleich als das Non-plus-Ultra, als Echtheit und Kernigkeit, inszeniert.
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/72-kritikdesantisemitismusinderddr https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/72-kritikdesantisemitismusinderddr Auf dem Territorium der SBZ, später DDR, nicht wie die meisten wissenschaftlichen und publizistischen Veröffentlichungen behaupten erst seit den 1970er Jahren, hat es eine Vielzahl anti-semitischer Vorfälle gegeben. Der gesellschaftliche und staatliche Anti-Semitismus im Innern der DDR findet sein Gegenstück in der anti-zionistischen Außenpolitik gegenüber dem Staat Israel und den arabischen Staaten. Jahrzehntelang wurde von der SED und durch ostdeutsche Medien behauptet, Israel betreibe mit seiner Politik gegenüber den Palästinensern faschistischen Terror und wäre den deutschen Nazis gleich zu setzen. Diese Propaganda, ich nenne sie einen verordneten Anti-Semitismus, hatte weitreichende Folgen für das Bewußtsein der ostdeutschen Bevölkerung. Mit ihrer Erziehung zum Haß auf die Feinde der DDR, implizit waren damit auch Juden und der Staat Israel gemeint, förderte die SED antisemitische Einstellungen. ]]> hgess@gmx.de (Harry Waibel) Antisemitismus https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/115-einetreuevermahnunganallechristensichzuhuetenvorantisemitismusisraelfeindschaftundwoelfeninschafspelzen https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/115-einetreuevermahnunganallechristensichzuhuetenvorantisemitismusisraelfeindschaftundwoelfeninschafspelzen Kürzlich veröffentlichte die christliche Diakonie auf Ihrer Internetseite ein Gebet, mit dem sie in christlicher Liebe und vorgeblich "ohne Hass" auf Israel für ihre "Katastrophenhilfe" für den Libanon wirbt. In dem Gebet heißt es u..a.:

"Mache uns dadurch fähig,
denen entgegen zu treten
- ohne Hass, aber entschlossen -
die den Tod der Kinder ihrer Feinde
für unvermeidlich halten,
weil sie die Zukunft
ihrer eigenen Kinder sichern wollen."
 
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/52-dieweltdesdeutschenphilistersunddieidealedesunmenschentumseinephillipikagegendiedeutschenahostpolitik https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/52-dieweltdesdeutschenphilistersunddieidealedesunmenschentumseinephillipikagegendiedeutschenahostpolitik
Wie der Untertitel schon sagt, handelt es sich bei diesem Essay um eine Phillipika gegen die deutsche "Nah-Ost-Politik: "So fügt sich auch in diesem Konflikt zwischen barbarischen, vernichtungsantisemitischen Regimen und Rackets und den liberalen demokratischen Staaten und Gesellschaften wieder einmal zusammen, was historisch seit Fichte zusammengehört: die antisemitische bzw. antizionistische deutsche Volksgemeinschaft, jene "Schicksalsgemeinschaft" aus deutschem Kapital und deutscher Arbeit, von Rechtsdeutschen und Linksdeutschen, die sich in ihrer Vereinigung zum Urvolk der Mitte und neuerdings auch noch zur "Friedensnation" erklären, um dem konkurrierenden Bündnis zwischen Israel und den USA und ihren engeren Verbündeten um so leichter "die Mitte" absprechen und den Willen zum imperialistischen Krieg zusprechen zu können.
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/206-einneuerhortderunredlichkeitanmerkungenzurwissenschaftlichenundmoralischenselbstdemontagedeszentrumsfuerantisemitismusforschung https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/206-einneuerhortderunredlichkeitanmerkungenzurwissenschaftlichenundmoralischenselbstdemontagedeszentrumsfuerantisemitismusforschung Kurz nach den islamistischen Terroranschlägen von Bombay und am Vorabend des 60. Jahrestages der Uno-Menschenrechtserklärung führte das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) am 8. Dezember 2008 an der TU in Berlin eine Tagung zum Thema "Feindbild Muslim - Feindbild Jude" durch. Schon anhand der entsprechenden Beiträge des aktuellen Jahrbuchs des ZfA war ersichtlich geworden, worum es den Veranstaltern/Referenten im engen Verbund mit zahlreichen deutschen und zugewanderten Islamverteidigern konkret gehen würde: Die undifferenzierte Herabwürdigung und Diffamierung jeder Form von Islamkritik als "Feindbildkonstruktion" sowie die voreingenommen- parteiliche Gleichsetzung dieser angeblichen Feindbildkonstruktion mit irrationaler Judenfeindschaft/Antisemitismus.
 
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hgess@gmx.de (Hintergrundredaktion) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/238-diedeutschesozialdemokratieundderantisemitismusdernationalsoziaisten19331938 https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/238-diedeutschesozialdemokratieundderantisemitismusdernationalsoziaisten19331938 Die deutsche politische Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts hat Judenbilder genährt, die sowohl von der Rechten als auch von der Linken absorbiert wurden. Teile der Linken waren mit einer Einstellung behaftet, die als passiver kultureller Antisemitismus bezeichnet werden könnte, mit denselben antijüdischen Vorurteilen, wie sie auch bei den anderen Parteien verwurzelt waren. Jenseits der politischen Rivalität und sämtlicher ideologischer und politischer Trennlinien wurden die Juden übereinstimmend als Fremde betrachtet.Spöttische Bemerkungen über "jüdische Charaktereigenschaften" oder Verachtung der Juden als bürgerliche Gruppe waren ihnen nicht fremd. Gleichgültig für wie fortschrittlich sie sich hielten, wie viele jüdische Freunde sie hatten oder wie groß der Anteil der Juden im eigenen politischen Lager war, bei vielen Sozialdemokraten war das Verhältnis zu Juden von der charakteristischen Dichotomie geprägt, wie sie etwa in dem apologetischen Satz "einige meiner besten Freunde sind Juden" zum Ausdruck kommt. ]]> hgess@gmx.de (David Bankier) Antisemitismus https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/178-antizionismusinderkpdderweimarerrepublik https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/178-antizionismusinderkpdderweimarerrepublik Die Ausprägung des Antiimperialismus zum "Antizionismus" war schon in der Weimarer Republik bedeutsam:
Immer wieder wurde die fetischisierte Vorstellung, die "deutsche Arbeiterklasse" besitze die Fähigkeit, Werte zu schaffen, die ihr vom Kapital geraubt würden, nationalistisch und fremdenfeindlich aufgeladen, so dass "das Kapital" als eine fremde, "antinationale" Macht konstruiert wurde. Mit dem Antiimperialismus und insbesondere mit dem "Antizionismus" wurde jedoch nicht nur eine Arbeiterklasse nationalisiert, sondern es wurden umgekehrt "nationale Bewegungen" und so genannte nationale Entitäten "klassifiziert', als ganzes einer Position im weltweiten "Klassenkampf" zugeordnet: "die Araber" als "Arbeiter", als produktive, "wirkliche Nation" auf der einen Seite - "die Juden" als "Kapitalismus" und "Imperialismus", "parasitäre" Wesen, also keine "wirkliche Nation", auf der anderen Seite.
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hgess@gmx.de (Olaf Kistenmacher) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/259-derchristlichesozialismusvongeisslerunddiedeutscheideologievongoebbels https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/259-derchristlichesozialismusvongeisslerunddiedeutscheideologievongoebbels Der in der "Zeit" vom 11. 11. 04 erschienene Artikel von Heiner Geisler "Arbeitnehmer. Wo bleibt Euer Aufschrei..?" ist ein Lehrstück für die "konformistische Revolte" gegen das Kapital. Er gibt sich rebellisch, bekräftigt und verklärt aber in Wirklichkeit, wogegen er rebelliert, indem er eine andere Variante desselben als Rettung aus den Übeln des "falschen Kapitalismus" verkauft. Derselbe Geist spricht meines Erachtens aus dem Buch von Joseph Goebbels (1939) "Michael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern". Goebbels stellt in diesem Buch dar, welche "inneren Kämpfe" der permanent mit sich selbst ringende "deutsche Mensch", "Michael", gemeint ist vermutlich Joseph selbst, zu bestehen hat und immer wieder neu bestehen muss, um sich zum kapitalismuskritischen, nationalen "Christus-Sozialisten" zu wandeln. ]]> hgess@gmx.de (Heinz Gess 12. 11.2004) Antisemitismus https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/228-antisemitismusundisraelkritik1teilnotizzurheitmeyerstudie https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/228-antisemitismusundisraelkritik1teilnotizzurheitmeyerstudie Heute wurde in Berlin eine neue Studie von Prof. Dr. Heitmeyer (Bielefeld) über den Zusammenhang zwischen dem negativen Verhalten der deutschen Öffentlichkeit gegenüber dem Staat der Juden und dem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland vorgestellt. Sie bestätigt schlimmste Befürchtungen.

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/74-heiligerkrieginbielefeldkritikeinerprotestaktionundihrertheologie https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/74-heiligerkrieginbielefeldkritikeinerprotestaktionundihrertheologie Gliederung:
1. Einleitung und Absicht des
Essays - 1
2. Merkwürdigkeiten der Protestkonstellation - 5
3. Vergleich der Protestheologie mit der politischen Theologie Drewermanns - 6
4. "Gott mehr gehorchen als den Menschen!" - 7
5. Vermisstes politisches Bewusstsein - 13

6. Du sollst Dir kein Bild machen - 15
7. Falsche Kumpanei - 17
8. Ursprungsideologie - 18
9. Bruch mit dem fetischistischen Bewusstsein in der
Religion - 20
10. "Funktionierende Strukturen"?- 21
11. Geläuterte Politik als Schmierenstück - 24
12 Was ist zu tun ? - 25
13 "Der Supergau" und "das jüdische Geld" - 26
14.
"Requiem für einen  Gestapomann"- 28

Manchmal bringt das konzentrierte Durchdenken eines lokalen Vorganges sehr viel mehr an Erkenntnis über den gesellschaftlichen Betrieb und die Sozialpsychologie der darin operie­ren­den Personen ein, als es groß angelegte Untersuchungen vermöchten. Ein solcher Vorgang ereignete sich anno 2007 in Bielefeld, als das dortige ehemalige Kirchengebäude der evange­lischen Paul Gerhardt Gemeinde in eine Synagoge umgewandelt werden sollte. Die Umwand­lung geriet zu einem denkwürdigen Schauspiel, das an die besten Zeiten der Deutschen Christus-Sozialisten erinnerte.  Deutsche Christen probten den heiligen Aufstand für Ihren Gott, den sie mit dem Gott der Juden partout  nicht verwechselt wissen wollten. Sie ver­schanz­ten sich in einer ehemaligen evangelischen Kirche (Paul Gerhardt), um die protestan­tische Kirchenleitung zu erpressen, ihren Beschluss zu widerrufen, das Gebäude an die jüdische Gemeinde Bielefeld zu verkaufen. Zu den Besetzern gehörten so genannte respek­table Personen mit  Namen in Bielefeld. Darunter ein höherer Richter des Landgerichtes in Bielefeld, ferner der in Bielefeld bekannte WDR-Redakteur Eitel Riefen­stahl, schließlich der bekannte Kirchenmeister der ehemaligen Kirche.
 

 Im Protest der Kirchenbesetzer manifestierte sich ein nachhaltiger rebellischer Kon­for­mis­mus. Sie fühlten sich als Sprachrohr des Bielefelder Volkes  und  wurden von der örtlichen Presse in hemmungsloser Sensationsgier auch so in Szene gesetzt, nämlich als lokale Helden des völkisch-christlichen Widerstandes gegen die dubiosen Ansprüche der Juden. Das wurde schon deutlich an dem von der Presse eilfertig herausgestellten Spott, mit dem die Besetzer auf die Strafanzeige der Immobilien­besitzer reagierten. "Toll, jetzt trauen sie sich wenigstens etwas", posaunten sie hinaus und wollten damit sagen: "Seht her wie mutig wir doch sind." Noch deutlicher wurde diese Gesinnung aber an dem Kommentar der Besetzerclique, nach­dem Präses Buß ihnen ausnahmsweise einmal beigesprungen war. Ihr Kommentar: "Das war jetzt das Machtwort". So eben wünscht sich der deutsche Biedermann die Reaktion  des Füh­rers auf die Krise. Er fühlt sich mit Gott und den Mei­nungs­ma­chern von der örtlichen "Volks­aufklärung" im Bunde gegen die ‚feigen Opportunisten’ in  den demokratischen Gremien und Quasselbuden, die  sich unterstehen, mit der jüdischen Ge­meinde ein Geschäft abzuschließen, für das sie im religiösen Jargon Werbung machen. Das sollte und durfte nicht sein. Deshalb verlangte das deutsche Rumpelstilzchen nach dem "Machtwort" des Führers zu Gunsten der "Authentischen",  die  "Gott mehr (zu) gehorchen als den Menschen".  Die Presse feierte diese prächtigen Rumpelstilzchen derweil als deutsche Helden und nutzte die Gelegenheit, die Bie­le­felder Volksgemeinschaft aufständischer Spießbürger zu schmieden. Die nicht dazugehören, sind die wenigen, hilflosen Juden.

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hgess@gmx.de ( Heinz Gess) Antisemitismus
https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/159-paxchristiindertraditiondeschristlichenjudenhasses https://www.kritiknetz.de/antisemitismus/159-paxchristiindertraditiondeschristlichenjudenhasses Christlicher Judenhass ist in Deutschland nichts Neues. Er ist auch nach Auschwitz keineswegs verschwunden, sondern hat seine Akzentuierung verschoben. Es wird auch fleißig daran gearbeitet, ihn ideologisch aufzupolieren. Einer, der sich dabei unter vielen anderen hervorgetan hat, ist der bekannte Kirchenkritiker, Theologe und Religionspsychologe Eugen Drewermann. Ich habe nicht die Absicht, dies hier weiter auszuführen, sondern zitiere zum Beleg nur zwei Stellen aus seinen Schriften "Der tödliche Fortschritt" und "Die Spirale der Angst". Dort schreibt Drewermann: "So ist die Naturvergessenheit und die Anthropozentrik der Bibel in ihrer Einseitigkeit besonders krass ersichtlich, und es ist psychologisch keine Frage, dass in der Naturfremdheit des Christentums im Erbe der Bibel (gemeint ist das "alte Testament" - HG)) bereits einer der Hauptgründe auch für die innere Unfähigkeit zum Frieden liegt [...]
 
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Antisemitismus