Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
Die globale Offensive des Religiösen - Eine Gefahr für Frieden, Demokratie und freiheitliche Lebenskultur
- Kategorie: Religionskritik
- 17. März 2006
- Hartmut Krauss
- 4083 Zugriffe
Die Wiederbelebung des Religiösen als antiemanzipatorischer Angriff auf die kulturelle Moderne
Hartmut Krauss schreibt am Ende seiner Religionskritik:
"So finden sich bei Meslier bereits alle wesentlichen Leitorientierungen der säkular-humanistischen 'Ethik des Unglaubens':
a) der moralische Imperativ der Leidensminderung in Verbindung mit der Bedeutsamkeit des "gewöhnlichen Lebens"[7] sowie dem Ideal des allgemeinen Wohlwollens;
b) der Leitgedanke des freien, sich selbst bestimmenden Subjekts, wobei 'Freiheit' sowohl negativ als Abstreifung kosmischer Vorherbestimmung (göttlicher Vorsehung) als auch positiv durch Erschließung der Kräfte der desengagierten (objektivierenden) Vernunft wie der schöpferischen Einbildungskraft definiert wird; sowie...
Hartmut Krauss schreibt am Ende seiner Religionskritik:
"So finden sich bei Meslier bereits alle wesentlichen Leitorientierungen der säkular-humanistischen 'Ethik des Unglaubens':
a) der moralische Imperativ der Leidensminderung in Verbindung mit der Bedeutsamkeit des "gewöhnlichen Lebens"[7] sowie dem Ideal des allgemeinen Wohlwollens;
b) der Leitgedanke des freien, sich selbst bestimmenden Subjekts, wobei 'Freiheit' sowohl negativ als Abstreifung kosmischer Vorherbestimmung (göttlicher Vorsehung) als auch positiv durch Erschließung der Kräfte der desengagierten (objektivierenden) Vernunft wie der schöpferischen Einbildungskraft definiert wird; sowie...
c) das Gebot der allgemeinen Gerechtigkeit, das sich sowohl in der Sprache der 'subjektiven Rechte' als auch in den 'gleichheitsorientierten' Bestrebungen nach Hierarchieabbau zwischen den Klassen, Rassen und Geschlechtern niedergeschlagen sowie im Ideal der Demokratie manifestiert hat.
Den herausragenden Kulminationspunkt der atheistisch-humanistischen Ethik bildet dann Marx' herrschaftskritischer Imperativ, "alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist" (Marx 1988, S.385, Hervorhebung von mir; H.K.), einschließlich des darin implizit angesprochen Projekts der gemeinsamen Schaffung eines "Vereins 'freier' Menschen". Diese emanzipatorische Grundorientierung, die sich gleichermaßen sowohl gegen die spätkapitalistische Herrschaftskultur des profitorientierten Wertenihilimus als auch gegen den neototalitären Aufstand der religiösen Fundamentalismen wider die Grundprinzipien der kulturellen 'Moderne' richtet, gilt es als Richtmaß globaler Fortschrittsbemühungen und progressiver Bildungsanstrengungen wieder ins Zentrum zu rücken.
Ich stimme dem voll und ganz zu.
Heinz Gess
Notiz: s. auch Heinz Gess, Das verletzte religiöse Gefühl.Religion als Herrschaftsform" im Kritiknetz
Link zum Artikel (PDF): "Die globale Offensive des Religiösen - Eine Gefahr für Frieden, Demokratie und freiheitliche Lebenskultur ". Klicken Sie bitte hier.
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