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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
ISSN 1866-4105

Giftwirkung und Szenetypische Begleitumstände

Details
Kategorie: Unsortierte Kommentare
Veröffentlicht am Donnerstag, 29. Dezember 2011 21:10
Geschrieben von sandra heine
Zugriffe: 459

Nicht unbedingt die primäre Giftwirkung ist gefährlich, sondern vielmehr die Szenetypischen Begleitumstände des Konsums.Gleichzeitig mit den erwünschten Wirkungen stellen sich auch einige typische Nebenwirkungen ein: Erhöhter Blutdruck und beschleunigter Herzschlag bis zum Herzrasen, erweiterte Pupillen und erhöhte Lichtempfindlichkeit, Schweißausbrüche, Mundtrockenheit, verkrampfte Kiefermuskulatur (Zähneknirschen). Da sich durch die XTC-Wirkstoffe die Körpertemperatur erhöht und dich die aufputschende und leistungssteigernde Wirkung vielleicht zum langen und ekstatischen Tanzen motiviert, besteht die akute Gefahr, daß der Körper nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt wird, zumal du noch viel Körperflüssigkeit durch Schwitzen verlierst. Um der Gefahr der »Inneren Austrocknung« des Körpers zu begegnen, sollte man viele alkoholfreie Getränke zu sich nehmen! Dieses XTC-Fieber kann zum Kreislaufkollaps und im Extremfall zum Tod durch Überhitzung führen. Ebenso wird durch XTC die Leber stark belastet. Es besteht - besonders bei vorgeschädigter Leber und / oder bei Dauer- und Mischkonsum mit anderen Drogen (egal welcher Art) - die Gefahr des akuten Leber- und Nierenschadens. Wie bei allen Rauschdrogen besteht auch bei XTC die Gefahr der Überdosierung. Beim Abklingen der berauschenden Wirkung stellen sich häufig Müdigkeit, Schwäche, Unkonzentriertheit und Appetitlosigkeit ein. Das allgemeine »Durchhängen« kann sich bis zu depressiven Gefühlszuständen steigern. Diese Nachwirkungen können mehrere Tage anhalten, der XTC-Kater ist oft schlimmer als z.B. ein Alkoholkater. Die gefühlsverstärkende Wirkung kann auch ins Gegenteil umschlagen: Es gibt den sog. »Horrorfilm«, bei dem man Wahnvorstellungen und Angstzustände erleben kann. Häufiger Konsum von XTC bewirkt darüber hinaus Veränderungen in der Chemie des Gehirns: Die durch XTC angeregte Ausschüttung des körpereigenen Glücksstoffes Serotonin bewirkt einen »Ausverkauf« dieser Substanz: Es braucht einige Wochen, bis das Serotonin durch den Körper wieder in ausreichendem Maße hergestellt ist. Menschen mit einer labilen Psyche sind in erhöhtem Maße von der Gefahr bedroht, daß der XTC-Konsum - unabhängig von der eingenommenen Menge - Auslöser sein kann für paranoide Zustände (Verfolgungswahn) und Psychosen. S.Heine

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Das ist ein Kommentar von "Innergesellschaftliche Außergesellschaftlichkeit - Zwei Jahrzehnte Veräußerung der Bedürfnisse: Raven, Techno und Designerdrogen"
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