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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

Sozialarbeit/Sozialpolitik

Vom Meinen und Sagen in der Politik

Kategorie: Sozialarbeit/Sozialpolitik
21. Februar 2011
Silvia Debusmann
686 Zugriffe
 

Eine kritische Untersuchung des Sprachgebrauchs in der Politik

Meinen und Wissen, Können und Wollen klaffen in der Politik bekanntlich oft weit auseinander. Um  den geringen Sinngehalt von politischen Äußerungen zu kaschieren, bedient sich die politische Rede regelmäßig ungezählter Möglichkeiten, aus Worten, Begriffen, Satzbausteinen und vielem mehr ein Sprachspiel besonderer Art zu konstruieren. Das manipulierende Jonglieren mit  Wortbedeutungen zeigt sich besonders auffällig in Wahlkampfreden, deren Parolen, Plattitüden, Euphemismen und leere Worthülsen ein Musterbeispiel dafür sind, wie gedankenlos propagandistisch die Sprache im politischen Publikumsverkehr benutzt wird.

Günther Anders kennzeichnet dieses "besondere Sprachspiel" in seinem mehrbändigen Werk „Die Antiquiertheit des Menschen“ (München 1980) als ein "tautologisches Tauschgeschäft", das "nichts anderes mehr dar(stellt) als einen einzigen, mit verteilten Rollen gesprochenen 'Kollektivmonolog'. Die konformistische Gesellschaft als ganze redet mit sich selber." (Bd.2  S.153). Sie animiert durch ihre Politik-, Kultur- und Meinungsmanager  das Publikum immer wieder neu zum tausendstimmigen belanglosen Mitreden, damit das zum Kollektivmonolog verkümmerte Sprechen im Interesse ihres eigenen Daseins nicht aufhört. Denn dadurch, dass wir alle, so Anders, an diesem "besonderen Sprachspiel" immerzu teilnehmen und seine zur baren Selbstverständlichkeit gewordene historische Besonderheit als konformierenden Kollektivmonolog gar nicht mehr wahrnehmen, steuern wir auf den "idealen Zustand restloser Konformität" (a. a. O., S. 154) in verteilten Rollen zu, - einen Zustand, in dem alles ‚selbstredend’ und ‚alternativlos’ seinen ‚fortschrittlichen’ Weg geht, und das heißt eben: ein Zustand, in dem sich unser Selber-Reden erübrigt – wir aber gerade deswegen immer weiterreden, um uns über den realen Nihilismus, dass sich unser Selber-Reden im ‚alternativlosen’ politischen Kollektivmonolog ganz und gar erübrigt, zu betrügen und bei der Stange der konformistischen Gesellschaft zu bleiben, in der das „automatische Subjekt“ (K. Marx) in verteilten Rollen mit sich selbst spricht.

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Ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu begrüßen? Nein!

Kategorie: Sozialarbeit/Sozialpolitik
26. Februar 2010
Rainer Roth
1173 Zugriffe

Rainer Roth kritisiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur den Regelsätzen von Hartz IV, die entgegen der landläufigen Meinungsmache  vom Verfassungsgericht  nicht für verfassungswidrig erklärt wurden. Es hat im Gegenteil eindeutig festgestellt:"Da nicht festgestellt werden kann, dass die gesetzlich festgesetzten Regelleistungsbeträge evident unzureichend sind, ist der Gesetzgeber nicht unmittelbar von Verfassungswegen verpflichtet, höhere Leistungen festzusetzen".

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Kommentare (1)

Die unsoziale Rentenlast. Finanzminister Steinbrück eröffnet den sozialen Krieg

Kategorie: Sozialarbeit/Sozialpolitik
11. Juli 2009
Heinz Gess
1344 Zugriffe

Die Verwaltung der Krise wird das Generationenverhältnis dank der Ideologen des Kapitals auf einen Zustand der nur noch schlecht verhüllten, vom geschürten Ressentiment provozierten Gewalt regredieren lassen, den und die die positiv denkende Nachkommenschaft als „Generationengerechtigkeit“ fröhlich verleugnet. Das erinnert daran, dass es zu den symbolischen Untaten der Nazis gehörte, uralte Leute als „Sozialparasiten“ umzubringen.  Wie lange braucht es noch, bis auch das, fröhlich verleugnet als „humaner Tod“, hierzulande wieder gefordert wird, damit „die Gekniffenen“ nicht laut Steinbrück die 25 bis 35 Jährigen sind, „die Kinder in die Welt setzen wollen.“ (HK 12. Juli 2009 )

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Kommentare (3)

Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt

Kategorie: Sozialarbeit/Sozialpolitik
24. April 2009
D.Baier, Chr. Pfeiffer, J.Simonson, S. Rabold
1550 Zugriffe

Einige bemerkenswerte Ergebnisse der Studie des kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens 


1. Der stärkste Einfluß der Jugendgewalt, geht von der Zahl der delinquenten Freunde aus, mit denen die Jugendlichen in ihren peer groups verbunden sind. - Eine neue Bestätigiung der alten Theorie der differentiellen Assoziation (Sutherland)

2. "Jugendliche mit Migrationshintergrund" begehen häufiger Gewalttaten als "deutsche Jugendliche"

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Kommentare (3)

Klassenverhältnisse

Kategorie: Sozialarbeit/Sozialpolitik
24. April 2009
Magnus Klaue
1146 Zugriffe

über unbedachte Folgen der allerneuesten Schulreformen des Zurücks zur integrieten Klassengemeinschaft
"Die Verlierer dieses Systems werden diejenigen sein, die früher gerade dank der "Anonymität" der Schule mitunter durch die Maschen schlüpfen konnten, die Außenseiter und Eigenbrödler, deren verantwortungsloser Individualismus schon immer kollektive Verachtung auf sich gezogen hat - seitens der Eltern, die zu langes Lesen unter der Bettdecke für gesundheitsschädlich halten, seitens der Lehrer, die "Gemeinschaftsunfähigkeit" schärfer zu ahnden pflegen als Dummheit und Brutalität, und sei-tens der Schüler, die dem refraktären Pubertierenden, der mit Sechzehn von zu Hause aus-zieht, um sich der Antifa anzuschließen, immer noch mehr neidische Achtung zollen als dem Eigenbrödler, der stets verdächtig ist, weil niemand weiß, was er heimlich denkt oder tut.

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Deutsche Erziehungswissenschaft in Aktion

Kategorie: Sozialarbeit/Sozialpolitik
22. Februar 2006
Heinz Gess
4251 Zugriffe
Wie in der deutschen Weiterbildungswissenschaft "der kritische Diskurs" gepflegt wird und unbotmäßige Erwachsene nacherzogen werden. Ein Lehrbeispiel aus der Praxis von Weiterbildungswissenschaftlern.
Der ganze Vorgang erinnert mich an Kafkas "Das Urteil". Nur werde ich mich jetzt nicht auf den langen Gang machen, das Geheimnis meiner Schuld zu ergründen. Ich weiss, ich bin in Deutschland unter deutschen Professoren und Netzwerkern, dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten.
Wie sagte doch Tucholsky "Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehen. Das Deutsche Ideal: Hinter einem Schalter zu sitzen"
Der Administrator hat es geschafft. Er sitzt nun "hinter einem Schalter" und kann abschalten Er walte er seines Amtes! "So ist das eben". Ich nehme es gelassen und mit Humor.

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