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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

Vergleichende Völkermordforschung als Beitrag zur Genozidprävention

Kategorie: Neue Rechte, Völkisches Denken, Rassismus
09. November 2009
Richard Albrecht
1105 Zugriffe
Irving L. Horowitz´ politische Soziologie der Völkermordgesellschaft

This smart socio-scientific project of an experienced political scientist, and social psychologist, will first of all scholarly re-read and critically discuss most relevant pieces the distinguished scholar Irving L. Horowitz (*1929) published in the 1980´ies when comparing ´common features´ of Armenocide and Holocaust arguing that Armenocide in fact was the essential prototyp of genocide as ´modern´ murder of a nation and, as Raphael Lemkin coined out 1944, genocide in the 20th century. Moreover, two further aspects must be discussed:  (i) Horowitz does not only accept any ´unique uniqueness´ arguments which only regard the Holocaust as genocide; (ii) Horowitz not only works out another central societal aspect of genocidal policy – a priori definition, discrimination, and exclusion a of social group as “objective enemy” (Hannah Arendt)  – but also the relationship of a society towards her basic culture of life as the very contrary of destructive, racial, and genocidal ´taking-lives´-policy run in any genocidal society. Finally, the author will conceptualise aspects of saving-lives-policy highly important for any early-warning system taking the point of no return on the societal road to genocide and genocidal action(s) seriously.
Im letzten Epochenbruchjahr 1989 erschienen zwei seitdem wenig beachtete politiksoziologische Aufsätze zur vergleichenden Völkermordforschung: Irving Horowitz´ “dismal science of authorized terror“ und Richard Albrechts „ideologische Politik“ des Völkermords. Letzterer bezog sich auf ihm damals zugängliche, vor 1989 erschienene, Texte des ersteren. Fünfzehn  Jahre später konnten die 1989 abgebrochenen Völkermordstudien wiederaufgenommen und nun auch als dreibändige „Genozidpolitik im 20. Jahrhundert“ abgeschlossen werden: Der letzte Band (2008) dokumentiert, verifiziert, kommentiert und publiziert erstmalig nicht nur die seit dem Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß 1945/46 umstrittene Geheimrede des letzten deutschen Reichskanzlers vom 22. August 1939 mit dem genozidpolitisch relevanten Schlüsselzitat („Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“) zur Rechtfertigung von faschistischem Vernichtungskrieg und Völkermord. Der Autor skizzierte dort im Anschluß an seinen Essay „Lebenskultur und Frühwarnsystem“ (2005) auch einen genozidtheoretischen Rahmen für vergleichende Völkermordforschung zur Begründung antigenozidaler Politik zur Völkermordverhinderung .

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