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Reichtum und Nutzen PDF Drucken E-Mail
1274 mal gelesen.
Geschrieben von: Hans-Peter Büttner   
Freitag, 12. Juni 2009 um 10:08 Uhr
Eine Kritik der Grundlagen der subjektiven Werttheorie

Die neoklassische ökonomische Theorie versteht sich als „subjektive Werttheorie“, welche im Gegensatz zur ökonomischen Klassik konsequent vom methodologischen Individualismus ausgeht. Gesellschaftliche Phänomene und Strukturzusammenhänge werden hier verstanden als Ergebnisse rationaler, nutzenmaximierender Wahlhandlungen der über den Tausch kommunizierenden Wirtschaftssubjekte. Entsprechend ihrer wohl geordneten Präferenzordnungen und ihrer Budgetmöglichkeiten bieten diese Individuen Güter und Dienste an und fragen Güter und Dienste nach. Im Gleichgewicht ist dieses System in dem Moment, in dem jedes Marktsubjekt seine Pläne – entsprechend seiner Restriktionen und des sich durch Angebot und Nachfrage aller Marktteilnehmer einstellenden Systems relativer Preise – vollständig verwirklichen kann. Um ihre Programmatik in eine in sich stimmige und konsistente Form zu bringen, muss die Neoklassik ein sehr weitreichendes Modell individueller Rationalität und der Konstitution sozialer Systeme durch die Handlungen entsprechend modellierter Marktsubjekte entwerfen.

Die erheblichen Probleme der neoklassischen Ökonomie, ihre analytische Verfahrensweise überzeugend und konsistent zu begründen sowie erfahrungswissenschaftlich zu fundieren, erweisen sich hierbei als im Rahmen des derzeit dominierenden Modells nicht überwindbar. Es lässt sich zeigen, dass das neoklassische Akteurskonzept eine Reihe eklatanter erkenntnistheoretischer, logisch-analytischer und empirischer Mängel aufweist.

Den Artikel "Reichtum und Nutzen" von Hans-Peter Büttner finden Sie hier (33 Seiten).


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Kommentare (1)
Sraffas Kritik der Neoklassik
1 Samstag, 13. Juni 2009 um 13:01 Uhr
Hans-Peter Büttner
Auf Seite 16 bis 18 meines Textes gehe ich auf die Kritik des Cambridge-Ökonomen Piero Sraffa (1898-1983) an der neoklassischen Theorie ein. Diese sehr weitreichende Kritik formulierte Sraffa 1925 und 1926 in zwei inhaltlich sehr dichten Aufsätzen.
Mit meiner Kurzdarstellung dieser Debatte bin ich nicht sehr zufrieden, wollte das aber auch nicht zu sehr im Detail ausbreiten.
Ich arbeite deshalb an einem ausführlichen Text, der diese Debatte der zwanziger Jahre, die dann zur kapitaltheoretischen Debatte der sechziger Jahre und zur aktuellen Debatte um die neoklassische Unternehmenstheorie (ausgelöst durch das Buch "Debunking economics" (2001) des australischen Ökonomen Steve Keen) geführt hat, vorstellt.
Es läßt sich nämlich ganz immanent zeigen, daß die Grundlagen der herrschenden Wirtschaftswissenschaften logisch nicht haltbar sind. Diese hoch mathematischen Gebilde beruhen auf esoterischen Nonsens-Voraussetzungen (wie z.B. dem intra-personell homogenen Nutzen, sh. meinen obigen Text im Krtiknetz) und sogar offen mathematischen Fehlern (z.B. in der Unternehmenstheorie, wo das Preisnehmer-Verhalten der Unternehmen nachweisbar mathematisch falsch modelliert wird. Werden diese unbestreibaren Fehler korrigiert, ändern sich die Aussagen des Modells komplett).
Für eine kritische Gesellschaftstheorie ist dieses Wissen m.E. sehr relevant, auch aus wissenssoziologischer Sicht.
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