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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

Bielefelder Mobbingkultur (Teil I); ein Interview dazu (Teil II)

Kategorie: Sozialarbeit
17. August 2008
Castollux, Heinz Gess
1886 Zugriffe
In der ZEIT-Ausgabe vom 14. August hatte Evelyn Finger einen Kurzkommentar (in der Printversion (S.47) und im Internet unter "Academics", Untergruppe "Neues aus der Wissenschaft" verfügbar) zu den Vorkommnissen um den Bielefelder Soziologieprofessor Heinz Gess geschrieben und dabei deutlich zum Ausdruck gebracht, was sie vom Maulkorberlass hält, der ihm in Form eines Disziplinarverfahrens auferlegt wurde. Castollux berichtete in diesem Beitrag über den unerhörten Vorgang, in dem einem Wissenschaftler seitens der Rektorin untersagt wird, Forschungsergebnisse über die Tätigkeit des nazistischen Wissenschaftlers und hochrangigen ehemaligen NSDAP-Funktionärs Werner Haverbeck, der ab 1972 an der FH Bielefeld "lehren" durfte, öffentlich zu thematisieren.

Castollux hat mit Prof. Dr. Heinz Gess ein Kurzinterview geführt, das näheren Einblick in die Entwicklung an der FH Bielefeld während der letzten Wochen vermittelt.
 


Bernd Dahlenburg


Ich veröffentliche dieses Interview (Erstveröffentlichung auf der Seite Castollux von Bernd Dahlenburg) als Teil II zusammen mit dem Artikel von Bernd Dahlenburg "Bielefelder Mobbingkultur" als Teil I.
Heinz Gess
Disziplinarverfahren gegen Professor Heinz Gess

Ein Kommentar auf der Seite "Europäische Werte" von Ida Dreyfus:
"Soeben lese ich im "honestly concerned", dass die Rektorin der Fachhochschule Bielefeld, Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff ein Disziplinarverfahren gegen Prof. Dr. Heinz Gess eingeleitet hat.
Vielleicht erinnern sich meine Leser noch an die Meldung vor ein paar Tagen, was das Vergehen des Prof. Gess war?
Es geht um einen Artikel, den wir beide verfasst haben, und den Heinz Gess auf der von ihm betriebenen Homepage kritiknetz.de unter dem Titel "Grün-braune Liebe zur Natur: Die NSDAP als "grüne Partei" und die Lücken der Naturschutzforschung" veröffentlicht hat.
Diese Methode hat System. Unsere Zensur arbeitet sanft auf der Ebene des Staates, aber um so erbarmungsloser schlägt die Keule im Gericht und am Arbeitsplatz zu. Im Gericht ist sie häufig als Unterlassungsurteil verkleidet. (...)
Am Arbeitsplatz ist der Maulkorb mindestens so gnadenlos. Häufig hat man hier Verhältnisse wie in diktatorischen Systemen. Wenn jemand auf der Spitze seiner Karriere steht und seine Familie sich auf ihn verlässt, wird es leicht, ihn einzuschüchtern. Wenige Mutige stehen zu ihrer Meinung, wie Prof. Gess, der Staatsanwalt Reusch oder die Staatsanwältin Junker
Voriges Jahr hatte ich einen Artikel gebloggt, dass in Großbritannien Unglaubliches per internen Rundschreiben von den Mitarbeitern gefordert wurde. Ich zweifle nicht daran, dass ähnliche interne Rundschreiben und Richtlinien für die Verhaltensweise auch an viele deutsche Angestellte und Beamte verteilt werden.
Das ist die real-existierende Zensur.
So viele Akademiker haben mir schon gesagt, dass sie aus diesem Grunde ihrer Familie und ihren Kindern zuliebe anonym bleiben müssen; andere wiederum sind gerade in die Rente gegangen und trauen sich deswegen, sich zu outen. Ich selber habe auch erst mal Stricke kappen müssen und meinen Lebensstil ändern müssen, um von meiner Redefreiheit Gebrauch machen zu können."
Ida Dreyfus (16.8.08 09:41)



Link zum Artikel (PDF): "Bielefelder Mobbingkultur (Teil I); ein Interview dazu (Teil II) ". Klicken Sie bitte hier.

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