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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

Die zentrale "Botschaft" des sudanesischen Reformers Mahmud MuhammadTaha in der von ihm konzipierten "Zweiten Botschaft des Islam"

Kategorie: Religionskritik
22. Juli 2008
Assia Harwazinski
1338 Zugriffe
Der sudanesische Reformer Mahmud Muhammad Taha wurde unter Präsident Numeiri am 18. Januar 1985 hingerichtet. Der Vorwurf lautete Abfall vom wahren Glauben, nach dem islamischen Religionsrecht ein todeswürdiges Verbrechen.
Tahas Verbrechen bestand in einer eindringlichen, scharfsinnigen Auseinandersetzung mit den koranischen heiligen Texten. In ihr kam Taha zu Schlüssen, die die Forderung nach politischer Emanzipation des Glaubens vom Staat und umgekehrt einschließen. Dies freilich nicht durch Übernahme von Gedankengängen, die den Schriftern äußerlich sind, sondern durch eine konsequente inner-religiös-philosophische Argumentation bei gleichzeitiger Wahrung des Glaubens und grundsätzlichen Aufrechterhaltung des Gottes-Begriffs. Er stellt den heiligen Grundlagentext radikal in Frage, behält ihn aber zugleich grundsätzlich bei.
Deshalb birgt Taha´s Ansatz eine sehr viel stärkere Möglichkeit für Muslime, sich dem säkularen Konzept der Menschenrechte anzunähern als jeder andere Ansatz innerhalb des islamischen Denk-Spektrums. Taha kommt mit seiner Trennung der Sphären (erste und zweite Botschaft des Islam/Unterscheidung zwischen Islam und "iman" = Glaube) der Bedeutung und Interpretation, "dass die Religion frei von staatlichen Einmischungen, der Staat frei von religiöser Bevormundung und die persönliche Gewissensfreiheit gegenüber beiden, Staat wie organisierter Religion, frei ist", am nächsten. Genau hier liegt das Freiheitspotential des säkularen Menschenrechtskonzepts. Zugleich ist das im Menschenrechtsdenken beabsichtigte säkulare Recht zwar ein von religiöser Begründung unabhängiges, keinesfalls aber ein antireligiöses Recht, sondern eines, das tatsächliche Religionsfreiheit (einschließlich des Religionswechsels) durch die Reduktion des Totalitätsanspruchs der Religion/en erst ermöglicht." (Assia Harwazinski)
Assia Harwazinski erinnert in diesem Essay an den Muhammad Taha, den mutigen Kämpfer für dfie politsche und menschliche Emanzipation und stellt seine kritische religiös-philosophische Auseinandersetzung mit dem orthodoxen Islam, deretwegen er von Numeiri zun Tode verurteilt wurde, vor.
Heinz Gess.


Link zum Artikel (PDF): "Die zentrale "Botschaft" des sudanesischen Reformers Mahmud MuhammadTaha in der von ihm konzipierten "Zweiten Botschaft des Islam"". Klicken Sie bitte hier.
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