Kritische Theorie - Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie Mon, 29 May 2017 03:57:49 +0200 Joomla! - Open Source Content Management de-de webmaster@kritiknet.de (Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft) http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1364-das-neurotische-verhaeltnis-zwischen-schwarzen-und-weissen http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1364-das-neurotische-verhaeltnis-zwischen-schwarzen-und-weissen Zur Verteidigung Frantz Fanons „Schwarze Haut, weiße Masken“ gegen die Ideologie der Critical Whiteness

Der folgende Text widmet sich der psychoanalytischen und materialistischen Analyse der historisch bedingten und sich auf beiden Seiten in der Psyche manifestierenden Beziehung zwischen Schwarzen und Weißen, wie sie Franz Fanon in dem Buch „Schwarze Haut, weiße Masken“ vorgelegt hat. Zunächst wird Fanons Haltung zur Aufklärung dem Antimodernismus der Critical Whiteness gegenübergestellt, dann das neurotische Verhältnis genauer bestimmt. Danach wird Fanons begriffliches Verhältnis zwischen Antisemitismus und Rassismus dem antisemitischen Charakter des Rassismusbegriffs der Critical Whiteness entgegen gesetzt. Zum Schluss versucht der Autor, einen Rassismusbegriff auf der Grundlage der „Dialektik der Aufklärung“ (Adorno/Horkheimer) zu skizzieren.

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hgess@gmx.de (Felix Perrefort) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1363-zur-nietzsche-rezeption-horkheimers-und-adornos http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1363-zur-nietzsche-rezeption-horkheimers-und-adornos Die teils miteinander konkurrierenden, teils zueinander komplementären Nietzsche-Bilder Adornos und Horkheimers werden in chronologischer Reihenfolge skizziert und auf ihren Kreuzungspunkt in der Dialektik der Aufklärung (1947) bezogen. Der Aufsatz zeigt, inwiefern diese unterschiedlichen Einschätzungen Nietzsches ihren Teil zu der inneren Spannung dieses Buches beigetragen haben.

]]> hgess@gmx.de (Norbert Rath) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1362-fehlt-bei-horkheimer-und-adorno-die-dimension-des-sozialen http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1362-fehlt-bei-horkheimer-und-adorno-die-dimension-des-sozialen Axel Honneths Kritik der kritischen Theorie

Wer die kritische Theorie kennt und wegen ihrer rücksichtlosen Kritik gegen das bestehende Falsche schätzt (wie der Autor dieser Zeilen es tut), für den muss Honneths Buch "Kritik der Macht. Reflexionsstufen einer kritischen  Theorie" (Frankfurt/M.1986) ein einziges Ärgernis sein. Mit ihm bescheinigt er sich selbst, wie der Titel des  Buches schon andeutet, ein höheres Reflexionsniveau als der kritischen Theorie der Gesellschaft von Horkheimer und Adorno, die Gegenstand seines, von Ressentiment getrübten Verrisses dieser Theorie ist. Es entstellt und verzerrt die kritische Theorie, dass es dem Kenner die Sprache verschlägt. Kaum ein wahres Wort enthält dieses Buch über die kritische Sozialforschung Horkheimers und Adornos. Und wenn doch einmal ein wahres Wort fällt, so dient es nur der Rationalisierung des Bannspruchs ‚unfähig zur Gesellschaftsanalyse’, mit dem Honneth die kritische Theorie der Gesellschaft aus der sozialwissenschaftlichen Fakultät ein für allemal verbannen möchte. Um die Verbannung durchzusetzen, setzt Honneth die Legende in die Welt, die kritische Sozialforschung sei gar keine echte Sozialforschung, weil gerade das Soziale, das die Sozialforschung zu erforschen habe, seit der „Dialektik der Aufklärung“ (1944) in der kritischen Theorie der Gesellschaft gar nicht mehr und in den Anfangsjahren der kritischen Theorie auch nur sehr rudimentär vorkäme.

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hgess@gmx.de (Ottmar Mareis) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1359-lost-in-intellectual-history-leo-loewenthal http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1359-lost-in-intellectual-history-leo-loewenthal Schneider illustriert in seinem Aufsatz Leo Löwenthals Beitrag an der Konzeption der Kritischen Theorie am Beispiel der Zeitschrift für Sozialforschung, das über zehn Jahre Publikationsorgan des Instituts für Sozialforschung war. In der Geschichte des Instituts sei die Rolle Löwenthals in der Zeitschrift bisher nur angedeutet worden und insbesondere sein Beitrag zur Konzeption einer Kritischen Theorie bleibe dabei auf der Strecke.]]> hgess@gmx.de (Gregor-Sönke Schneider) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1353-zerrbilder-zu-adorno http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1353-zerrbilder-zu-adorno "In der Rezeptionsgeschichte Adornos in Deutschland haben Zerrbilder eine nicht geringe Rolle gespielt. Besonders in Nachrufen im Jahr seines Todes (1969) und in Artikeln anlässlich seines hundertsten Geburtstags (2003) finden sich schräge Vergleiche, unbeholfene Vereinnahmungen und mit Spott oder Häme untermischte Kommentare zu seinem Werk. Adorno selbst hat in einem Brief aus seinem letzten Lebensjahr an Herbert Marcuse geklagt, von dem Hass, der sich hierzulande auf Habermas und ihn selbst richte, mache Marcuse sich keine Vorstellung.

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hgess@gmx.de (Norbert Rath) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1341-kein-glueck-ohne-freiheit-keine-freiheit-ohne-glueck http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1341-kein-glueck-ohne-freiheit-keine-freiheit-ohne-glueck Aspekte von Adornos Konzept des Glücks

Adorno spricht in seinen Schriften von einem universalen ungeschmälerten Glück aller und des Ganzen. Allerdings ist dieses utopische Glück noch nicht da, wird verbogen durch die "Ohnmacht" des Subjekts in der zu einer "zweiten Natur versteinerten Gesellschaft" (Adorno). Surrogate für Glück, wie sie die Kulturindustrie bietet, lehnt Adorno ab.

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hgess@gmx.de (Norbert Rath) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1331-sprache-vernunft-und-emanzipation http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1331-sprache-vernunft-und-emanzipation Darstellung und Kritik der Idee der Diskursethik[1] Karl-Otto Apels

Der Aufsatz Hans Peter Büttners hat zwei Teile. Im ersten Teil (§1- §20) stellt er in Anlehnung an Apels Transzendentalpragmatik zunächst die drei grundlegenden Paradigmen der abendländischen Philosophie dar: (1) das ontologische, (2) das mentalistische (bewusstseinsphilosophische) und schließlich (3) das linguistische (sprachphilosophische) Paradigma. Dann stellt er die für diesen Teil des Aufsatzes zentrale Frage auf, ob und wie die moderne, wissenschaftlich-technische Welt zu einer universalistischen Vernunftethik finden kann, der jeder vernunftbegabte Mensch unter strikter Verwendung seiner vernunftgeleiteten Urteilskraft zwanglos zustimmen kann.

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dulce97@gmx.de (Hans-Peter Büttner) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1312-adornos-nichtidentisches-und-derridas-differance http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1312-adornos-nichtidentisches-und-derridas-differance  

Zenklusen geht im folgenden Text der Frage nach, was Adornos und Derridas Philosophie eint und unterscheidet. Dabei steht, was beide unvereinbar unterscheidet, im Vordergrund seiner Untersuchung. Denn der Autor möchte dadurch, dass er das Bewusstsein für das Trennende weckt, der „ negativen Dialektik“ zur Resurrektion verhelfen.

Zenklusens Untersuchung zeitigt abgründige Differenzen zwischen der „negativen Dialektik“ Adornos und der Philosophie der Dekonstruktion Derridas, die oberflächliche Leser Derridas überraschen können, weil Derridas Begriffe auf den ersten Blick ein große Ähnlichkeit mit denen Adornos aufweisen. Unter anderen stellt Zenklusen folgende Unterschiede heraus:

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hgess@gmx.de (Stefan Zenklusen) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1301-naturwissenschaft-und-kritik-von-pseudonatur http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1301-naturwissenschaft-und-kritik-von-pseudonatur „In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es drei Versuche, vom positivistischen Mainstream abzuweichen und die Selbstreflexion – die Dialektik von Objektivierung, Entfremdung und Wiederaneignung – für das Verständnis der Lebens-, Sozial- und Kulturgeschichte fruchtbar zu machen“, schreibt Dahmer in dem folgenden kurzen Essay. Es sind die Versuche von Marx, Nietzsche und Freud, die alle „Erben Ludwig Feuerbachs“ gewesen seien.

Dann erläutert Dahmer  kurz und bündig die qualitative Differenz  zwischen den positivistisch verfahrenden Naturwissenschaften und den „unnatürlichen  Wissenschaften“ (Nietzsche), die es mit „Objekten“ zu tun haben, die eigentlich Subjekte und als solche in der Lage sind, auf Befunde, die sie selbst betreffen, zu reagieren.
Heinz Gess

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hgess@gmx.de (Helmut Dahmer) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1295-geld-als-gesellschaftliche-synthesis-und-denkform http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1295-geld-als-gesellschaftliche-synthesis-und-denkform Kritik und Auflösung von Sohn-Rethels Rätsel

 

„Unsichtbar ist das Geld heute in all seiner Macht“, aber „unsichtbar ist es als „eine Denkform, von der wir nichts wissen, die jedoch unser Wissen und Denken ...bestimmt“. (...) Keines der unabsehbar zahlreichen und unüberblickbar ausgedehnten Probleme globaler Zerstörung und Not, das nicht zwingend an die Geldvermittlung gekoppelt wäre, keines, das sich nicht unwiderruflich verschärft, solange es weiter nach der Logik der Geldvermittlung zu gehen hat.“ Es sollte längst „absehbar geworden sein, dass es nach der Logik der Geldvermittlung nur die beiden Möglichkeiten gibt, entweder unterhalb des Weltmarktniveaus zu kollabieren oder auf stets vorangetriebenem Weltmarktniveau schließlich das Marktgebiet insgesamt, nämlich die Welt selbst, zu zerstören. Doch je absehbarer und gegenwärtiger bereits die Katastrophen der Geldvermitt­lung, umso trüber der Eifer, ausschließlich von ihr das Heil zu erwarten. (...) Umso unentrinnbarer ist offenbar das Denken eingeschlossen in eben jene Denkformen, die dem Geld entspringen (...) und die nichts anderes zu denken mehr zulassen als eine Welt gemäß dem Geld“. So ­­ hebt Bockelmann in der folgenden Studie an und setzt sogleich fort: Es war Alfred Sohn-Rethel, der als erster diese Einsicht der Abhängigkeit der Denkform der Neuzeit von der Geldform erlangt hat, aber sie blieb bei ihm Zeit seines Lebens eine nie zur klaren Erkenntnis ausgeführte „halbintuitive Einsicht“. Damit ist die Aufgabe benannt, die Bockelmann in der vorliegenden Studie lösen will, nämlich die richtige Intuition Sohn-Rethels endlich einzulösen und kritisch-theoretisch vorzudringen in jene reale Denkform, die „die Welt im Innersten so eisern zusammenhält, dass sie darüber birst.“

 

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hgess@gmx.de (Eske Bockelmann) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1294-glueck http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1294-glueck  

Keine Theorie der Gesellschaft ist möglich, die in den Verhältnissen nicht die aufgehobene Geschichte, den utopischen Vorschein des ‘Vereins freier Menschen’ nachweisen könnte. Die globale Ordnung des Neoliberalismus, die neoliberale Theorie, aber scheint solcher Gesellschaftstheorie den Boden zu entziehen durch ihre drei grundlegenden Dogmen: daß die Gesellschaft als Ganze unerkennbar sei, daß darum das ‘Ende der Geschichte’ ebenso wie das ‘Ende der Utopien’ gekommen sei. Eine Theorie der Gesellschaft im Interesse theoretischer und praktischer Kritik muß daher in der neoliberalen Ordnung die Negation der Utopien als “bestimmte Negation” aufklären, die die verleugneten utopischen Potenzen doch in sich aufgehoben enthält.
Der Text geht dieser “bestimmten Negation” geschichtsphilosophisch nach: durch die Darstellung der Genese und des Verfalls der Utopie des Glücks – der, neben der Utopie der Vernunft, anderen großen Utopie der europäischen Gesellschaftsgeschichte.

 

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hgess@gmx.de (Gerhard Stapelfeldt) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1273-interview-zum-thema-kritische-theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1273-interview-zum-thema-kritische-theorie  

Im  folgenden sehen Sie ein Video mit einem Interview über das Kritiknetz - Zeitschrift  für kritische Theorie der Gesellschaft. Das Interview führte MrMarxismo mit Dr. Heinz Gess nach der Exittagung in Mainz im Oktober 2014. Es geht darin um die Intention des Kritiknetzes als theoretischen Organs der Bewegung der gesellschaftlichen und individuellen Emanzipation von Herrschaft, um seine Inhalte, Schwerpunktsetzungen und Entstehungsgeschichte.

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1263-der-riss-der-welt-geht-auch-durch-mich-gerade-durch-mich http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1263-der-riss-der-welt-geht-auch-durch-mich-gerade-durch-mich Entfremdung und Verdinglichung von Jean-Jacques Rousseau bis zur kritischen Theorie

Dirk Lehmann zeichnet die Entfaltung des Entfremdungs- und Verdinglichungsbegriffs von Rousseau über Hegel, Marx, Engels, Lukács bis zur kritischen Theorie der Gesellschaft nach. Sein Aufsatz endet mit dem Plädoyer Adornos, sich Emanzipation gerade nicht als „Erfüllung der menschlichen Möglichkeiten oder den Reichtum des Lebens“ (Adorno) vorzustellen. Stattdessen heißt es: „Zart wäre einzig das Gröbste: dass keiner mehr hungern soll. Alles andere setzt für einen Zustand, der nach menschlichen Bedürfnissen zu bestimmen wäre, ein menschliches Verhalten an, das am Modell der Produktion als Selbstzweck gebunden wäre.“ (Adorno, Minima Moralia, Ges. Schr. 4, 178)

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hgess@gmx.de (Dirk Lehmann) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1248-restitution-einer-kritischen-theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1248-restitution-einer-kritischen-theorie Nach Helmut Dahmer können Karl Marx und Sigmund Freud „als die Begründer dieser dritten Art von Wissenschaft gelten, die sich mit Institutionen der Seele und der Sozietät befasst, die den vergesellschafteten Individuen als ‚natürliche’ erscheinen und sich dadurch gegen Veränderung immunisieren. Die Kritik solcher pseudonatürlichen Produktionen zielt darauf ab, sie durch Rekonstruktion ihrer Entstehungsgeschichte zu de-fetischisieren, um sie reformieren oder auflösen zu können. Die Institutionenkritik ist die Wissenschaft von den Subjekten der Lebens- und Sozialgeschichte. Wo das Verstehen versagt, greift sie provisorisch auf Erklärungen zurück, die sich daran bewähren, dass die davon betroffenen Subjekte sie adoptieren können, also die Erklärung ihres Verhaltens ihrem Selbstverständnis integrieren (und sie damit gegenstandslos machen).

 

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hgess@gmx.de (Helmut Dahmer) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1246-im-zeitalter-globaler-gleichzeitigkeit-kritische-theorie-der-gegenwart http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1246-im-zeitalter-globaler-gleichzeitigkeit-kritische-theorie-der-gegenwart  

Vortrag zur Eröffnung der Konferenz „Kritische Theorie. Eine Erinnerung an die Zukunft“, Humboldt Universität, Berlin am 29. November 2013

Detlev Claussen stellt in seinem Vortrag zunächst heraus, dass nicht alles, was den Namen „Kritische Theorie“ usurpiert, diesen Namen auch verdient. Dazu gehören insbesondere Jürgen Habermas und sein Gefolge von Wissenschaftshistorikern. Sie verkennen die kritische Theorie als ein an den konformistischen Wissenschaftsbetrieb „anschlussfähig“ zu machendes interdisziplinärens Forschungsprogramm, das es ermöglichen soll, in Form „konstruktiver Kritik“ an allem und jedem alles – Hegel, den symbolischen Interaktionismus (G. H. Mead), Emil Durkheim, die angelsächsische Sprachphilosophie, Heidegger - mit der anschlussfähigen Version der „Kritischen Theorie“ und miteinander zu einem integrierten Ganzen zu verbinden, das der kritiklosen „Theorie sozialer Systeme“ als vermeintlich kritischem Paradigma entgegengehalten wird.

Ferner erinnert er nachdrücklich daran, dass der Namensgeber der Kritischen Theorie Max Horkheimer heißt - und nicht etwa Wolfgang F. Haug, B. Brecht oder A. Gramsci.[1]

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hgess@gmx.de (Detlev Claussen) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1226-die-laeuterung-der-deutschen-sozialphilosophie-durch-den-kritischen-kritiker-axel-honneth http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1226-die-laeuterung-der-deutschen-sozialphilosophie-durch-den-kritischen-kritiker-axel-honneth Honneths Israelkritik im Kontext seiner Theorie

Der folgende Text entstand im Nachgang zu meiner im Kritiknetz veröffentlichten scharfen Kritik an der Verleihung des Adorno-Preises der Stadt Frankfurt ausgerechnet an Judith Butler. Ich versuche mir darin Klarheit darüber zu verschaffen, wie die Israelkritik Axel Honneths und seine positive Einstellung zur Verleihung des Adorno-Preises an Judith Butler mit seiner affirmativen „neuen kritischen Theorie“ zusammenhängt.

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1222-geduld-und-theorie-ein-versuch-ueber-die-gegenwaertige-lage-und-die-aufgaben-von-theorie-und-politik http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1222-geduld-und-theorie-ein-versuch-ueber-die-gegenwaertige-lage-und-die-aufgaben-von-theorie-und-politik Dirk Lehmann kritisiert im vorliegenden Aufsatz zunächst den hektischen Aktionismus der heutigen Bewegungslinken (Blockupy) sehr scharf. „Diese Rebellen … suchen kraft einer sich beinahe überschlagenden Kampagnenhuberei … der Welt ihr Elend doch noch einzuleuchten; wie bei der Schnäppchenjagd ist die Gefahr des Zuspätkommens allgegenwärtig. Eine solche, kein Maß kennende Agitation und Propaganda ist ein Spiegelbild des Akkumulationszwangs. Und wie dieser heute die Individuen bis zur Erschöpfung aktiviert, wären die Rebellen Anhänger einer Art Burn-Out-Kommunismus.“ [1]

In Gegensatz zu diesem „Burn-out-Kommunismus“ bestimmt er die gegenwärtige Zeit, in der die manipulierten Massen loyal zur kapitalkonformen Demokratie stehen, für die Bewegung der Emanzipation als eine „Zeit des Rückzugs“, in der es darauf ankommt, neue Kraft zu schöpfen, neu zu lernen, alte Fehler als solche zu begreifen und zu korrigieren,

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hgess@gmx.de (Dirk Lehmann) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1219-massenloyalitaet-zur-aktualitaet-der-sozialpsychologie-peter-brueckners http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1219-massenloyalitaet-zur-aktualitaet-der-sozialpsychologie-peter-brueckners Die Kluft, die uns Heutige von Brückner trennt, hat sich nicht einfach ergeben durch das Älterwerden der 68er und das Nachwachsen einer neuen Generation, sondern sie wurde politisch hergestellt und durch die „Rückkehr der Macht in die Regelung der zwischenmenschlichen Verhältnisse“ erzwungen (Bruder, 2012). Dadurch wurde die kritische Theorie der Gesellschaft als ganze (Adorno, Horkheimer, Marcuse, Löwenthal) und zugleich was Brückners Theorie, Methode und seine Haltung als Intellektueller als Teil desselben kritischen auszeichnete, an den Rand gedrängt. Gleichwohl sind sie in der Sache für uns Heutige unverzichtbar. Wir haben „ein Erbe anzutreten, indem wir erst mal zu erfassen versuchen, was sie damals bedeuteten, um zu erkennen, was wir heute brauchen, und was uns heute fehlt.“ (Bruder, 2012)

 

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hgess@gmx.de (Klaus-Jürgen Bruder) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1194-geist-der-utopie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1194-geist-der-utopie Würdigung und Kritik des gleichnamigen Buches von Ernst Bloch

Gerhard Stapelfeldt legt im folgenden Essay dar, dass Blochs "Geist der Utopie" zwei Seiten hat. Auf der einen Seite (1) ist es eine vehemente Kritik des verdinglichten gesellschaftlichen Kosmos instrumenteller Vernunft, die in gewisser Weise vorwegnimmt, was rund ein Jahrzehnt später im Frankfurter Institut für Sozialforschung zum Programm der "Kritischen Theorie der Gesellschaft" wird. Diese Seite würdigt Stapelfeldt sehr ausführlich. Auf der anderen Seite (2) bleibt die Kritik Blochs durch die Form ihrer Durchführung aber auch dem von ihr Kritisierten wesentlich verhaftet. Sie durchdringt es nicht in immanenter Kritik, sondern setzt sich ihr nur äußerlich-dogmatisch entgegen. Insofern verfehlt sie den Anspruch, den die dialektische, historisch-materialistische Kritik der in sich widersprüchlichen gesellschaftlichen Faktizität als Selbstverständigung der Bewegung der Emanzipation an sich stellen muss.

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hgess@gmx.de (Gerhard Stapelfeldt) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1193-versuche-ueber-un-wirklichkeit http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1193-versuche-ueber-un-wirklichkeit
Wie der neoliberale Fetischismus sich zu einer imaginären Welt verdoppelt und dadurch das Land Utopia besetzt

Solange die Menschen ihre Geschichte ohne Bewusstsein und bewussten Willen machen, glauben sie sich mythologischen, religiösen und metaphysischen (Schicksals-) Mächten als herrschenden Subjekten der Geschichte unterworfen und fetischisieren sie zur eigentlichen Realität hinter der Welt des bloßen Scheins.

In der folgenden Studie „Versuche über Unwirklichkeit“ stellt Stapelfeldt dar, dass die neueste Gestalt dieses imaginierten, unwirklichen kollektiven Unbewussten „das Gesellschaftlich-Imaginäre“ ist. Er bestimmt es als ‚Welt des Denkens, das sich absolut gegen das Nicht-denken verselbständigt wähnt, seine Genese nicht zu erinnern vermag und sich absolute Herrschaft’ anmasst, als „Welt der losgelassenen Omnipotenzphantasie“ des totalitären, „rationalisierten, von Göttern gereinigten Fetischismus“. (Stapelfeldt, S. 2) Das geschieht in mehreren Schritten. Zunächst stellt er kurz die Entwicklung von der bürgerlichen Aufklärung (liberalistische Epoche) bis zur Implementation des Neoliberalismus als Reaktion auf die Krise des staatsinterventionistischen Kapitalismus und auf das sich abzeichnende ökologische Krisenszenario (Club of Rome, Grenzen des Wachstums) dar.

Implementiert in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts setzte sich der postmoderne Neoliberalismus alsbald gegen den bis dahin dominierenden Staats-interventionismus durch und wurde in den 90er Jahren unter wechselnden Labeln zum herrschenden ökonomischen und kulturellen ideologischen Code der sich zur Totalität aufspreizenden Marktgesellschaft: ökonomisch unter dem Label „Globalisierung“, kulturell unter den Labeln „Postmoderne“ oder „New Age“, psychologisch als „transpersonale“ („humanistische“) Psychologie“ und soziologisch als „Systemtheorie“. Seine ideologische Attraktivität besteht darin, dass er „die endliche Basis der Kapitalakkumulation zu überwinden“ und somit „einen krisenfreien Kapitalismus zu konstituieren“ (a.a.O., S. 8) verspricht. Das soll mit Hilfe dreier Technologien möglich werden: Biotechnologie, Informationstechnologie, Reaktortechnologie oder Öko-Technologie als funktional äquivalente, aber weniger risikoreiche Alternativen zur Atomtechnologie. Im Resultat führte die Anwendung dieser Technologien zur Konstitution einer „ent-stofflichten, imaginären Gesellschaftswelt“ des total verselbständigten Tauschwerts (a.a.O., S. 7), d. h. eines „Zustandes der vollendeten Verdinglichung der Welt“, in dem es „keine Natur mehr gibt“. (Adorno, GS 11, S. 285). In dieser Welt scheinen Gesellschaft und Natur „in einem imaginär-entstofflichten Kosmos“ verschmolzen. „Ökonomisch scheint der Wert der Waren absolut verselbständigt, so dass die Selbstbeziehung des Werts als Kapital durch kein Nichtidentisches vermittelt ist.“ (a.a. O., S. 8)

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webmaster@kritiknet.de (Gerhardt Stapelfeldt) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1192-der-aufstieg-des-individuums-in-der-renaissance-religioese-rationalisierung-die-freiheit-des-christenmenschen-und-der-fruehbuergerliche-judenhass http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1192-der-aufstieg-des-individuums-in-der-renaissance-religioese-rationalisierung-die-freiheit-des-christenmenschen-und-der-fruehbuergerliche-judenhass Stapelfeldt erläutert in der folgenden Abhandlung zunächst den historischen Kontext der religiösen Individualisierung im späten Mittelalter. Sie war danach Folge des Zerfalls des mittelalterlichen, religiös gestützten Mythos der Welteinheit infolge einer Krisenkonstellation von Katastrophen. Die Krise führte ökonomisch zum Übergang von der alten Ökonomie der Hauswirtschaft zur Chrematistik, d. h. zum Kapitalismus in Form des Kaufmanns- und Verlagskapitalismus. Der Fortgang der Ware-Geld-Ware-Tausch zum Geld-Ware-Geld-Tausch und damit die Erhebung des Geldes zum Selbstzweck wirtschaftlichen Handelns bedeutete philosophisch, dass der am Tausch gewonnene Logos Selbständigkeit und Identität erlangte – allerdings erst in Gestalt Gottes - und sich die Vorstellung des Individuums als des innerlich freien selbständigen Menschen in unmittelbarer Einheit mit dem Logos (Gott), dem Identisch-Allgemeinen, ausbildete. „Es konstituierte sich in Form der metaphysischen Identität“ (S. 4)

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hgess@gmx.de (Gerhard Stapelfeldt) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1131-stefan-breuer http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1131-stefan-breuer Dass die kritische Theorie keine durchgängige Einheit ist, ist bekannt, (...) "Kaum thematisiert wurde bisher jedoch, daß es nicht nur Unterschiede zwischen dem frühen und dem späten Werk der kritischen Theorie gibt, sondern unterschiedliche Versionen des ’Paradigmakerns‘ selbst, die auf divergierende Theorieabsichten der beiden Hauptexponenten zurückzuführen sind: Max Horkheimers und Theodor W. Adornos. Damit soll weder behauptet werden, daß diese Divergenzen bewußt ausgetragen wurden, noch daß sie das gemeinsame Werk in Frage stellen: die ’Dialektik der Aufklärung‘ ist das Ergebnis einer theoretischen Allianz, die eine weitgehende Übereinstimmung der Grundüberzeugungen voraussetzt. Dennoch gehen die Diskurse Horkheimers und Adornos in dieser Übereinstimmung nicht auf; sie überschneiden sich nur in einem Teilbereich, während sie im übrigen abweichende, mitunter konträr entgegengesetzte Erkenntnisziele verfolgen." (Breuer)

Stefan Breuer vergleicht in der folgenden Studie die  Differenzen von Horkheimer und Adorno und leuchtet durch die Profilierung der Differrenzen einige Seiten der kritischen Theorie genauer aus, als es bis dato geschehen war.

Heinz Gess

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hgess@gmx.de (Stefan Breuer) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1127-lars-meyer http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1127-lars-meyer über Adorno, Luhmann und Habermas

Adorno begreift, so Meyer, die moderne Gesellschaft als spezifische Totalität, d.h. als Faktizität verselbständigter Gesellschaftlichkeit mit der Warenform, in der sich der für die moderne Gesellschaft konstitutive Umschlag des Gesetzes des Eigentums in das Gesetz der Akkumulation des Kapitals, d. i. in die Herrschaft des Eigentums über die eigentumslosen Arbeiter versteckt, im Zentrum ihrer Konstitution.  Er formuliert vor diesem Hintergrund zugleich eine Kritik der herrschenden positivistischen Soziologie und Psychologie, in der sich der Dualismus dieser beiden wissenschaftlichen Disziplinen "als sich selbst undurchsichtige Artikulation der Erfahrung von Verselbständigung erweist" (Meyer, S. 28). Diese Kritik versetzt in die Lage, zu explizieren, dass sowohl die soziologische Systemtheorie Luhmanns als auch die Theorie des kommunikativen Handelns von Habermas diese spezifische Realform bzw. diese spezifische Weise verselbständigter Gesellschaftsstruktur verfehlen. Die Eigenlogizität und Eigendynamik der spezifisch kapitalistischen Gesellschaftsform bleibt für diese Theorien "ein Buch mit sieben Siegeln. Die differenzierungstheoretische Reifizierung gipfelt im Luhmannschen Begriff der 'funktionalen Differenzierung',..., sowie in einer von Habermas mit dem Begriff der 'funktionalistischen Vernunft prätendierten objektiven Vernunftmetaphorik." (Meyer S. 29) Beide Differenzierungstheorien bewegen sich damit "in einem unauflöslichen Dilemma: nur unter der Voraussetzung, dass sie den Strukturzusammenhang der Gesellschaft in verkürzter Weise als Gegenstand formulieren, indem sie gerade den Verselbständigungs- und Zwangscharakter, die Irrationalitäten und die Krisenhaftigkeit dieser Gesellschaft zum Akzidens erklären, können sie eine funktionalistische Begriffsbildung einführen, die eine harmonistische Konzeption von Gesellschaftsstruktur erlaubt, welche sich in der Auseinandersetzung mit der erfahrenen Wirklichkeit aber immer wieder als problematisch oder gar aporetisch erweist." (Meyer, ibd.)
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Der Aufsatz hat Luhmanns Systembegrifflichkeit zum Gegenstand der kritischen Reflexion.

Der Autor will durch Bezugnahme auf die an Marx geschulte Erkenntnistheorie Sohn-Rethels Erkenntnis klar machen, warum die Systemtheorie Luhmanns unannehmbar ist.  (Heinz Gess)

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hgess@gmx.de (Bernd Ternes) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1124-peter-ruben-camilla-warnke http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1124-peter-ruben-camilla-warnke

Bemerkungen zu G. Lukács' Konzept der „Ontologie des gesellschaftlichen Seins"

Aus dem Artikel von Ruben und Warnke(1): "Zweifellos betrachtet Georg Lukács die kategoriale Bestimmung der Arbeit als das Schlüsselproblem in der Untersuchung der gesellschaftlichen Bewegung und Entwicklung. In seiner „Ontologie des gesellschaftlichen Seins“ jedenfalls versucht er, eben diese Position zu realisieren – und zwar in bemerkenswerter Selbstkorrektur seines einst in „Geschichte und Klassenbewußtsein“ vertretenen Standpunktes. Diese Selbstkorrektur bezieht sich expressis verbis bekanntlich auf die in den frühen zwanziger Jahren formulierte Tendenz, „den Marxismus ausschließlich als Gesellschaftslehre, als Sozialphilosophie aufzufassen und die darin enthaltene Stellungnahme zur Natur zu ignorieren oder zu verwerfen“(2), auf die Attitüde also, die Natur überhaupt als „gesellschaftliche Kategorie“ (3) aufzufassen. Und mit Recht wendet Lukács gegen seine frühere Position ein, daß ein Begriff der Ökonomie, aus dem „die Arbeit als Vermittler des Stoffwechsels der Gesellschaft mit der Natur . . . herausfällt“4, einen eingeengten, verkürzten Determinationsakt reflektiert. Mit Recht proklamiert er auch, „daß gerade die materialistische Auffassung der Natur die wirklich radikale Trennung zwischen bürgerlicher und sozialistischer Weltanschauung herbeiführt“.

Wir stimmen diesem Urteil vorbehaltlos zu. Wir sind mit Lukács einig darin, daß der marxistischen Analyse menschlicher Gesellschaftlichkeit eben die Analyse der Arbeit obligatorisch zugrunde zu legen ist, und teilen auch die Entschiedenheit, mit der er auf der theoretischen Realisierung dieser Voraussetzung besteht. Nichtsdestoweniger halten wir es für erforderlich, gegen Lukács zu polemisieren, so-fern der wirkliche Inhalt dieser Realisierung zur Debatte steht, sofern es wesentlich um die philosophisch-kategoriale Untersuchung der Arbeit und damit zugleich um die Bestimmung des Zusammenhangs der menschlichen Gesellschaft mit der Natur geht. ……

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hgess@gmx.de (Peter Ruben, Camilla Warnke) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/34-derbegriffdesgluecksbeiadorno http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/34-derbegriffdesgluecksbeiadorno  

48 400 000 Seiten auf Deutsch findet man bei Google zum Stichwort "Glück"; in den Gesammelten Schriften Adornos sind es gerade mal 523 Fundstellen.
Ob sich gut dreißig Jahre nach dem Erscheinen dieser Schriften unsere Glücksmöglichkeiten dank Internet und allgemeiner Produktivkraftsteigerung auch nur annähernd in dem Maß vervielfacht haben, wie das diese Zahlen suggerieren, muss bezweifelt werden.
Aber was hat man sich unter "Glücksmöglichkeiten" eigentlich genau vorzustellen oder unter "Glück" ganz allgemein? Und warum sollte ausgerechnet Adornos Werk nicht nur eine brauchbare Quelle zum Thema sondern der Glücksbegriff in ihm geradezu zentral sein?

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hgess@gmx.de (Rufus Sona) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/117-karlmarxalsphilosophdermenschlichenemanzipation http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/117-karlmarxalsphilosophdermenschlichenemanzipation Nicht nur der künftige Fortschritt in der Verwirklichung von Freiheit und Sittlichkeit hängt von der bewußten, solidarischen Praxis der in der Gegenwart Handelnden ab, sondern auch aller vorhergehender Fortschritt ist keineswegs hinterrücks aus der "List" einer anonymen Vernunft erwachsen, sondern ist das Ergebnis geschichtlicher Emanzipationsbewegungen; nicht linear zwar - dazu waren die Gegenkräfte zu allen Zeiten viel zu stark - aber untergründig wirkten beispielsweise die Ideale der Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit aus dem Kommunismus des Urchristentums über die frühprotestantische Bewegung bis in die bürgerliche Revolution und die sozialistische Bewegung hinein, aber sie lassen sich auch darin nicht einfrieren, sondern wirken darüber hinaus heute in mannigfaltigen sozialen Brennpunkten der Gegenwart fort. ]]> hgess@gmx.de (Wolfdietrich Schmied-Kowarzik) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1064-was-ist-kritische-theorie-eine-einladung http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/1064-was-ist-kritische-theorie-eine-einladung Der Artikel von Dirk Lehmann eröffnet durch Konzentration der Darstellung auf wesentliche Gedankengänge der Kritischen Theorie und ihre geschickte Konstellation der Darstellung  den Zugang zur Kritischen Theorie in vorzüglicher Weise.

Besonders hervorheben ist, dass Dirk Lehmann in die Kritische Theorie der Gesellschaft als eine Lebensform und nicht bloß als bestimmte Form wissenschaftlichen Denkens einführt. Das ist sie, insofern sie Theorie ist, zwar auch. Aber sie ist es nicht nur, weil sie als Theorie  in einem auch Kritik an der bestehenden gesellschaftlichen Lebensform ist, die sich von der traditionellen positiven Theorie, deren fortschrittlichste Version die „Theorie sozialer Systeme“ (Niklas Luhmann) ist, wesentlich darin unterscheidet, dass sie des Nicht-Identischen, das der bestehenden Lebensform als gequälte Natur und fortbestehendes, anwachsendes Unrecht der Ausbeutung innewohnt, eingedenk ist und es, getragen von einem fundamentalen Zweifel an der gegenwärtigen gesellschaftlichen Welt, durch die spezifische Form und Konstellation ihrer Begriffe zur Darstellung bringt. Solche negative Kritik ist nur sinnvoll als Lebensform, die durchdrungen ist von dem gemeinsamen Willen zur freien, menschenwürdigen Assoziation gesellschaftlicher Individuen. Sie ist das intellektuelle Organ der Selbstreflexion dieser Lebensform unter gesellschaftlichen Verhältnissen, unter denen diese Welt (noch) nicht die ihrer bewusstlosen Produzenten, sondern die des automatischen Subjekts „rationaler Herrschaft“ ist.
Bei der vorliegenden Fassung handelt es sich um eine Überarbeitung des bereits 2011 im Kritiknetz veröffentlichten Artikels. Er wird demnächst im von Karl-Heinz Dammer, Thomas Vogel und Helmut Wehr herausgegebenen Sammelband über die Aktualität der Kritischen Theorie für die Pädagogik erscheinen (Wiesbaden 2015)


Heinz Gess

Gliederung:
1. Kritische Theorie als Praxisform
2. Die Gründerväter der kritischen Theorie
3. Entstehung und Entwicklung der kritischen Theorie
4. Psychologie und Kritische Theorie
5. Zivilisationskritik im Lichte der Dialektik der Aufklärung
6. Kritische Theorie der verwalteten Welt

7. Zur Lage der Kritischen Theorie heute

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hgess@gmx.de (Dirk Lehmann) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/975-soziale-amnesie-worum-geht-es-in-der-integrationsdebatte http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/975-soziale-amnesie-worum-geht-es-in-der-integrationsdebatte Der Staubbaum wächst
Ein Staubwald überall wo wir gegangen.

Rings um uns steigen Türme des Vergessens
Türme die nach innen fallen
Aber noch bestrahlt von Deinem orangenem Licht!

Die Sage unsrer Liebe lass ich in Quarz verwahren
Das Gold unserer Träume in einer Wüste vergraben
Der Staubwald wird immer dunkler
Weh! Rühr diese Staubrose nicht an!!

Yvan Goll

Replik u. a. auf das Manifest Der kommende Aufstand (JW 49/2010) von Riechelmann


Manfred Dahlmann bringt in diesem Artikel in Erinnerung, was in der Integrationsdebatte, wie sie hierzulande geführt wird, systemischer Amnesie anheimfällt, als gäbe es ein stilles  Einverständnis all der deutschen Helden des Befreiungskampfes für die kollektive kulturelle Identität, daran nur ja nicht zu rühren, und welch üble Konsequenzen dieses Vergessen für die Integrationsdebatte hat.
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hgess@gmx.de (Manfred Dahlmann) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/526-adorno-mon-amour-oder-dialektik-der-68er http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/526-adorno-mon-amour-oder-dialektik-der-68er Ottmar Mareis veröffentlicht in diesem sehr lesenswerten Essay erstmalig Vorstudien zu einer  Ideologiekritik der Theorie der „reflexiven Modernisierung“. Im  Mittelpunkt der Kritik stehen die 68er Jürgen Habermas, Heiner Keupp und Ulrich Beck. Statt eines Kommentars möchte ich dieses Mal ein Zitat aus dem Text bringen, das sehr schön deutlich macht, worum es Ottmar Mareis (u.a.) geht: 

 

 
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hgess@gmx.de (Ottmar Mareis) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/274-maxhorkheimertraditionelleundkritischetheorie1937 http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/274-maxhorkheimertraditionelleundkritischetheorie1937 Referat des Aufsatzes von Horkheimers Aufsatz "Traditionelle und kritische Theorie"  (1937) mit Kommentierungen und kritischen Anmerkungen.
Der Aufsatz formuliert das Programm der kritischen Theorie der Gesellschaft und grenzt es von der traditionellen Theoriebildung in den Sozialwissenschaften ab.

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/341-elementederantisemitismusgrenzenderaufklaerung http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/341-elementederantisemitismusgrenzenderaufklaerung
Aus dem Text:
"Mit dem Individuum sind daher nicht auch seine psychologischen Determinanten, seit je schon die innermenschlichen Agenturen der falschen Gesellschaft, verschwunden. Aber die Charaktertypen finden jetzt im Aufriß des Machtbetriebs ihre genaue Stelle. Ihr Wirkungs- wie ihr Reibungskoeffizient sind einkalkuliert. Das Ticket selbst ist ein Zahnrad. Was am psychologischen Mechanismus von je zwanghaft, unfrei und irrational war, ist präzis darauf eingepaßt. Das reaktionäre Ticket, das den Antisemitismus enthält, ist dem destruktiv-konventionellen Syndrom angemessen. Sie reagieren nicht sowohl ursprünglich gegen die Juden, als daß sie eine Triebrichtung ausgebildet haben, die erst durch das Ticket das adäquate Objekt der Verfolgung empfängt. Die erfahrungsmäßigen »Elemente des Antisemitismus« außer Kraft gesetzt durch den Erfahrungsverlust, der im Ticketdenken sich anzeigt, werden vom Ticket nochmals mobilisiert.
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hgess@gmx.de (Max Horkheimer; Theodor W. Adorno) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/27-kritischetheoriewasistdas http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/27-kritischetheoriewasistdas Das Projekt der Kritischen Theorie beginnt nach dem Verständnis, das Horkheimer und Marcuse (1937) und die anderen Mitarbeiter des Frankfurter Instituts davon haben, spätestens mit der "Kritik der politischen Ökonomie" von Karl Marx. An deren Begriff von Kritik ist ihr Begriff der immanent verfahrenden, dialektischen Kritik gebildet. Aus ihr übernimmt die KT auch die zu ihrem Paradigmakern gehörende Überzeugung, dass
- erstens die Warenform als "die Grundform der historisch gegebenen Warenwirtschaft die inneren und äußeren Gegensätze der Epoche in sich schließt, sie in verschärfter Form stets auf neue zeitigt und nach einer Periode des Aufstiegs, der Entfaltung menschlicher Kräfte, der Emanzipation des Individuums, nach einer ungeheuren Ausbreitung der menschlichen Macht über die Natur schließlich die weitere Entwicklung hemmt und die Menschheit einer neuen Barbarei zutreibt".
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/502-subjekmarxismus http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/502-subjekmarxismus  

Man(n) kann den populären SOZI-Marxismus à la Lafontaine oder den akademischen FU-Marxismus à la Altvater modulgerecht nachplappern, wie die Studien- und Prüfungsordnung es befiehlt  – oder sich nach   gründlicher Lektüre ein eigenes wohlbegründetes Urteil bilden. Dazu empfiehlt es sich einige Texte gründlich zu lesen,  die Karl Marx anders und besser verstehen als der populäre SOZI-Marxismus und der konformistische, akademische  Modulmarxismus. Zu diesen Texten  gehört der folgende Text von Richard Albrecht.  Albrecht  gibt darin eine sehr dichte Zusammenfassung seines Verständnisses  von Marx, die vortrefflich sagt, warauf es ankommt.

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hgess@gmx.de (Richard Albrecht) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/842-religioese-subjektzurichtung-zwischen-repression-perversion-und-scheinheiligkeit http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/842-religioese-subjektzurichtung-zwischen-repression-perversion-und-scheinheiligkeit Grundsätzliches zum Erziehungsskandal in christlichen Einrichtungen

 

Hartmut Krauss erklärt mit der kritischen Theorie der Gesellschaft, hier insbesondere mit Erich Fromm (1936) und Wilhelm Reich (1933), warum die religiöse Subjektzurichtung regelmäßig eine herrschaftsstützende, autoritär-masochistische Charakterformierung (Fromm) zu Folge hat und diese Charakterform mit Doppelmoral, Scheinheiligkeit, Perversion, Zwangsneurose und kollektiver Selbstverliebtheit (Narzissmus) bzw. Verliebtheit in den Führer, der als Verkörperung des prächtigen Kollektivgeistes in Reinform verehrt wird, assoziiert ist.

Heinz Gess

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hgess@gmx.de (Hartmut Krauss) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/86-horkheimermaterialismusundmetaphysik http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/86-horkheimermaterialismusundmetaphysik Referat und Kommentare zum Aufsatz von Max Horkheimer: Materialismus und Metaphysik (1933)

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/255-marcusederkampfgegendenliberalismusindertotalitaerenstaatsauffassung http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/255-marcusederkampfgegendenliberalismusindertotalitaerenstaatsauffassung Herbert Marcuse: Der Kampf gegen den Liberalismus in der totalitären Staatsauffassung. Referat mit Kritik und Kommentaren.

Der Kampf gegen den (Neo-)liberalismus wird durchgängig als ein Kampf "der Linken" angesehen, obgleich, wo immer auch die "Kulturrevolution von rechts" (Benoist) ausgerufen wird, stets der Liberalismus als Hauptfeind gilt. Die "neue Rechte" Europas hat schon seit den achtziger Jahren den (Neo-)Liberalismus und mit ihm die USA und Israel zum Hauptfeind erklärt; nicht anders als der Islamismus, das arabisch-islamische Pendant zur "neuen Rechten" in Europa. Um sich davon zu überzeugen, genügt es, die Schriften Benoists, insbesondere sein Manifest "die entscheidenden Jahre - zur Erkenntnis des Hauptfeindes" zu Kennntis zu nehmen. Die "neue Rechte" weiß auch seit langem, wer ihr 'organischer Verbündeter' in diesem Kampf gegen den Liberalismus ist.
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/120-freiheitundgleichheitalssachlichvermittelteherrschaft http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/120-freiheitundgleichheitalssachlichvermittelteherrschaft Die Menschen machen ihre Geschichte selbst« (Grundrisse, 79), schreibt Marx und setzt dann fort, »aber bis jetzt nicht mit Gesamtwillen, nach einem Gesamtplan«; nicht als Produkt frei vergesellschafteter Menschen, »deren gesellschaftliche Verhältnisse als ihre eignen, gemeinschaftlichen Beziehungen auch ihrer eigenen gemeinschaftlichen Kontrolle unterworfen sind« (Grundrisse,79), sondern im Rahmen von Gesellschaftsformationen, worin der Produktionsprozess die Menschen, »der Mensch aber noch nicht den Produktionsprozess bemeistert« (23, 95); ihre eigene Gesellschaftlichkeit, ihr eigenes kollektives Zusammenwirken den Menschen entfremdet und auf übergeordnete entfremdete Mächte verlagert ist, die sie beherrschen und zur Reproduktion des Ganzen mitsamt seiner herrschaftlichen Anordnung einspannen; die gesellschaftliche Bewegung ihnen als Resultat »übermächtiger, sie willenlos beherrschender Naturgesetze« erscheint, die »sich ihnen gegenüber als blinde Notwendigkeit geltend machen« (MEW 25, 839), als "naturgeschichtlicher Prozeß", "den Gesetze lenken, die nicht nur vom Willen, dem Bewußtsein und der Absicht der Menschen unabhängig sind, sondern vielmehr umgekehrt deren Wollen, Bewußtsein und Absichten bestimmen. ]]> hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/325-gegengiftthesengegenokkultismus http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/325-gegengiftthesengegenokkultismus Vorwort: Okkultismus und Esoterik als alternativer Selbstmord

Die Kardinalsünde des Okkultismus ist die Kontamination von Geist und Dasein, das selber zum Attribut des Geistes wird. Dieser ist im Dasein entsprungen, als Organ, sich am Leben zu erhalten. Indem jedoch Dasein im Geist sich reflektiert, wird er zugleich ein anderes. Das Daseiende negiert sich als Eingedenken seiner selbst. Solche Negation ist das Element des Geistes. Ihm selber wiederum positive Existenz, wäre es auch höherer Ordnung, zuzuschreiben, lieferte ihn an das aus, wogegen er steht. Die spätere bürgerliche Ideologie hatte ihn nochmals zu dem gemacht, was er dem Präanimismus war, einem Ansichseienden, nach dem Maße der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, des Bruches zwischen physischer und geistiger Arbeit, der planenden Herrschaft über jene.
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hgess@gmx.de (Theodor W. Adorno Vorwort: Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/149-differenzenimparadigmenkernderkritischentheorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/149-differenzenimparadigmenkernderkritischentheorie Differenzen im Paradigmenkern der Kritischen Theorie von Horkheimer und Adorno
und Adornos Anthropologie (nach Stefan Breuer)

Die Depotenzierung der kritischen Theorie.
Über Jürgen Habermas' Theorie des kommunikativen Handelns (nach Stefan Breuer)
 
 
 
 
 
 
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/23-dasverletztereligioesegefuehlunddiereligionalsherrschaftsformgedankenzumstreitumdiemohammedkarikaturen http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/23-dasverletztereligioesegefuehlunddiereligionalsherrschaftsformgedankenzumstreitumdiemohammedkarikaturen  

Heute (18.02.06) las ich in der Tageszeitung, Günther Grass sei zu der bemerkenswerten Erkenntnis gekommen, dass die Mohammed-Karikaturen in der konservativen Tageszeitung Jyllands-Posten ihn "an die berühmte Zeitung der Nazi-Zeit, den Stürmer", erinnern. Dort, meint er, "wurden antisemitische Karikaturen desselben Stils veröffentlicht"

 

Nun sind aber die Karikaturen im Jyland-Posten alles andere als antisemitisch, wie ich in meinem Artikel zeige. Sie denunzieren vielmehr eine schlechte, marode Herrschaftsform, die in islamischen Ländern verbreitet ist und sich religiös legitimiert. Diese marode Herrschaft, deren Führer einst mit Nazis paktierten, - nicht die dänische Zeitung - produziert in den von ihr kontrollierten arabischen Medien Tag für Tag antisemitische Hetzkarikaturen, wie sie im Stürmer üblich waren (s.mein Artikel), ohne dass Grass in schlechter deutscher Tradition je ein Wort darüber verloren hätte. Die dänische Tageszeitung dagegen denunziert mit ihren Karikaturen diese üble Herrschaftspraxis und ihre willigen religiösen Helfer. Aber das mag der deutsche Verstand einfach nicht begreifen. Er und sein Fürsprecher Grass können nicht davon lassen, die Juden, heute insbesondere den Judenstaat, für das Übel der Welt zu erklären und jene, die sie und ihn mit Stürmerkarikaturen, Kamikazekriegsführung und demnächst mit dem nuklearen Holocaust bedrohen, vor jeder und gegen jede Erfahrung für Gutmenschen zu halten. Weil Grass sich selbst für "moralisch gut" und die Deutschen, die 1945 in der Dresdner Bombennacht und auf der Wilhelm Gustloff umkamen, für unschuldige Opfer des alliierten Terrors hält, müsssen die Anderen böse Täter gewesen sein. Weil das Böseste für die postfaschistischen deutschen Ideologen von heute die Nazis sind, von denen sie sich um ihrer Akzeptabilität willen auf's Entschiedenste distanzieren müssen, die Deutschen aber gut, müssen nach der verqueren deutschen Psycho-Logik die Amerikaner die "eigentlichen Nazis" (gewesen) sein und die Deutschen als deren unschuldige Opfer die "eigentlichen Juden". Und die Juden, die von Deutschen ermordet wurden, oder die wenigen, die entronnen waren und mit der amerikanischen Armee als Sieger nach Deutschland zurückkamen oder aber in das Land zurückgekehrt waren, aus dem ihre Vorväter einst unter schrecklichen Umständen vertrieben worden waren, und die sich dort ihrer Haut zu wehren wussten? Nun, sie müssen nach dieser deutschen Psycho-Logilk ebenfalls "eigentliche Nazis" sein. Auf diese Weise werden dann zwangsläufig auch der Mufti von Jerusalem, der mit den Nazis zusammenarbeitete und sich mit großem Engagement an deren Vernichtung beteiligte, seine ideologischen Erben, die den Judenmord zum Programm erhoben haben, und politischen Regime, die dieses Programm fördern, zu "eigentlichen Juden " und die konservative dänische Tageszeitung, die die schlechte Herrschaft dieser "Eliten" denunziert, umgekehrt zum "Nazi-Stürmer." Das ist deutsche Psycho-Logik.

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/336-religionverantwortungundemanzipation http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/336-religionverantwortungundemanzipation Der mit den Wölfen heult: Über die deutsche Kumpanei mit dem Islamismus
Teil 2


Gliederung:
1. Oberste Maximen des deutschen Mainstreams
2. Minima moralia und die angebliche Militarisierung des Denkens

Was man so Mitläufertum nennt, war primär Geschäftsinteresse: dass man seinen eigenen Vorteil vor allem anderen wahrnimmt, und um sich nur ja nicht zu gefährden, sich nicht den Mund verbrennt. Das ist ein allgemeines Gesetz des Bestehenden. Das Schweigen unter dem Terror war nur dessen Konsequenz. Die Kälte der gesellschaftlichen Monade, des isolierten Konkurrenten, war als Inbegriff gegen das Schicksal der anderen die Voraussetzung dafür, dass nur ganz wenige sich regten. Das wissen die Folterknechte; auch darauf machen sie stets erneut die Probe. (Adorno)

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/239-manifestderemanzipatorischenlinkensozialismusdasistdiebrueckevonlinksnachrechtsgoebbels1929 http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/239-manifestderemanzipatorischenlinkensozialismusdasistdiebrueckevonlinksnachrechtsgoebbels1929 "Sozialismus: das ist die Brücke von links nach rechts" schreibt Goebbels 1929 und begründet diese Richtschnur seiner politischen Propaganda in der Wendezeit zwischen 1929 und 1934 im Wesentlichen mit den beiden folgenden Argumenten:

1. Der Sozialismus ist "der diametrale Gegenpol zum Judentum, das die Inkarnation des Hasses darstellt" . Das Prinzip des Judentums, das in seiner modernen Form als nationaler oder - noch gefährlicher - als kultureller Zionismus auftritt, sei: "Du sollst alle Völker fressen!" Diesem Prinzip des imperialistischen "Völkermordes" hat der Sozialismus laut Joseph Goebbels "den Krieg angesagt" . Deshalb musste das Judentum bzw. der Zionismus den Sozialismus beseitigen.

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/46-individualismuszurkritischentheoriederindividualisierung http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/46-individualismuszurkritischentheoriederindividualisierung Die Individualisierungsthese, die in Ulrich Becks Buch Risikogesellschaft formuliert wurde, ist mittlerweile in die Jahre gekommen und die Diskussion darüber ist etwas ruhiger geworden. Gleichwohl zeigt ein Blick auf die sozialwissenschaftlichen und sozialphilosophischen Publikationen, dass das Thema keineswegs „durch“ ist. Das kann auch gar nicht sein, denn das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft ist ein Kernthema der Sozialphilosophie (wahrscheinlich ihr zentrales Thema überhaupt) und die gesellschaftlichen Prozesse, auf welche die Individualisierungstheorie der 80 er Jahre gemünzt war, sind noch nicht abgeschlossen, ihre Tendenz ist nicht umgekehrt.

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hgess@gmx.de (Hans-Ernst Schiller) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/101-diefrommeideederarbeitsgesellschaft http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/101-diefrommeideederarbeitsgesellschaft Ein Beitrag zur historischen Anthropologie im modernen Kapitalismus

Gliederung
Die getaufte Nymphe. Über Narziss
Das Kreuz mit der Technik
Die Gestalt des Arbeiters als Kunstwerk
Frauenpower statt Mannschaftsgeist
L'art pour l'art

Wo Männer und Frauen als Humankapital fungieren. sind sie Kapital, das zum "Kapital des Unternehmens" passend ist; oder sie sind eben nicht. Sie sind auf keinen Fall als Subjekte gefragt, sondern sind entweder Daimler, Bertelsmann, Flick, also Deutschland, und "verantwortungsvoll' stets darauf bedacht weitere passende Humankapitale ausfindig zu machen, dem Unternehmenskapital zuzuführen und andere unpassende auszusondern - oder sie gelten nichts.
Dazu gehört nach Peter Pott der postmoderne "Big Brother". Er unterscheidet sich vom alten Big Brother, der die reale Subsumtion der Arbeitskraft unter das Kapital unter den Bedingungen der Fließbandproduktion organisierte und kontrollierte, dadurch, dass der "der alte Big Brother sich dem Einschluss, der Integration" widmete.
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hgess@gmx.de (Peter Pott) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/184-identityistheverydevil http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/184-identityistheverydevil oder Identität und der sense of coherence als postmoderne Ideologieprojekte

Inhalt:

1. Identity is the very devil oder ist Keupp noch zu retten?

2. Der sense of coherence (SOC) oder theoretisch moralisches Desaster

3. Theoretischer Bankrott, Fortsetzung


"Nichts ist zarter als die Vergangenheit
Rühre sie an wie glühend Eisen;
denn sie wird dir sogleich beweisen,
du lebst auch in heißer Zeit."
J.W.G .


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hgess@gmx.de (Ottmar Mareis) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/368-washeisstundzuwelchemendebetreibenwirkapitalismuskrtik http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/368-washeisstundzuwelchemendebetreibenwirkapitalismuskrtik
Die universalgeschichtliche Diagnose der Gegenwart als Geschichte der longue durée (Fernand Braudel) des globalen Kapitalismus seit der industriellen Revolution fördert eine politisch außerordentlich relevante Paradoxie zu Tage. Das Wachstum in der Zeit und die Expansion im Raum der kapitalistischen Produktionsweise geraten an Grenzen, und gleichzeitig scheint die Überwindung dieser Grenzen immer dringlicher. Sie ist sogar in den normativen Katalog der "good governance" aufgenommen. Regierungshandeln wird danach bewertet, welche Wachstumsraten es hervorzaubern kann. Diese Paradoxie kann nicht mehr mit immanenter oder mit Ideologiekritik aufgelöst werden. Dazu bedarf es der materialistischen Kritik, die mit den Denkformen die gesellschaftlichen Verhältnisse ...

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hgess@gmx.de (Elmar Altvater) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/353-kritikdesverhaeltnissesvonarbeitundinteraktionbeijuergenhabermas http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/353-kritikdesverhaeltnissesvonarbeitundinteraktionbeijuergenhabermas
Enthistorisierung der Produktion und Personalisierung von Produktions-
verhältnissen


Jürgen Habermas will seine "Theorie kommunikativen Handelns" als "neue kritische Theorie" gewürdigt wissen, nachdem die "alte" kritische Theorie (von Adorno Horkheimer, Marcuse et.al.) "nicht anschlussfähig" (Habermas) gewesen sei.
Ottomeyer arbeitet in der hier vorliegenden Kritik dagegen heraus, dass dieser Anspruch falsch ist und "die Theorie des kommunikativen Handelns" den Begriff "kritische Theorie" zu Unrecht ursurpiert.

Dazu stellt Ottomeyer zunächst richtig heraus, dass Habermas die Marxsche Theorie falsch ausschließlich als eine "Philosophie der Arbeit" begreift. Denn die Marxsche Theorie ist keine solche "Philosophie der Arbeit", sondern die kritische Untersuchung der Formen, unter denen Arbeit angeeignet wird.
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hgess@gmx.de (Klaus Ottomeyer) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/91-horkheimerderrationalismusstreitindergegenwaertigenphilosophie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/91-horkheimerderrationalismusstreitindergegenwaertigenphilosophie Referat des Aufsatzes von Horkheimer "Der Rationalismusstreit in der gegenwärtigen Philosophie "(1934). Der Rationalismusstreit und Horkheimers Stellungnahme dazu können als Vorgänger des späteren "Positivismusstreits" angesehen werden, den in den sechziger Jahren Adorno und Habermas mit Popper und Albrecht ausgetragen haben.

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/269-hollowaysopenmarxism http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/269-hollowaysopenmarxism
Bemerkungen zu Formanalyse als Handlungstheorie und Revolutionsromantik
Verschiedenste Ansätze innerhalb des Marxismus versuchen das "Dilemma der dringlichen Unmöglichkeit der Revolution" zu lösen, indem sie die revolutionstheoretischen Konsequenzen einer Form- und Fetischtheorie des Sozialen als "Pessimismus", "Strukturalismus", "Hermetik", "Funktionalismus" oder "Ökonomismus" kritisieren. In jeweils unterschiedlicher Intensität und aus unterschiedlichen geistesgeschichtlichen Traditionen heraus werden "Praxis" gegen "Struktur", "Kampf" gegen "Integration", "Widerspruch" gegen "Identität", "Symbolisches" gegen "Ökonomisches", "konjunkturelle Dichte" gegen "systemische Grenze" ins Feld geführt. Das Spektrum reicht dabei vom klassischen Operaismus bis zum "Postmarxismus" von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe.
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hgess@gmx.de (Ingo Elbe) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/113-diekritischetheoriedeskapitalismusneuueberdenken http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/113-diekritischetheoriedeskapitalismusneuueberdenken Vortrag auf der Veranstaltungsreihe „Zeit, Arbeit, gesellschaftliche Herrschaft. Moishe Postone erläutert und diskutiert die kritische Theorie von Marx“ vom 7. bis 11. Juni 2004 in Frankfurt, Freiburg, Berlin, Hamburg und Bochum, organisiert von jungle World und Ça ira.

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hgess@gmx.de (Moshe Postone) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/197-diefortschrittsillusioninderneuropsychologiedieliquidationdesindividuumsindermodernengesellschaftundderverfallderuniversalistischenmoral http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/197-diefortschrittsillusioninderneuropsychologiedieliquidationdesindividuumsindermodernengesellschaftundderverfallderuniversalistischenmoral Gewiss haben Sie schon von "Erkenntnissen" wie diesen gehört:
"Das "Ich" und der "freie Wille", (..) all dies gibt es nicht in einem objektiven Sinn, wie man naiv meinen könnte, sondern diese Ideen sind Konstrukte des Gehirns.."
Das "Ich" ist ein Selbstmodell des Gehirns, der "freie Wille" eine soziale Attribution..."
"Jeder von uns wird die individuelle Verantwortung für seinen Gehirnzustand übernehmen müssen..."
"In dieser globalen Ganzheit (gemeint ist eine neuronale Repräsentation höchster Ordnung; E.S.) gibt es eine unhintergehbare Ich-Illusion: ein Selbstmodell, das nicht als Modell erkannt wird."
Das Ich ist "eine Konstellation von Gedanken, mit denen wir uns identifizieren, (..) und damit letztlich eine Illusion, die durch Einschränkung der Bewusstheit entsteht"
"Wo es keine Identifikation mehr gibt, bricht die Grenze zwischen Ich und Nicht-Ich zusammen und man erfährt sich selbst als Nichts und Alles. Man ist reine Bewusstheit (Nichts) und das ganze Universum (Alles)." Man ist "das Universum in Fluss und daher in stetigem Wandel" .
 
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/154-jargondereigentlichkeitzurdeutschenideologie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/154-jargondereigentlichkeitzurdeutschenideologie Echheit, Authentizität oder "mit sich selbst identisch sein", nicht mit dem "kleinen Selbst, sondern dem "großen kosmischen Selbst", sind heutzutage die äquivalenten Begriffe für "Eigentlichkeit". Nur die Spielmarke, das Etikett hat sich gewandelt, sonst aber ist die "deutsche Ideologie " der Nachkriegszeit, die Adorno im "Jargon der Eigentlichkeit" kritisiert, in ihren Grundzügen dieselbe geblieben. Sie wird heute aber nicht mehr nur in evangelischen Akademien oder philosophischen Seminaren, in denen der großen Meister, allen voran Heidegger, gedacht wird, propagiert, sondern vor allem im Fachbereich Sozialwesen. Hier ist der Jargon der Echtheit und Authentizität, die Beschwörung der Archetypen und des uranfänglich Eigenen, der kollektiven Identität, die man zu "individuieren" habe, weil man sonst "seelisch krank" werde, schon seit langem zur Leitideologie geworden. ]]> webmaster@kritiknet.de (Theodor W. Adorno) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/327-dasverhaeltnisdestheoretikerszurbewegung http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/327-dasverhaeltnisdestheoretikerszurbewegung
Eine Fallstudie: John Holloway
"Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum", so Wolfgang Pohrt im Jahre 1997, "heißt Revolution machen wollen keineswegs primär, Mitgefühl für die Ausgebeuteten zu entwickeln und den Entschluß zu fassen, deren Lage zu bessern. Revolution machen wollen heißt vielmehr, einen großen Ausbruch zu planen - den Ausbruch aus einem Zeitabschnitt, von dem man meint, daß man darin nicht mehr die Luft zum Atmen fände. ... Man will ans Fenster stürzen, um es aufzureißen, und zwar mit einem Ruck."

Geht es nun um "Revolution" oder erstmal (nur?) um "politische Bewegung", landläufig heißt es: Die Bewegung macht, die Theoretiker denken. Die einen Theoretiker sind bei der Bewegung nicht so beliebt, weil sie diese kritisieren; die anderen sind es schon eher, weil sie dieser zuarbeiten wollen.
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hgess@gmx.de (Fabian Kettner) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/49-adornosmesser http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/49-adornosmesser Über die materialistische Kritik der politischen Ökonomie und die theoretische Praxis der linken Intellektuellen
Die Kritische Theorie, diktierte Max Horkheimer 1937, ist "ein einziges entfaltetes Existentialurteil". Das Marxsche Denken wurde so bestimmt als die materialistische Kritik der Gesellschaft und - im genauen Gegensatz zu Theorie, Wissenschaft oder Philosophie - gesetzt als das geistige Organ des "kategorischen Imperativs", keine Ausbeutung und keine Herrschaft zu dulden. Denn die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wie die Herrschaft des Menschen über den Menschen bezeichnen den Skandal des Selbstwiderspruchs der Gattung, ihrer Verkehrung in antagonistische Nicht-Identität; ein Tatbestand, für den es nur historische Legitimation, keinesfalls vernünftige Argumentation geben kann.
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hgess@gmx.de (Joachim Bruhn) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/208-newageunddiekritischetheoriedergesellschaft http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/208-newageunddiekritischetheoriedergesellschaft Ich stelle die These auf, daß die Lehre vom New Age, wie sie seit den achtziger Jahren auch und vor allem in Deutschland boomt, ein gegen die Linke, gegen die individuelle und gesellschaftliche Emanzipation von Herrschaft und gegen die Forderungen der Moderne nach Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität gerichtetes Projekt ist. Sie dient in der Krise dieser Tage, in der erneut ein Rationalisierungsschub die gesellschaftlichen Verhältnisse transformiert, dazu, die Menschen bei der Stange zu halten und sie zu lehren, die negativen Konsequenzen dieses Rationalisierungsschubs in präventivem Einverständnis mit dem großen Ganzen, dessen Dynamik so undurchschaubar ist wie die Wege Gottes unerkennbar sind, demütig hinzunehmen, die aufbegehrenden Impulse durch immerwährendes "positives Denken" zum Kuschen zu bringen und die Herrschaft der "Eliten", die durch mögliche Proteste bedroht würde, zu stabilisieren. ]]> hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/14-derrneuemenschlalsideologiederentmenschlichung http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/14-derrneuemenschlalsideologiederentmenschlichung Mit der Wiederentdeckung der Spiritualität im New Age, der Wiederentdeckung der Idee der angeblich heiligen hierarchischen Ordnung des kosmischen Ganzen, dem Wiederaufleben des spirituell begründeten Führerkults und dem Glauben an die Selbsterlösung im hier und jetzt, geht seit Mitte der achtziger Jahre eine Kampagne zur spirituellen Relativierung oder gar Rehabilitierung des Nationalsozialismus einher. Den Startschuß für diese Kampagne hat Bhagwan anno 1985 in einem Spiegelinterview gegeben. Darin läßt er durchblicken, dass er die Idee des ganzheitlichen, in der "verborgenen harmonischen" Ordnung der Natur lebenden Menschen, wie sie von spirituellen Denken propagiert wird, für die Fortsetzung der vom Nationalsozialismus eigentlich gemeinten, »schönen und lichten«, nur seinerzeit leider missbrauchten und falsch realisierten Idee des neuen rassischen Menschen und sich selber für die Erfüllung dieser lichten Idee, also für den besseren Hitler und den Rajneeshismus für den besseren Faschismus hält. ]]> hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/163-menschundtier http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/163-menschundtier Der Intellektuelle, dessen Denken an keine wirkliche historische Macht sich anschließe, keinen der Pole zur Orientierung nehme, auf welche die Industriegesellschaft zuläuft, verliere die Substanz, sein Denken werde bodenlos. Vernünftig sei das Wirkliche. Wer nicht mitmacht, sagen auch die Progressiven, hilft keiner Maus. Alles hänge von der Gesellschaft ab, auch das genaueste Denken müsse sich den mächtigen sozialen Tendenzen verschreiben, ohne die es zur Schrulle werde. Dies Einverständnis verbindet alle Gerechten der Realität; es bekennt sich zur menschlichen Gesellschaft als einem Massenracket in der Natur. Das Wort, das nicht die Ziele einer seiner Branchen verfolgt, regt sie zur maßlosen Wut auf. Es gemahnt daran, dass noch eine Stimme hat, was nur sein soll, damit es gebrochen wird: an Natur, von der die Lügen der völkisch und folkloristisch Orientierten überfließen. ]]> hgess@gmx.de (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/130-diepraxisunddasbegreifenderpraxis http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/130-diepraxisunddasbegreifenderpraxis Thesen zu den Thesen über Feuerbach von Karl Marx

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hgess@gmx.de (Wolfdietrich Schmied-Kowarzik) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/260-ueberdenmissbrauchderkritischentheorieundihresnamensiminstitutfuerkritischetheorieinkritwfhaug http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/260-ueberdenmissbrauchderkritischentheorieundihresnamensiminstitutfuerkritischetheorieinkritwfhaug Im Januar 2006 erhielt ich eine Einladung zu einer Tagung zur Vorbereitung des 7. und 8. Bandes des Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus (HKWM). Ich sollte auf der Tagung zum Stichwort "Kritische Theorie" vortragen. Zuvor hatte ich von der Herausgebergruppe eine "semantische Konvention" zugeschickt bekommen, wie der Begriff "Kritische Theorie" zu gebrauchen sei. Das hatte mich sehr befremdet, aber ich habe darauf zunächst nicht geantwortet.
Außerdem waren mir zuvor wiederholt Aufsätze in der Zeitschrift "Das Argument" aufgefallen, die mich sehr irritierten. Diese Erfahrungen führten dazu, dass ich absagte, für das HKWM einen Artikel über "kritische Theorie" zu schreiben und die Zeitschrift "Das Argument" abbestellte. Ich wollte mich an dem Missbrauch der "kritischen Theorie" und ihres Namens nicht beteiligen.
 

Ich veröffentliche meine Ablehnung in der Absicht, Sie über diesen Missbrauch aufzuklären.

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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/246-antinomiederfreiheitzurdialektikdesliberalismus http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/246-antinomiederfreiheitzurdialektikdesliberalismus Freiheit ist antinomisch geworden, diese Diagnose der Negativen Dialektik Adornos trifft auf den Freiheitsbegriff des Liberalismus nicht weniger zu als auf den philosophischen Kants.
Die Freiheit des Stärkeren, den Schwächeren nach den Gesetzen des Marktes zu übervorteilen, wie die gleiche und reale Freiheit aller, ihre menschlichen Fähigkeiten zu entfalten, beides steckt im Liberalismus. Die freie Entfaltung der menschlichen Fähigkeit ohne Grenze, bedeutet immer die Beschränkung der Freiheit der in der Konkurrenz Unterlegenen. Privateigentum und Freiheit, Gleichheit als Bedingung der Verwirklichung der Freiheit, stehen also in einem antinomischen Verhältnis.
Die gesellschaftlichen Antagonismen sind aus der Politik eskamotiert. Die Transformation von Klassenparteien in Volksparteien geht nur um den Preis, daß sie sich von dem lösen, was ihre Legitimationsbasis ist: "Die Parteien trennen sich von der eigenen, aktuellen oder potentiellen gesellschaftlichen Basis und werden zu staatspolitischen Vereinigungen.
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hgess@gmx.de (Martin Blumentritt) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/334-zurkritikdesidentitaetsbegriffs http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/334-zurkritikdesidentitaetsbegriffs Eine Analyse im Spannungsfeld von Subjektivität und Kollektivität
Niethammer (op.cit.) schreibt im Rückblick über den größten gemeinsamen Nenner der "disparaten Wurzelstrukturen des Leitbegriffs 'kollektive Identität' und das in ihm Verschlüsselte", daß es sich dabei "um wissenschaftsförmige, magische Formeln handelte, in denen etwas unsagbar Wesentliches zugleich betont und verborgen wurde. […] Der Strukturlosigkeit des Begriffs war nur ein einziger fester Kern mitgegeben: die Abgrenzung vom Nicht-Identischen, in welcher Bestimmung auch immer, und insofern ist er im Kern auf Konflikt hin angelegt. Im Fall des kollektiven Konflikts verflüchtigt sich jedoch die situative Vagheit subjektiver Balancen und muß mit der beinharten Notwendigkeit des Sozialen durch objektivierende Kriterien der Inklusion und Exklusion ersetzt werden.
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hgess@gmx.de (Daniel Sanin) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/24-fuereinekritischetheoriedermedien http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/24-fuereinekritischetheoriedermedien Wie läßt sich das Verhältnis von Ideologiekritik und Medienkritik im Interesse des Bruchs mit den Verhältnissen bestimmen?

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hgess@gmx.de (Initiative Sozialisches Forum) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/187-klassenkampfkommunismusoderanstachelungzumamoklauf http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/187-klassenkampfkommunismusoderanstachelungzumamoklauf Aus all dem folgt, dass man der lohnabhängigen Bevölkerung aufgrund ihrer Lohnabhängigkeit nicht per se ein fortschrittliches und emanzipatorisches Potential unterstellen darf. Kritisches Denken, mit dem Ziel die wahre Gesellschaft wirklich werden zu lassen, also eine Gesellschaft jenseits der Zumutungen der Wertvergesellschaftung, sollte sich hüten, Kritik mit konkreter Utopie zu verwechseln: sowohl was die Adressaten oder potentiellen Kämpfer betrifft, als auch was die konkrete Ausformulierung irgendwelcher nachkapitalistischer Zustände angeht. Was man allenfalls sagen kann ist, dass es die Hoffnung am Leben zu halten gilt, dass die Subjekte irgendwann ihr verdinglichtes Bewusstsein reflektieren und es als notwendig falsch brandmarken und zwar in einem Prozess "materialistischer Aufklärung", der "die subversive Inszenierung von Reflexion im totalen Zusammenhang der Verblendung" (ISF, 2000, S.112) darstellt. ]]> hgess@gmx.de (Mario Möller) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/159-paxchristiindertraditiondeschristlichenjudenhasses http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/159-paxchristiindertraditiondeschristlichenjudenhasses Christlicher Judenhass ist in Deutschland nichts Neues. Er ist auch nach Auschwitz keineswegs verschwunden, sondern hat seine Akzentuierung verschoben. Es wird auch fleißig daran gearbeitet, ihn ideologisch aufzupolieren. Einer, der sich dabei unter vielen anderen hervorgetan hat, ist der bekannte Kirchenkritiker, Theologe und Religionspsychologe Eugen Drewermann. Ich habe nicht die Absicht, dies hier weiter auszuführen, sondern zitiere zum Beleg nur zwei Stellen aus seinen Schriften "Der tödliche Fortschritt" und "Die Spirale der Angst". Dort schreibt Drewermann: "So ist die Naturvergessenheit und die Anthropozentrik der Bibel in ihrer Einseitigkeit besonders krass ersichtlich, und es ist psychologisch keine Frage, dass in der Naturfremdheit des Christentums im Erbe der Bibel (gemeint ist das "alte Testament" - HG)) bereits einer der Hauptgründe auch für die innere Unfähigkeit zum Frieden liegt [...]
 
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie
http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/212-herrschaftdiesinnschafftoderemanzipationvonherrschaft http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/212-herrschaftdiesinnschafftoderemanzipationvonherrschaft Man kann manche Textpassagen vor allem in Nietzsches »Also sprach Zarathustra« so auslegen, wie Rotermundt es tut. Dann erscheint Nietzsche, für den der Gedanke der individuellen und gesellschaftlichen Emanzipation von Herrschaft und der Aufhebung des gesellschaftlichen Unrechts, die Leitidee der kritischen Theorie der Gesellschaft, ein Endprodukt der von ihm bekämpften Ressentiment- und Sklavenmoral ist, selber als ein kritischer Theoretiker und sein »Übermensch« als Avantgardist der revolutionären Praxis. Dann wären auch die Verbindungslinien, die von Nietzsches Werk zum Italo- oder Nazifaschismus führen, Linien wie sie Lukacs, Taureck (1989) u.a. aufgezeigt haben, bloße Irreführungen. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Nietzsche ist trotz aller scharfsinnigen Ideologiekritik, die er übt, und aus der für die kritische Theorie der Gesellschaft manche Anregungen zu gewinnen sind, keineswegs ein Kritiker, der die Tür für die revolutionäre Praxis angesichts widriger Umstände offen halten will. ]]> hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/380-freiheitundgleichheitalssachlichvermittelteherrschaft-2 http://www.kritiknetz.de/kritischetheorie/380-freiheitundgleichheitalssachlichvermittelteherrschaft-2 Die Menschen machen ihre Geschichte selbst« (Grundrisse, 79), schreibt Marx und setzt dann fort, »aber bis jetzt nicht mit Gesamtwillen, nach einem Gesamtplan«; nicht als Produkt frei vergesellschafteter Menschen, »deren gesellschaftliche Verhältnisse als ihre eigenen, gemeinschaftlichen Beziehungen auch ihrer eigenen gemeinschaftlichen Kontrolle unterworfen sind« (Grundrisse,79), sondern im Rahmen von Gesellschaftsformationen, worin der Produktionsprozess die Menschen, »der Mensch aber noch nicht den Produktionsprozess bemeistert« (23, 95); ihre eigene Gesellschaftlichkeit, ihr eigenes kollektives Zusammenwirken den Menschen entfremdet und auf übergeordnete entfremdete Mächte verlagert ist, die sie beherrschen und zur Reproduktion des Ganzen mitsamt seiner herrschaftlichen Anordnung einspannen; die gesellschaftliche Bewegung ihnen als Resultat »übermächtiger, sie willenlos beherrschender Naturgesetze« erscheint, die »sich ihnen gegenüber als blinde Notwendigkeit geltend machen« (MEW 25, 839), als "naturgeschichtlicher Prozeß", "den Gesetze lenken, die nicht nur vom Willen, dem Bewußtsein und der Absicht der Menschen unabhängig sind, sondern vielmehr umgekehrt deren Wollen, Bewußtsein und Absichten bestimmen." (23, 27)
 
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hgess@gmx.de (Heinz Gess) Kritische Theorie