| Die Darstellung des Krieges der Hisbollah gegen Israel in ARD und ZDF |
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| Geschrieben von: Media Tenor |
| Mittwoch, 16. August 2006 um 10:20 Uhr |
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Eine Medienanalyse des unabhängigen Instituts "Medien Tenor" mit aufschlussreichen Ergebnissen über die Berichterstattung jener Medien, die sich schon so massiv an der Kampagne "Du bist Deutschland" beteiligt haben.
Summa summarum lässt sich feststellen: "ARD UND ZDF INFORMIEREN MIT EINSEITIGER PERSPEKTIVE: "Die Anti-Israeli-Position während des aktuellen Libanon-Krieges steht im Kontext mit einer jahrelangen negativen Darstellung Israels im allgemeinen sowie der demokratisch gewählten Regierung im besonderen sowohl bei ARD als auch ZDF. Spätestens seit den Wahlen, bei denen Israel den Sozialdemokraten keine Mehrheit mehr gab, sind in den TV Nachrichten von ARD und ZDF die Ereignisse auf Terror und Gewalt reduziert - Ereignisse mit Nachrichtenwert aus Kultur, Wissenschaft, Religion etc. werden dem Publikum in Deutschland kaum noch präsentiert. In ihren Hauptnachrichtensendungen werden ARD (Tagesschau und Tagesthemen) sowie ZDF (Heute und Heute Journal) ihrem Auftrag der unparteilichen und unabhängigen Berichterstattung über die Vorgänge im Nahen Osten in unterschiedlicher Weise nicht gerecht: s. auch: Grudrun Eussner, Uni-Fil-Truppen paktieren mit Hisbollah: http://www.eussner.net/artikel_2006-07-27_21-24-56.html Zusammenfassung: 1. Alle vier Nachrichtenformate vernachlässigen die Unabhängigkeit durch einen Mangel an Perspektiv-Vielfalt: Vom 21.7. bis 3.8.2006 wird bei Tagesschau, Tagesthemen, Heute sowie Heute-Journal die Berichterstattung über Vorgänge im Nahen Osten überwiegend im Libanon begonnen. Gewalt wird damit in erster Linie als Tat der Armee Israels vermittelt, die Gewalt der Hisbollah wird erst am Ende der Beiträge erwähnt - wenn überhaupt. 2. Die für die Medienwirkung relevante Fragestellung Täter-Opfer wird bei ARD wie ZDF zwischen dem 21.7. und 3.8.06 für das deutsche Publikum klar beantwortet: Täter ist in erster Linie Israel, Opfer in erster Linie die Zivilbevölkerung im Libanon. Die Täter der Hisbollah tauchen in den Hauptnachrichtensendung ähnlich selten auf wie die israelischen Opfer der Hisbollah-Raketen. Erklärungen, daß die Hisbollah ihre Waffen und Führer bevorzugt in Kindergärten, Krankenhäusern und anderen zivilen Einrichtungen tarnt, werden ausgesprochen selten dem deutschen TV-Publikum gegeben, sodaß der Eindruck entstehen muß, daß die israelische Regierung bevorzugt und ohne Rücksichtnahme solche Einrichtungen bombardiert. Hinweise auf die Warnungen Israels an die Zivilbevölkerung im Libanon werden zwar gebracht, aber ohne echte Schilderung der Dilemma-Situation, in der sich die Armee Israels befindet. 3. Die UN-Resolution 1559 vom 2. September 2004, die in Verschärfung der Resolutionen 425 und 426 vom 19.3.1978 die Entwaffnung aller libanesischen und nichtlibanesischen Milizen fordert, wird in den wenigsten Beiträgen angesprochen. Das Versagen der UNTruppen im Libanon taucht kaum auf, und damit fehlt die Grundlage für das Verständnis für das Agieren der israelischen Regierung. 4. Hisbollah-Kämpfer werden in den Fernsehbeiträgen kaum gezeigt, während Israelische Soldaten, Panzer und Flugzeuge beständig zu sehen sind - vom ersten Moment der Beiträge bis zum Ende der Beiträge. Durch dieses starke Ungleichgewicht wird den deutschen Zuschauern die Gefahr seitens der Hisbollah-Milizen nicht in dem Ausmaß vermittelt wie die der israelischen Armee - die zudem seit Jahren von ARD und ZDF überwiegend negativ in seinen TV-Hauptnachrichten präsentiert werden. 5. Mit dem Fehlen der Hinweise auf das Scheitern der UN fehlt dem TV-Publikum der Referenzwert, warum die Israelische Regierung den Forderungen auf einen Waffenstillstand nicht folgen will. Auf diese Weise wird der Eindruck vermittelt, die Israelische Regierung wolle Gewalt um jeden Preis ausüben. 6. Die Anti-Israeli-Position während des aktuellen Libanon-Krieges steht im Kontext mit einer jahrelangen negativen Darstellung Israels im allgemeinen sowie der demokratisch gewählten Regierung im besonderen sowohl bei ARD als auch ZDF. Spätestens seit den Wahlen, bei denen Israel den Sozialdemokraten keine Mehrheit mehr gab, sind in den TVNachrichten von ARD und ZDF die Ereignisse auf Terror und Gewalt reduziert - Ereignisse mit Nachrichtenwert aus Kultur, Wissenschaft, Religion etc. werden dem Publikum in Deutschland kaum noch präsentiert 7. Die israelische Regierung wird seit Wochen vor dem Ausbruch des Krieges im Libanon weiterhin überwiegend negativ dargestellt - Hinweise auf die Begründungen für das Verhalten der israelischen Regierung durch den fehlenden Schutz seitens der UNResolution 1559 bleiben Randnotizen - wenn überhaupt. 8. Die Israelische Armee wird seit Jahren nicht als eine Organisation einer lebendigen Demokratie mit demokratischer Kontrolle und Legitimation dargestellt, sondern überwiegend negativ dargestellt. Sie erscheint letztlich dem Prinzip "Auge um Auge" folgend und nicht aus einer Verteidigungsposition handelnd, in die die UN sie gebracht hat, weil die UN-Resolutionen 425 und 426 "Land gegen Frieden" sowie die verschärfte 1559 von der Völkergemeinschaft nicht umgesetzt wurden. 9. Spätestens seit der verschärften UN-Resolution 1559 vom 2.9.2004 ist in den Abendnachrichten von ARD und ZDF zu selten ein Bericht zu finden, in dem auf den Verstoß der UN-Truppen gegen die Resolution und die entsprechenden Folgen für die israelische Zivilbevölkerung eingegangen wird. Statt dessen wurden nahezu täglich Beiträge ausgestrahlt, wenn Israel im Gaza-Streifen militärische Aktionen durchgeführt hat. 10. Es werden zwar immer wieder Hinweise auf den bestehenden und immer wieder erneuerten Vernichtungsbeschluß Israels durch die Arabischen Welt gegeben, z.B. im Zusammenhang mit Aussagen des iranischen Präsidenten, diese führen aber nicht zu Beiträgen, wie sich dies auf das Leben in Israel auswirkt, und welche Rolle die UN zum Schutz von Israel einnehmen soll. Damit ist für das deutsche Publikum der Sendungen Tagesschau, Tagesthemen von ARD sowie Heute und Heute-Journal von ZDF weder die aktuelle Situation im Libanon noch die Entwicklung seit Staatsgründung von Israel nachvollziehbar. Link zum Artikel (PDF): "Die Darstellung des Krieges der Hisbollah gegen Israel in ARD und ZDF". Klicken Sie bitte hier.
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