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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

Der ewige Sündenbock (Rezension)

Kategorie: Politische und kulturkritische Eingriffe
27. März 2010
Urich Sahm
1038 Zugriffe
In seinem Buch „Der ewige Sündenbock“ hat Tilman Tarach mit vielen Belegen und Quellverweisen vergessene, verdrängte und unbekannte Tatsachen über den Nahostkonflikt zusammengetragen.
"Manches ist Nahost-Kennern wohl bekannt, aber viele Details und Zusammenhänge überraschen selbst Experten. Zahlreiche arabische Massaker an Juden, in Palästina und in der arabischen Welt widerlegen den Mythos, wonach Juden und Moslems bis zur Ankunft der Zionisten friedlich koexistiert hätten. Die Nazis planten, Palästina zu erobern um die Juden auch dort zu vernichten. Hunderte Juden starben durch deutsche Bomben auf Tel Aviv und Haifa. Altnazis setzten nach dem Zweiten Weltkrieg in arabischen Ländern ihren Vernichtungsfeldzug gegen die Juden fort.
Tarach beschreibt ausführlich die im jüdischen Viertel der Altstadt Jerusalems wiederaufgebaute Hurva Synagoge. Ihre Neueinweihung vor wenigen Tagen führte zu amerikanischen Protesten und gewalttätigen palästinensischen Unruhen. 1948 war sie von den Jordaniern gesprengt worden. Die Ausführung übernahm Fausi el Kutab. Der war die rechte Hand Mufti El Husseini und von der SS zum Sprengstoffexperten ausgebildet worden. Ein jordanischer Kommandeur erklärte nach der Zerstörung des jüdischen Wahrzeichens in Jerusalems: „Zum ersten Mal seit 1000 Jahren verbleibt kein einziger Jude im Jüdischen Viertel. Kein einziges Gebäude bleibt intakt. Das macht eine Rückkehr der Juden unmöglich.“ Ungeachtet der Frage, ob die Jordanier dem Völkerrecht entsprachen, als sie ihr Königreich von Juden „ethnisch säuberten“ und im Osten der Stadt jüdische Spuren tilgten oder ob die Israelis heute gegen Völkerrecht verstoßen, indem sie eine mit Nazi-Ideologie zerstörte uralte Tradition wieder aufleben lassen. Tarach weist eindringlich nach, welch verheerende Rolle die Nazis sogar in Palästina spielten, mit Nachwirkungen bis heute." (Ulrich Sahm)

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