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Preis des Grabes, Grab des Preises?
Eine kurze Mitteilung an die Freunde Adornos
Von Detlev Claussen
Der Adorno-Preis der Stadt Frankfurt ist in diesem Jahr Judith Butler zugesprochen worden, die an der UCBerkley Rhetorik und vergleichende Literaturwissenschaft unterrichtet und dem Poststrukturalismus zugerechnet wird. Butlers allgemein umstrittene politische Positionen (zum Beispiel, dass die paramilitärische Organisation Hisbollah, die erklärtermassen „die Verwirklichung des islamischen Staates unter der Herrschaft religiöser Rechtsgelehrter“ anstrebt, eine linke Organisation sei) und ihr vehementes Eintreten für die antiisraelische Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ haben eine Kontroverse über die Adorno-Preisverleihung hervorgerufen. Für Faust-Kultur kommentiert Detlev Claussen die Preisverleihung und die entstandene Diskussion.
KOMMENTAR
Preis des Grabes, Grab des Preises?
Eine kurze Mitteilung an die Freunde Adornos
Von Detlev Claussen
Adorno hat in Frankfurt sein Grab gefunden, doch das hat seinen Preis: den alle drei Jahre verliehenen Adorno-Preis. 2012 soll ihn Judith Butler bekommen. Skandal geschrieen? Butler hat sich politisch idiotisch zu Israel geäußert. Watchdogs, die weltweit überwachen, was akademische Prominenz zu Israel, den USA und den Muslimen zu sagen hat, drängten den „Zentralrat der Juden“ aktiv zu werden: Adornopreis an eine Antisemitin und, wenn schon jüdisch, dann sogar an eine „Selbsthasserin“?
Es gibt zwei Seiten – die Adornopreisverleihung und die watchdogs. Ja, Judith B. ist jüdisch, identifiziert sich aber nicht mit Israel. Nein, antisemitisch ist sie nicht. „Selbsthass“ ist eine von Weininger entwendete vulgärpsychologische Kategorie, die watchdogs gerne verwenden, um die Kritik von Juden an israelischer Politik in die antisemitische Ecke zu stellen.
JB ist eine weltberühmte akademische Idiotin (in der universitären Familie). Sie gehört zu den Spitzenstars der akademischen Verpackungskünstler, die keine Beziehung zu irgendeiner Sache haben, sondern nur zu ihrer eigenen Schaustellerei. Man hätte genauso gut Zizek, Agamben oder Sloterdijk den Adornopreis verleihen können. Sie alle sind in der Selbstdarstellung geschickt, haben zu allem und jedem etwas zu sagen, was kaum einer versteht, der nicht in ihren Spezialsprachen geschult ist. Ihre Schriften und Reden sind die letzten Atemzüge einer Postmoderne, die sich in der Produktion von „elegantem Unsinn“ (Sokal/Bricmont) erschöpft hat. Selbstreferentieller Akademismus, der aber über Massenmedien zu kommunizieren gelernt hat. Partielle Schläue in der Selbstvermarktung, also Halbidiotismus.
Der Zwang, sich als großer Intellektueller aufzuführen und zu jedem originelle Meinungen zu präsentieren, decouvriert sich manchmal als politischer Vollidiotismus. Butlers Behauptung, Hizbollah und Hamas seien Teil einer „globalen Linken“, ist weder antisemitisch noch selbsthasserisch, sondern realitätsunabhängig und voll dumm. Eine „globale Linke“ gibt es ebenso wenig wie die Weisen von Zion. Das wird nicht dadurch besser, dass es weltweit einen Haufen von dummen Linken gibt, die nicht erkennen können, dass islamistischer Fundamentalismus und Linke eine contradictio in adiecto ist. Antiimperialismus dagegen ist kein linkes Alleinstellungsmerkmal; auch die Nazis sahen sich als Antiimperialisten. Butlers Äußerungen zum Nahen Osten sind Dokumente politischer Ahnungslosigkeit.
Andere Seite: Korruption aller Begriffe durch die watchdogs – sie, die allezeit gegen political correctness hetzen, verdammen aus politischen Gründen und reaktionären Universitätsinteressen alle, die nicht ihre Glaubenssätze unterschreiben. Für sie ist alles legitimer War on Terror: Flächenbombardement, gezielte Tötungen, Folter im Verhör, Vergiftung der akademischen Atmosphäre. Diese Koalition hat schon die letzten Lebensjahre des klugen Tony Judt vergiftet. Der massenmediale Alarmismus der watchdogs erinnert an den Kalten Krieg: Gesinnungsschnüffelei mit dem Hinweis auf die totalitäre Gefahr. Dabei sind ihre Aktivitäten die Gefahr für die Freiheit selbst …
In der Kritischen Theorie, wie sie von Adorno mitbegründet wurde, lässt sich die theoretische Erkenntnis nicht von der politischen Einsichtsfähigkeit trennen. Die Verleihung des Adornopreises folgt anderen Kriterien: Die glamourösen Namen schon berühmter Preisträger sollen weltweit glänzen, ihre Beziehung zur Kritischen Theorie ist egal. Sonst hätte den Adornopreis der gerade verstorbene Alfred Schmidt oder die noch lebenden Oskar Negt und Martin Jay längst bekommen müssen. Die Trennung von Theorie und Politik gehört zur invention of tradition, die Jürgen Habermas seit seiner Rückkehr nach Frankfurt Mitte der achtziger Jahre begründet hat. Seine entpolitisierte Version der „kritischen Theorie“ ist ein globales universitäres Projekt des gemäßigten Fortschritts in den Grenzen der akademischen Gesetze. Da kann man schon mal eine politische Vollidiotin in Kauf nehmen, wenn sie nur in derscientific community einen großen Namen hat – siehe Judith Butler.
http://www.facebook.com/l/zAQEfxc7I/faustkultur.de/kategorie/gesellschaft/adorno-preis-an-judith-butler.html%23.UE2jESKvgkj
Gerrit Liskow 10. September 13:14
Is this really becoming quite a story, and fast, or is it just my eyes? Bruce Bawer relates:
"But in reaction to this opposition there’s been a massive outpouring of support for Butler, mostly from American and Israeli academics. When word got out late last week that Benjamin Weinthal of the Jerusalem Post was planning to write about the controversy (his article ran on Sunday), his inbox was flooded with e-mails from places like NYU, Berkeley, Princeton, and Columbia – and, notably, several from Ben-Gurion University – assuring him that Butler is anything but an anti-Semite. Of course, what does and doesn’t constitute anti-Semitism is an intensely disputed question nowadays: in this connection, it was instructive to note that a number of the e-mails sent to Weinthal made reference to Israel’s “apartheid,” its “inhumane war against the Palestinian People,” “Israel’s rights-abusive policies in the Occupied Territories,” and so on; one of the Israeli professors actually followed the word Israel in her address with a question mark.
Far from reassuring anybody that Butler is no anti-Semite, these e-mails painted a vivid picture of a segment of the professoriate whose opinions about Israel are both deeply poisonous and profoundly irrational. And the e-mails made it clear, moreover (as if it were not already clear enough), that Butler herself is a valued member of this unpleasant crew. What’s important to recognize here is that Butler’s take on Israel can’t and shouldn’t be viewed in isolation from her academic activities; on the contrary, one can’t properly make sense (to use the word loosely) of the views on Israel, Hamas, and so forth that are held by someone like Butler without being aware of the limitless contempt for the West, and the limitless tolerance for non-Western (and especially Islamic) iniquity, that are part and parcel of the identity-studies worldview. An observer unfamiliar with Queer Studies might reasonably wonder why Butler, its reigning queen, would be so obsessed with condemning the only country in the Middle East that’s safe for gay people and would happily ally herself with groups that support capital punishment for gays; to be familiar with Queer Studies, however, is to know that it has absolutely nothing – nada – to do with standing up for gay people’s rights and dignity but is, rather, a celebration of alleged (and preferably non-Western and non-white) alienness and victimhood."
For those of you who'd like to read the whole thing, it's there http://frontpagemag.com/2012/bruce-bawer/the-fraud-of-identity-studies/
The Fraud of Identity Studies | FrontPage Magazine
frontpagemag.com
On Sunday, the New York Times Book Review ran a notice of my new book, The Victims’ Revolution: The ...
Steinberg responded that “Blumenthal's attempts to justify such behavior on the grounds of‚ balance, democratic debate and free speech are as morally hollow as Butler's defense. As long as Blumenthal remains, this institution will be known as the Berlin anti-Jewish Museum.”
A German Jewish academic at the event expressed dismay over the discussion at the museum. She told the Post that “Anti-Zionism is enormous in Germany,” and the political and historical context is different in Germany.
Critics in the Federal Republic have long argued that non-Jewish organizations and politicians frequently award prizes to anti-Zionist and anti-Israel Jews to vent their biases against the Jewish state and thereby avoid accusations of anti-Semitism or prejudice.
Phyllis Chesler, an emeritus professor of psychology and women’s studies at City University of New York, wrote the Post via email ,”What Berkeley and the Adorno Prize committee do understand are her very high profile and public anti-Zionist politics which, in these historical times, constitute part of what the ‘new anti-Semitism‘ is about.”
Chesler, who has written about anti-Israel professors, added that academics like Butler “are being rewarded for their political views—which is their real work.”
LInk: Berlin Jewish Museum event calls for Israel boycott
www.jpost.com
Jewish institution hosts Judith Butler, who renews support of BDS movement; 700-strong audience chee..
http://www.facebook.com/l/KAQGqi0t_AQHWIODwxFDZDvww-AnfTYQf2H_ZD0fkOCPcsw/www.jpost.com/JewishWorld/JewishFeatures/Article.aspx?ID=285289&R=R1&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter
Das Schöne an der Demokratie, wie wir sie bisher kannten, bestand gewöhnlich darin, dass alle das Recht haben, sich zum Narren zu machen; man kennt das auch als Meinungsfreiheit. Selbige ist in unserer Gesellschaft ein höchst geschätztes Gut und das nicht nur, weil wir Spaß daran haben, wenn Menschen sich zum Narren machen.
Aber gerade auch dann, wenn Meinungsfreiheit nicht wehtut, ist man in Deutschland sehr dafür. Denn solange alle einer Meinung sind, hat man mit der Freiheit anderer Leute kein Problem. Dafür nimmt man sogar die Förderung der Dummheit in Kauf.
Womit wir bei jenem Jüdischen Museum wären, das mit “Boycott-Divestment-Sanctions”-Judith einen spätsommerlichen Blockbuster der “Israel-Kritik” produziert hat, - dieselbe Frau Butler, die eben erst in Frankfurt/Main den Adorno-Preis für ein Lebenswerk kassiert hat, in dem das Lob von Hamas und Hizballah als sozial progressive “Bewegungen” nicht zukurz gekommen ist.
Es muss dem lokalen Honoratiorentum ein echter Herzenswunsch gewesen sein, Frau Butler für ihre “Israel-Kritik” mit einem Preis zu dekorieren.
Am letzten Samstag durften sich nun in Berlin um die etliche hundert Personen eingeladen fühlen, von Butler “diskutiert” zu werden.
Fragen aus dem Publikum waren auf dieser angeblichen Diskussionsveranstaltung erlaubt, doch nur solche, die vorher mit der Öffentlichkeitssprecherin des Jüdischen Museum, abgesprochen waren.
Alle Fragen bedurften der vorherigen Prüfung. Vorausgesetzt, die Frage wurde vom Poitbüro genehmigt, klappte es auch mit der Meinungsäußerung, zumindest dem Anspruch nach.
Was dazu angetan war, die angestrebte Diskussion vielleicht in vielen Punkten der Lebhaftigkeit und Spontaneität, aber nicht der Einheitlichkeit und Konformität zu berauben; voilà: der Pluralismus der Konformität – wenn alle auf die selbe Art “anders” sind. Brot und Spiel, für die “Linke”.
Die etwa 700 Gäste, die im Innenhof ihren Platz gefunden hatten, waren von diesem doch recht eigentümlichen Umgang mit ihren Grundrechten nicht im mindesten befremdet oder gar verstört.
Meinungsfreiheit unter Führung der “wissenschaftlichen” Weltanschauung? Das ist doch total okay, sagte man sich, und einige der Anwesenden kamen vielleicht sogar ein wenig ins Schwärmen, wegen früher.
Aber wir wollen nicht ungerecht sein: Die Förderung der Demokratie ist ja nicht allein die Aufgabe von diesen beiden Damen – und Meinungsfreiheit richtig verstanden ist eben vor allem Freiheit von Meinung, nicht wahr?
Michael Blumenthal aus dem Vorstand des Jüdischen Museums lobte das Vorgehen der Verwaltung als Beitrag zu einer “fairen und ausgewogenen Diskussion” - in der selbst Micha Brumlik wie durch Zauberhand als jener Bibi-Fan erschien, der er nicht ist, und vom versammelten Meinungsmob niedergebrüllt werden konnte, wie in einem Bierkeller.
Man könnte meinen, diese Veranstaltung hätte sich selbst entlarvt als das, was sie war.
Angesichts dieser Rahmenbedingungen hätte es auch den Dümmsten klar sein müssen, dass es um keine “faire und ausgewogene Diskussion” ging, und das womöglich nicht einmal dem Anspruch nach.
http://www.jpost.com/JewishWorld/JewishFeatures/Article.aspx?ID=285289&R=R1&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter
Interessant an Veranstlatungen wie diesen, und die mit Frau Butler ist da nur ein Beispiel unter vielen, ist, dass das Publikum so etwas mit sich machen lässt, ohne sich dadurch auch nur im mindesten in seinen Freiheitrechten eingeschränkt zu fühlen.
Besonders bemerkenswert ist das, weil Veanstaltung mit Frau Butler zumeist von Leuten besucht werden, die sonst sehr empfindlich auf eingebildete oder reale Einschränkungen ihrer individuellen Freiheitsgrade reagieren.
Es ist eine freiwillige Selbstkontrolle wie in der “Diskussion” mit Frau Butler im Jüdischen Museum aber anscheinend emotional derartig lukrativ, dass sie gerne in Kauf genommen wird, denn es winkt ein schöner Preis: die Absolution vor dem “politischen” Gewissen, wenn nicht sogar vor der deutschen Geschichte.
Es ist ja ganz und gar nicht so, dass es in Deutschland einen blinden Fleck der Selbstwahrnehmung gäbe, wenn es ums Jüdische geht. Nein, nein, und die Erde ist eine Scheibe.
Es ist vielmehr so, dass zwei Generationen nach der Shoah das Israel der “politischen” Phantasie herhalten soll, wenn das Binnenverhältnis eines staatstragend-identitätsstiftenden Deutschtums emotional attraktiv und sozial akzeptabel gestaltet werden muss.
Und welch eine bezaubernde Pointe des ésprit de l´éscalier, des Treppenwitzes, ist es überhaupt, dass sich für diese “politische” Drecksarbeit mit Frau Butler eine Person hergibt, die sich in ihren früheren, lichteren Momenten einmal die Dekonstruktion von Identitäten auf die Fahne geschrieben hatte.
Für derartig assistierte Selbstgespräche des deutschen Kollektivs diente sich das Jüdische Museum an angesichts der Veranstaltung mit Frau Butler, die ein erneut Podium erhalten hat, um sich erneut als Gallionsfigur des akademisch legitimierten Israel-Boykotts zu inszenieren.
Man kann nur vermuten, dass es damit zu tun haben könnte, dass die “Israel-kritische” Szene sich mit Verve in die Tasche lügen möchte. Und was kann “legitimierender” wirken, als ein Boykott-Aufruf mit Kosher-Siegel? Eben.
Da schließt sich dann der Kreis: Die “Israel-kritische” Szene und ihre Philosophin nach Maß, deutsche “Vergangenheitsbewältigung” und Fau Butler in ihrer Funktion als akademisch legitimiertes Kosher-Siegel haben einander wie Arsch und Eimer verdient.
Es hat das Jüdische Museum der Boykottkampagne gegen den jüdischen Staat ein Podium hingestellt und alle Meinungen lupenrein aussortiert, die von der Affirmationshaltung gegenüber Frau Butler ablenken könnte.
Gefördert hat man damit jenes Ressentiment, das sich noch unter allen sozialen Bedingungen über die Zeiten gerettet hat, und das zuletzt bei Günther “Gedicht” Grass fröhliche Urstände gefeiert hat: Dass Israel den Weltfrieden gefährdet. Man gibt seinem Feind recht - und hat deswegen zwar vielleicht immer noch nicht seinen “Frieden” mit der Welt, aber zumindest ein komfortables Leben “im falschen”, nicht wahr, Frau Kugelmann, Herr Blumenthal, Frau Schmidt-Narishkin?
Bisher steht Phyllis Cheslers Behauptung unwiderlegt im Raum, Judith Butler sei in Frankfurt/Main für ihre “anti-zionistischen” Meinungen prämiert worden.
Konfrontiert mit den gegen sie erhobenen Vorwürfen ließ sich Frau Butler übrigens lediglich zu der Einlassung herab, dass “tausend jüdische Gruppen” ihr zustimmen würden; wobei mir vor allem die Verwendung des qualifizierenden Eigenschaftswortes “jüdisch” bemerkenswert erscheint – oder wird der Unsinn jetzt dadurch geadelt, dass ihn die “politisch” Passenden sagen?
Apropos Blödheit: Jakob Augstein “weiß” nun auch, wer hinter diesem famosen Video steckt, das auf der ganzen Welt für Terror sorgt. Im “Spiegel” legt Jakob Augstein vollumfänglich selbstbelastend dar, dass “Die Unschuld der Muslime” vor allem den USA und Israel nützt, ergo auf deren Mist gewachsen wäre; eine interessante, aber doch nur wenig überraschende Selbstauskunft.
Allerdings sollte man nicht ohne weiteres glauben, dass Unsinn wie der von Jakob Augstein sich von selbst disqualifiziert – dazu sitzen Jakob Augsteins “politische” Halluzinationen zu bequem auf den sozialen und emotionalen Bedürfnissen der “Spiegel”-Leser nach “politischer” Akzeptabilität bei gleichzeitiger “moralischer” Entlastung.
Jakob Augstein ist mit seinem Talent zur “Israel-Kritik” ebenso auf der Höhe seiner Zeit, wie sein Vater es einst war. Wie jener Rudolf Augstein, der sein Redaktionspersonal bevorzugt aus den Reihen jener Reichspressekonferenz rekrutierte, die nach dem 8. Mai 1945 zu ihrem größten Bedauern a.D. gehen musste, und der nach seinem Gastspiel bei der “Einsatzgruppe B” mit journalistischen Mitteln für den “Endsieg” kämpfte, diesmal unter dem programmatischen Titel “deutsches Nachrichtenmagazin”.
Das bleibt nun alles an Jakob Augstein kleben, das mit dem “Endsieg”. Und das, wo es sich bei “Junior” doch um gar keinen eingeborenen Sohn der Augsteins handelt, sondern lediglich um die Fortsetzung von Martin “Moralkeule” Walser mit anderen Mitteln.
Bettina Röhl (Wirtschaftswoche) zur Gender-Theorie von Butler
Aus: Wirtschaftswoche
Bettina Röhl
„….. Da ist es eigentlich eher ein Wunder, dass Butler erst jetzt den Adorno-Preis bekommt. Sie erfüllt alle Merkmale einer höchst etablierten Systemkonformistin. Aber wenn sich das herrschende System selber für die Inkarnation der moralisch getriebenen Opposition hält, dann steht die Realität auf dem Kopf. Diesem Kopfstand ist die Tatsache geschuldet, dass die wirklichen Mainstreamer stets als die größten "Queer"- oder Querdenker, wie man es vielleicht in diesem Zusammenhang sinnvoll übersetzt, gehandelt werden, die einer fiktiven falschen Gesellschaft, nämlich der Gesellschaft der "normalen" Menschen und der überwältigenden Mehrheit die goldenen Denkanstöße gäben, die den Weg aus der Falle der Dominanz der ewigen Spießbürgerei weisen würden.
Butler ist als Frau, als Lesbe, als .. sraelfeindlich zu bezeichnende Jüdin und als Gender-Königin und auch als Ikone der globalen Linken, der Occupy-Bewegung und was man mehr möchte, in ihrer Person geradezu prädestiniert, im herrschenden Milieu Karriere zu machen. Die Suggestionskünstlerin Butler mischt sich auf eine sehr aggressive, aufpeitschende, ja geistig gewalttätige Art in alle Reizthemen der Welt ein. Dabei verkauft sich Butler permanent als vehemente Verfechterin ihres rein friedlichen Kampfes für die "gerechte Sache", die man in der Regel wohl als die immer falsche Sache wird bezeichnen müssen.
Hier geht es um Butlers Stellung als eine regelrechte Welt-Institution in Sachen Gender. Gender-Politik ist in Europa und in Deutschland geltendes Recht, obwohl auch nach jahrelanger Diskussion über diese Politik die weit überwiegende Mehrheit der Menschen von Gender noch nie etwas gehört hat oder sich darunter nichts vorzustellen vermag.
Gender ist eine weltweit mit Milliardenaufwand finanzierte Ideologie, die von inzwischen 1000senden Wissenschaftlern jahrein jahraus beforscht wird und bisher nicht über die Behauptung hinaus gekommen ist, dass es zwar Menschen, aber keineswegs Männer und Frauen gäbe. Gender ist demnach ein fiktives Geschlecht, gern als das "soziale Geschlecht" bezeichnet, nämlich das Geschlecht, dass sich jeder Mensch selber in seinem sozialen Umwelt aussucht und dass er je nach Gusto täglich oder häufiger ändern könnte. Butler dreht das Rad dieses Verwirrspiels weiter, in dem sie behauptet, dass es entgegen dem äußeren Anschein auch körperlich zwischen Mann und Frau, keine Differenz gäbe. Dass also das, was jeder täglich biologisch wahrnimmt, nämlich das körperliche Geschlecht seines Gegenüber, nur Produkt seiner im Prinzip wahnhaften Wahrnehmung beziehungsweise die Anpassung des Körpers an die falsche Vorstellung vom eigenen und von fremden Körpern sei usw.usw.
Für Menschen, die in Mathematik nicht so fit sind, wird es langsam schwierig, denn die Gender-Forscher … haben inzwischen 16 und mehr unterschiedliche Geschlechter ausgemacht. Da ist alles dabei, nur nicht Mann oder Frau. Und wer das zaghaft bezweifelt ist in den Augen der Gender-Fanatiker bestenfalls ein Antiquierter und schlimmstenfalls ein Reaktionär oder gar ein Rassist und im Zweifel mindestens frauenfeindlich.
Gender ist, um es beim Namen zu nennen, ein pseudowissenschaftliches Unternehmen mit ähnlichen Denkfehlern behaftet wie der "wissenschaftliche Sozialismus", der bereits unzählige Male gescheitert ist. Gender ist ein Unternehmen, das 20.000 Jahre und mehr Patriarchat mindestens vorübergehend durch die Einführung frauendominanter Strukturen zwecks schlussendlicher Herstellung von Gleichberechtigung aller Menschen, insbesondere der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, die es nach der Gender-Doktrin eigentlich gar nicht gibt, kompensieren will.
Butler ist eine genialische Propagandistin und Aktionistin. In diesen Fächern hätte sie Nobelpreisniveau. Wo sie auftritt macht sie alles mundtot und was nicht ihrer Meinung ist, echauffiert sich zumindest fürchterlich über den Unsinn, den sie als die reine und nichts als die reine Wirklichkeit verkauft. Sie sei ein schreckliches "Problemkind" gewesen, aber ein besonders "kluges", so Butler über Butler. So gesehen kann man sagen, Butler polarisiert. Nur eines kann man nicht sagen, dass sie bei all den Themen, die sie mit einer furchtbaren Schärfe seziert, irgendwelche Ideen anböte, die gesellschaftsnützlich wären. Man muss sich im Angesichte von Butler wohl damit begnügen festzustellen, dass sie immer wieder mit großtuerischem Alarmismus und extremistischen Argumentationen Sand ins Getriebe wirft, was ihre Jünger dann gerne so beschreiben, dass Butler wieder mal Debatten oder Denkprozesse angestoßen hätte.
Auch zur Vorbereitung ihres Auftritts in Frankfurt setzt sich Butler in deutschen Medien schon einmal vor ab in Szene und stellt die Hierarchien klar: Butler-Kritiker, die von ihr noch etwas lernen können, ganz unten und Butler selber ganz oben. Hier soll nicht über die Aktion Butlers zu Gunsten eines Boykott Israels die Rede sein. (Ihre Unterstützung der Kampagne: Boykott, Desinvestition und Sanktionen, kurz BDS genannt) Auch nicht von ihrem "Engagement" für die friedliche Ko-Existenz von Israelis und Palästinensern in eigenen Staaten, die sie mit ihrem Boykott herbei führen möchte, ohne irgendein Rezept anzubieten, wie ihre banale und selbstverständliche Forderung in die Tat umgesetzt werden könnte. Hier geht es ausschließlich um die Nebenwirkungen der schon angesprochenen Gender-Ideologie, die Butler seit 25 Jahren zu ihrem eigentlichen Markenzeichen gemacht hat.
Die Gender-Ideologie kommt nicht als männermordender Feminismus daher. Es ist in Wahrheit viel schlimmer. Butlers permanenter Selbsteinschätzung besonderer Friedfertigkeit, passt zu einer Ideologie, die mit Systemgewalt den Mann aus dem Mann austreiben will. Gender kämpft nicht gegen den Mann, sondern "nur" gegen dessen Männlichkeit. Gender kämpft nicht gegen den Mann, sondern gegen das Testosteron im Mann, so dass vom Mann nichts übrig bleibt. Weshalb bis in die Kindergärten hinunter, je nachdem wie indoktriniert die Kindergärtner schon sind, die Entmännlichung der Gesellschaft insgesamt und die der Männer und Jungen im Besonderen das erklärte strategische Gender-Ziel ist.
Da die Gender-Ideologie das geltende Recht fatalerweise schon beherrscht, aber noch nicht in der Rechtswirklichkeit sprich in den Köpfen der Menschen angekommen ist, geschweige denn von der Mehrheit durchschaut und als Scharlatanerie entlarvt ist, wäre Aufklärung über Gender und zwar Massenaufklärung das Gebot der Stunde, statt Gender-Apologeten wie Judith Butler derart mit Preisen zu ehren, dass deren Gender-Mission immer weiter und immer hemmungsloser unterstützt wird.
Aktuell schließt sich der Kreis: Die Frauenquote, die a priori erst einmal eine Kategorie für sich ist, ist zentraler Gegenstand der Gender-Politik und deswegen gegen viele Widerstände in der Wirtschaft, in der Kultur, in der Gesellschaft so widerstandslos an allen möglichen Stellen und bei allen möglichen Gelegenheiten implementierbar. Dass Frauen gleichberechtigt zum Beispiel in den Führungsetagen größerer Unternehmen tätig sein sollten und allemal dürfen, ist ein Selbstgänger. Qualifikation und Lust auf den Job sollten bei Männern und bei Frauen entscheiden, welche Position jemand bekleidet. Quotenregeln sind nicht nur im Einzelfall mehr als problematisch, sondern Quotenregelungen für Frauen sind auch innerhalb der Gruppe der Frauen oft ungerecht. Quotenfrauen will wohl Niemand und doch ist nicht aus-zuschließen, dass Quotenregelungen Ebensolche generieren. Letzten Endes aber muss man wissen, dass in Wahrheit der Gender-Druck hinter der Einführung der Quotenregelung bezüglich Großunternehmen steckt, dass also eine Ideologie, die man getrost furchtbar nennen darf, der Quote zum Durchbruch verholfen hat. In Skandinavien, wo es schon 100 Jahre Gender-Politik gab, bevor der furchtbare amerikanische Arzt John Money diesen Begriff erfand, scheint man aus dem Wahnsinn zu erwachen. In Norwegen ist die staatlich mit fast 60 Millionen Euro jährlich subventionierte Gender-Forschung gerade Knall auf Fall quasi wegen erwiesener Scharlatanerie gestrichen worden. Gegen den erbitterten Widerstand der Main-stream-Medien und der Gender-Ideologen, versteht sich. Ein Heer arbeitsloser Genderforscher ist die in Kauf genommene Folge. Im nostalgischen Frankfurt ticken die Uhren offenbar deutlich langsam.“
Interessant auch, wie sich Butler gegen die Kritik an ihrer Israel-"Kritik" verteidigt (http://www.fr-online.de/kultur/judith-butler-fangen-wir-an--miteinander-zu-sprechen,1472786,17019694.html).
Die Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland ist für Butler bloße "Denunziation" (bzw., sie legt später im Text noch mal eine Schippe drauf, "Dämonisierung" und ein offener Versuch der "De-Legitimation"), die keine Gründe der Kritik äußert und bestrebt ist, "jede Diskussion im Keime zu ersticken".
Ziel ihrer Kritiker sei es, "jedwede Kritik am Staate Israel" unter eine von ihr imaginierte diskursive Strafe zu stellen und "jede Debatte einer strengen Zensur [zu] unterwerfen". Wie sich Butlers unzensierte, öffentliche Antwort mit der vermeintlichen "Zensur" durch den Zentralrat verträgt, bleibt freilich unerfindlich.
Antisemitismus, das verrät uns Butler, sieht sie durchaus als Problemphänomen, nämlich bei der NPD, griechischen Nazis und jenen, welche "Anschläge auf jüdische Schulen in Frankreich" verüben. Kurzum, Antisemitismus äußert sich für Butler vorrangig bei Nazis und deren jeweiligen, praktisch tätigen Terrorgruppen. Von der gesellschaftlichen "Mitte" (oder auch Hamas, Hisbollah usw.) schweigt Butler allerdings. Denn dies ist IHR Antisemitismus - jenseits der (ihr allerdings applaudierenden) NPD und diesseits der (ihr ebenfalls applaudierenden) Hamas und Hisbollah.
Besonders peinlich wird Butlers Text dann, wenn sie ihre Eingemeindung der Hamas und der Hisbollah in die "globale Linke" verteidigt, ohne auch nur ein einziges Argument (!!!) für diese Aussage zu präsentieren.
Dass Butler auch die alte Lüge von der "Enteignung der Palästinenser im Jahre 1948" aufwärmt, wundert dann nicht mehr.
Judith Butler sieht sich, wie viele selbsternannte "Israel-Kritiker" als Opfer ihrer Kritiker, die "gegen alle, die Israel und seine gegenwärtige Politik kritisch beurteilen" die Antisemitismus-Keule schwingen.
Bedauerlich bleibt, dass Judith Butler für ihre Äußerungen nicht einen möglichen Martin-Walser-Preis erhält, sondern den Frankfurter Adorno-Preis. Das kann ich nicht verstehen.
In deutschen Leitmedien wird der Mythos verbreitet, die Muslimbrüderschaft und ihr Ableger, die "Hamas, seien "gemäßigt" und auf dem Weg zur Demokratie.
Wie wahr und vom deutschen Kapitalinteresse geleitet solcher Mythen sind zeigt ihnen folgendes Video, ausgestrahlt vom ägyptischen Fernsehsender „Kanal 1“. Unter den Betenden war auch Präsident Mohammed Mursi. Er beteiligte sich an einem Gebet, in dem der Prediger Mansur Allah eindringlich unter anderem um die Vernichtung der Juden und ihrer Unterstützer bat.
Das Video mit Mursis Teilnahme an dem Gebet findet sich unter www.memritv.org/clip/en/3614.htm.
Eine kurze Mitteilung an die Freunde Adornos
Von Detlev Claussen
Der Adorno-Preis der Stadt Frankfurt ist in diesem Jahr Judith Butler zugesprochen worden, die an der UCBerkley Rhetorik und vergleichende Literaturwissenschaft unterrichtet und dem Poststrukturalismus zugerechnet wird. Butlers allgemein umstrittene politische Positionen (zum Beispiel, dass die paramilitärische Organisation Hisbollah, die erklärtermassen „die Verwirklichung des islamischen Staates unter der Herrschaft religiöser Rechtsgelehrter“ anstrebt, eine linke Organisation sei) und ihr vehementes Eintreten für die antiisraelische Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ haben eine Kontroverse über die Adorno-Preisverleihung hervorgerufen. Für Faust-Kultur kommentiert Detlev Claussen die Preisverleihung und die entstandene Diskussion.
KOMMENTAR
Preis des Grabes, Grab des Preises?
Eine kurze Mitteilung an die Freunde Adornos
Von Detlev Claussen
Adorno hat in Frankfurt sein Grab gefunden, doch das hat seinen Preis: den alle drei Jahre verliehenen Adorno-Preis. 2012 soll ihn Judith Butler bekommen. Skandal geschrieen? Butler hat sich politisch idiotisch zu Israel geäußert. Watchdogs, die weltweit überwachen, was akademische Prominenz zu Israel, den USA und den Muslimen zu sagen hat, drängten den „Zentralrat der Juden“ aktiv zu werden: Adornopreis an eine Antisemitin und, wenn schon jüdisch, dann sogar an eine „Selbsthasserin“?
Es gibt zwei Seiten – die Adornopreisverleihung und die watchdogs. Ja, Judith B. ist jüdisch, identifiziert sich aber nicht mit Israel. Nein, antisemitisch ist sie nicht. „Selbsthass“ ist eine von Weininger entwendete vulgärpsychologische Kategorie, die watchdogs gerne verwenden, um die Kritik von Juden an israelischer Politik in die antisemitische Ecke zu stellen.
JB ist eine weltberühmte akademische Idiotin (in der universitären Familie). Sie gehört zu den Spitzenstars der akademischen Verpackungskünstler, die keine Beziehung zu irgendeiner Sache haben, sondern nur zu ihrer eigenen Schaustellerei. Man hätte genauso gut Zizek, Agamben oder Sloterdijk den Adornopreis verleihen können. Sie alle sind in der Selbstdarstellung geschickt, haben zu allem und jedem etwas zu sagen, was kaum einer versteht, der nicht in ihren Spezialsprachen geschult ist. Ihre Schriften und Reden sind die letzten Atemzüge einer Postmoderne, die sich in der Produktion von „elegantem Unsinn“ (Sokal/Bricmont) erschöpft hat. Selbstreferentieller Akademismus, der aber über Massenmedien zu kommunizieren gelernt hat. Partielle Schläue in der Selbstvermarktung, also Halbidiotismus.
Der Zwang, sich als großer Intellektueller aufzuführen und zu jedem originelle Meinungen zu präsentieren, decouvriert sich manchmal als politischer Vollidiotismus. Butlers Behauptung, Hizbollah und Hamas seien Teil einer „globalen Linken“, ist weder antisemitisch noch selbsthasserisch, sondern realitätsunabhängig und voll dumm. Eine „globale Linke“ gibt es ebenso wenig wie die Weisen von Zion. Das wird nicht dadurch besser, dass es weltweit einen Haufen von dummen Linken gibt, die nicht erkennen können, dass islamistischer Fundamentalismus und Linke eine contradictio in adiecto ist. Antiimperialismus dagegen ist kein linkes Alleinstellungsmerkmal; auch die Nazis sahen sich als Antiimperialisten. Butlers Äußerungen zum Nahen Osten sind Dokumente politischer Ahnungslosigkeit.
Andere Seite: Korruption aller Begriffe durch die watchdogs – sie, die allezeit gegen political correctness hetzen, verdammen aus politischen Gründen und reaktionären Universitätsinteressen alle, die nicht ihre Glaubenssätze unterschreiben. Für sie ist alles legitimer War on Terror: Flächenbombardement, gezielte Tötungen, Folter im Verhör, Vergiftung der akademischen Atmosphäre. Diese Koalition hat schon die letzten Lebensjahre des klugen Tony Judt vergiftet. Der massenmediale Alarmismus der watchdogs erinnert an den Kalten Krieg: Gesinnungsschnüffelei mit dem Hinweis auf die totalitäre Gefahr. Dabei sind ihre Aktivitäten die Gefahr für die Freiheit selbst …
In der Kritischen Theorie, wie sie von Adorno mitbegründet wurde, lässt sich die theoretische Erkenntnis nicht von der politischen Einsichtsfähigkeit trennen. Die Verleihung des Adornopreises folgt anderen Kriterien: Die glamourösen Namen schon berühmter Preisträger sollen weltweit glänzen, ihre Beziehung zur Kritischen Theorie ist egal. Sonst hätte den Adornopreis der gerade verstorbene Alfred Schmidt oder die noch lebenden Oskar Negt und Martin Jay längst bekommen müssen. Die Trennung von Theorie und Politik gehört zur invention of tradition, die Jürgen Habermas seit seiner Rückkehr nach Frankfurt Mitte der achtziger Jahre begründet hat. Seine entpolitisierte Version der „kritischen Theorie“ ist ein globales universitäres Projekt des gemäßigten Fortschritts in den Grenzen der akademischen Gesetze. Da kann man schon mal eine politische Vollidiotin in Kauf nehmen, wenn sie nur in derscientific community einen großen Namen hat – siehe Judith Butler.
http://www.facebook.com/l/zAQEfxc7I/faustkultur.de/kategorie/gesellschaft/adorno-preis-an-judith-butler.html%23.UE2jESKvgkj
Is this really becoming quite a story, and fast, or is it just my eyes? Bruce Bawer relates:
"But in reaction to this opposition there’s been a massive outpouring of support for Butler, mostly from American and Israeli academics. When word got out late last week that Benjamin Weinthal of the Jerusalem Post was planning to write about the controversy (his article ran on Sunday), his inbox was flooded with e-mails from places like NYU, Berkeley, Princeton, and Columbia – and, notably, several from Ben-Gurion University – assuring him that Butler is anything but an anti-Semite. Of course, what does and doesn’t constitute anti-Semitism is an intensely disputed question nowadays: in this connection, it was instructive to note that a number of the e-mails sent to Weinthal made reference to Israel’s “apartheid,” its “inhumane war against the Palestinian People,” “Israel’s rights-abusive policies in the Occupied Territories,” and so on; one of the Israeli professors actually followed the word Israel in her address with a question mark.
Far from reassuring anybody that Butler is no anti-Semite, these e-mails painted a vivid picture of a segment of the professoriate whose opinions about Israel are both deeply poisonous and profoundly irrational. And the e-mails made it clear, moreover (as if it were not already clear enough), that Butler herself is a valued member of this unpleasant crew. What’s important to recognize here is that Butler’s take on Israel can’t and shouldn’t be viewed in isolation from her academic activities; on the contrary, one can’t properly make sense (to use the word loosely) of the views on Israel, Hamas, and so forth that are held by someone like Butler without being aware of the limitless contempt for the West, and the limitless tolerance for non-Western (and especially Islamic) iniquity, that are part and parcel of the identity-studies worldview. An observer unfamiliar with Queer Studies might reasonably wonder why Butler, its reigning queen, would be so obsessed with condemning the only country in the Middle East that’s safe for gay people and would happily ally herself with groups that support capital punishment for gays; to be familiar with Queer Studies, however, is to know that it has absolutely nothing – nada – to do with standing up for gay people’s rights and dignity but is, rather, a celebration of alleged (and preferably non-Western and non-white) alienness and victimhood."
For those of you who'd like to read the whole thing, it's there http://frontpagemag.com/2012/bruce-bawer/the-fraud-of-identity-studies/
The Fraud of Identity Studies | FrontPage Magazine
frontpagemag.com
On Sunday, the New York Times Book Review ran a notice of my new book, The Victims’ Revolution: The ...
A German Jewish academic at the event expressed dismay over the discussion at the museum. She told the Post that “Anti-Zionism is enormous in Germany,” and the political and historical context is different in Germany.
Critics in the Federal Republic have long argued that non-Jewish organizations and politicians frequently award prizes to anti-Zionist and anti-Israel Jews to vent their biases against the Jewish state and thereby avoid accusations of anti-Semitism or prejudice.
Phyllis Chesler, an emeritus professor of psychology and women’s studies at City University of New York, wrote the Post via email ,”What Berkeley and the Adorno Prize committee do understand are her very high profile and public anti-Zionist politics which, in these historical times, constitute part of what the ‘new anti-Semitism‘ is about.”
Chesler, who has written about anti-Israel professors, added that academics like Butler “are being rewarded for their political views—which is their real work.”
LInk: Berlin Jewish Museum event calls for Israel boycott
www.jpost.com
Jewish institution hosts Judith Butler, who renews support of BDS movement; 700-strong audience chee..
http://www.facebook.com/l/KAQGqi0t_AQHWIODwxFDZDvww-AnfTYQf2H_ZD0fkOCPcsw/www.jpost.com/JewishWorld/JewishFeatures/Article.aspx?ID=285289&R=R1&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter
Das Schöne an der Demokratie, wie wir sie bisher kannten, bestand gewöhnlich darin, dass alle das Recht haben, sich zum Narren zu machen; man kennt das auch als Meinungsfreiheit. Selbige ist in unserer Gesellschaft ein höchst geschätztes Gut und das nicht nur, weil wir Spaß daran haben, wenn Menschen sich zum Narren machen.
Aber gerade auch dann, wenn Meinungsfreiheit nicht wehtut, ist man in Deutschland sehr dafür. Denn solange alle einer Meinung sind, hat man mit der Freiheit anderer Leute kein Problem. Dafür nimmt man sogar die Förderung der Dummheit in Kauf.
Womit wir bei jenem Jüdischen Museum wären, das mit “Boycott-Divestment-Sanctions”-Judith einen spätsommerlichen Blockbuster der “Israel-Kritik” produziert hat, - dieselbe Frau Butler, die eben erst in Frankfurt/Main den Adorno-Preis für ein Lebenswerk kassiert hat, in dem das Lob von Hamas und Hizballah als sozial progressive “Bewegungen” nicht zukurz gekommen ist.
Es muss dem lokalen Honoratiorentum ein echter Herzenswunsch gewesen sein, Frau Butler für ihre “Israel-Kritik” mit einem Preis zu dekorieren.
Am letzten Samstag durften sich nun in Berlin um die etliche hundert Personen eingeladen fühlen, von Butler “diskutiert” zu werden.
Fragen aus dem Publikum waren auf dieser angeblichen Diskussionsveranstaltung erlaubt, doch nur solche, die vorher mit der Öffentlichkeitssprecherin des Jüdischen Museum, abgesprochen waren.
Alle Fragen bedurften der vorherigen Prüfung. Vorausgesetzt, die Frage wurde vom Poitbüro genehmigt, klappte es auch mit der Meinungsäußerung, zumindest dem Anspruch nach.
Was dazu angetan war, die angestrebte Diskussion vielleicht in vielen Punkten der Lebhaftigkeit und Spontaneität, aber nicht der Einheitlichkeit und Konformität zu berauben; voilà: der Pluralismus der Konformität – wenn alle auf die selbe Art “anders” sind. Brot und Spiel, für die “Linke”.
Die etwa 700 Gäste, die im Innenhof ihren Platz gefunden hatten, waren von diesem doch recht eigentümlichen Umgang mit ihren Grundrechten nicht im mindesten befremdet oder gar verstört.
Meinungsfreiheit unter Führung der “wissenschaftlichen” Weltanschauung? Das ist doch total okay, sagte man sich, und einige der Anwesenden kamen vielleicht sogar ein wenig ins Schwärmen, wegen früher.
Aber wir wollen nicht ungerecht sein: Die Förderung der Demokratie ist ja nicht allein die Aufgabe von diesen beiden Damen – und Meinungsfreiheit richtig verstanden ist eben vor allem Freiheit von Meinung, nicht wahr?
Michael Blumenthal aus dem Vorstand des Jüdischen Museums lobte das Vorgehen der Verwaltung als Beitrag zu einer “fairen und ausgewogenen Diskussion” - in der selbst Micha Brumlik wie durch Zauberhand als jener Bibi-Fan erschien, der er nicht ist, und vom versammelten Meinungsmob niedergebrüllt werden konnte, wie in einem Bierkeller.
Man könnte meinen, diese Veranstaltung hätte sich selbst entlarvt als das, was sie war.
Angesichts dieser Rahmenbedingungen hätte es auch den Dümmsten klar sein müssen, dass es um keine “faire und ausgewogene Diskussion” ging, und das womöglich nicht einmal dem Anspruch nach.
http://www.jpost.com/JewishWorld/JewishFeatures/Article.aspx?ID=285289&R=R1&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter
Interessant an Veranstlatungen wie diesen, und die mit Frau Butler ist da nur ein Beispiel unter vielen, ist, dass das Publikum so etwas mit sich machen lässt, ohne sich dadurch auch nur im mindesten in seinen Freiheitrechten eingeschränkt zu fühlen.
Besonders bemerkenswert ist das, weil Veanstaltung mit Frau Butler zumeist von Leuten besucht werden, die sonst sehr empfindlich auf eingebildete oder reale Einschränkungen ihrer individuellen Freiheitsgrade reagieren.
Es ist eine freiwillige Selbstkontrolle wie in der “Diskussion” mit Frau Butler im Jüdischen Museum aber anscheinend emotional derartig lukrativ, dass sie gerne in Kauf genommen wird, denn es winkt ein schöner Preis: die Absolution vor dem “politischen” Gewissen, wenn nicht sogar vor der deutschen Geschichte.
Es ist ja ganz und gar nicht so, dass es in Deutschland einen blinden Fleck der Selbstwahrnehmung gäbe, wenn es ums Jüdische geht. Nein, nein, und die Erde ist eine Scheibe.
Es ist vielmehr so, dass zwei Generationen nach der Shoah das Israel der “politischen” Phantasie herhalten soll, wenn das Binnenverhältnis eines staatstragend-identitätsstiftenden Deutschtums emotional attraktiv und sozial akzeptabel gestaltet werden muss.
Und welch eine bezaubernde Pointe des ésprit de l´éscalier, des Treppenwitzes, ist es überhaupt, dass sich für diese “politische” Drecksarbeit mit Frau Butler eine Person hergibt, die sich in ihren früheren, lichteren Momenten einmal die Dekonstruktion von Identitäten auf die Fahne geschrieben hatte.
Für derartig assistierte Selbstgespräche des deutschen Kollektivs diente sich das Jüdische Museum an angesichts der Veranstaltung mit Frau Butler, die ein erneut Podium erhalten hat, um sich erneut als Gallionsfigur des akademisch legitimierten Israel-Boykotts zu inszenieren.
Man kann nur vermuten, dass es damit zu tun haben könnte, dass die “Israel-kritische” Szene sich mit Verve in die Tasche lügen möchte. Und was kann “legitimierender” wirken, als ein Boykott-Aufruf mit Kosher-Siegel? Eben.
Da schließt sich dann der Kreis: Die “Israel-kritische” Szene und ihre Philosophin nach Maß, deutsche “Vergangenheitsbewältigung” und Fau Butler in ihrer Funktion als akademisch legitimiertes Kosher-Siegel haben einander wie Arsch und Eimer verdient.
Es hat das Jüdische Museum der Boykottkampagne gegen den jüdischen Staat ein Podium hingestellt und alle Meinungen lupenrein aussortiert, die von der Affirmationshaltung gegenüber Frau Butler ablenken könnte.
Gefördert hat man damit jenes Ressentiment, das sich noch unter allen sozialen Bedingungen über die Zeiten gerettet hat, und das zuletzt bei Günther “Gedicht” Grass fröhliche Urstände gefeiert hat: Dass Israel den Weltfrieden gefährdet. Man gibt seinem Feind recht - und hat deswegen zwar vielleicht immer noch nicht seinen “Frieden” mit der Welt, aber zumindest ein komfortables Leben “im falschen”, nicht wahr, Frau Kugelmann, Herr Blumenthal, Frau Schmidt-Narishkin?
Bisher steht Phyllis Cheslers Behauptung unwiderlegt im Raum, Judith Butler sei in Frankfurt/Main für ihre “anti-zionistischen” Meinungen prämiert worden.
Konfrontiert mit den gegen sie erhobenen Vorwürfen ließ sich Frau Butler übrigens lediglich zu der Einlassung herab, dass “tausend jüdische Gruppen” ihr zustimmen würden; wobei mir vor allem die Verwendung des qualifizierenden Eigenschaftswortes “jüdisch” bemerkenswert erscheint – oder wird der Unsinn jetzt dadurch geadelt, dass ihn die “politisch” Passenden sagen?
Apropos Blödheit: Jakob Augstein “weiß” nun auch, wer hinter diesem famosen Video steckt, das auf der ganzen Welt für Terror sorgt. Im “Spiegel” legt Jakob Augstein vollumfänglich selbstbelastend dar, dass “Die Unschuld der Muslime” vor allem den USA und Israel nützt, ergo auf deren Mist gewachsen wäre; eine interessante, aber doch nur wenig überraschende Selbstauskunft.
Allerdings sollte man nicht ohne weiteres glauben, dass Unsinn wie der von Jakob Augstein sich von selbst disqualifiziert – dazu sitzen Jakob Augsteins “politische” Halluzinationen zu bequem auf den sozialen und emotionalen Bedürfnissen der “Spiegel”-Leser nach “politischer” Akzeptabilität bei gleichzeitiger “moralischer” Entlastung.
Jakob Augstein ist mit seinem Talent zur “Israel-Kritik” ebenso auf der Höhe seiner Zeit, wie sein Vater es einst war. Wie jener Rudolf Augstein, der sein Redaktionspersonal bevorzugt aus den Reihen jener Reichspressekonferenz rekrutierte, die nach dem 8. Mai 1945 zu ihrem größten Bedauern a.D. gehen musste, und der nach seinem Gastspiel bei der “Einsatzgruppe B” mit journalistischen Mitteln für den “Endsieg” kämpfte, diesmal unter dem programmatischen Titel “deutsches Nachrichtenmagazin”.
Das bleibt nun alles an Jakob Augstein kleben, das mit dem “Endsieg”. Und das, wo es sich bei “Junior” doch um gar keinen eingeborenen Sohn der Augsteins handelt, sondern lediglich um die Fortsetzung von Martin “Moralkeule” Walser mit anderen Mitteln.
Bettina Röhl
„….. Da ist es eigentlich eher ein Wunder, dass Butler erst jetzt den Adorno-Preis bekommt. Sie erfüllt alle Merkmale einer höchst etablierten Systemkonformistin. Aber wenn sich das herrschende System selber für die Inkarnation der moralisch getriebenen Opposition hält, dann steht die Realität auf dem Kopf. Diesem Kopfstand ist die Tatsache geschuldet, dass die wirklichen Mainstreamer stets als die größten "Queer"- oder Querdenker, wie man es vielleicht in diesem Zusammenhang sinnvoll übersetzt, gehandelt werden, die einer fiktiven falschen Gesellschaft, nämlich der Gesellschaft der "normalen" Menschen und der überwältigenden Mehrheit die goldenen Denkanstöße gäben, die den Weg aus der Falle der Dominanz der ewigen Spießbürgerei weisen würden.
Butler ist als Frau, als Lesbe, als .. sraelfeindlich zu bezeichnende Jüdin und als Gender-Königin und auch als Ikone der globalen Linken, der Occupy-Bewegung und was man mehr möchte, in ihrer Person geradezu prädestiniert, im herrschenden Milieu Karriere zu machen. Die Suggestionskünstlerin Butler mischt sich auf eine sehr aggressive, aufpeitschende, ja geistig gewalttätige Art in alle Reizthemen der Welt ein. Dabei verkauft sich Butler permanent als vehemente Verfechterin ihres rein friedlichen Kampfes für die "gerechte Sache", die man in der Regel wohl als die immer falsche Sache wird bezeichnen müssen.
Hier geht es um Butlers Stellung als eine regelrechte Welt-Institution in Sachen Gender. Gender-Politik ist in Europa und in Deutschland geltendes Recht, obwohl auch nach jahrelanger Diskussion über diese Politik die weit überwiegende Mehrheit der Menschen von Gender noch nie etwas gehört hat oder sich darunter nichts vorzustellen vermag.
Gender ist eine weltweit mit Milliardenaufwand finanzierte Ideologie, die von inzwischen 1000senden Wissenschaftlern jahrein jahraus beforscht wird und bisher nicht über die Behauptung hinaus gekommen ist, dass es zwar Menschen, aber keineswegs Männer und Frauen gäbe. Gender ist demnach ein fiktives Geschlecht, gern als das "soziale Geschlecht" bezeichnet, nämlich das Geschlecht, dass sich jeder Mensch selber in seinem sozialen Umwelt aussucht und dass er je nach Gusto täglich oder häufiger ändern könnte. Butler dreht das Rad dieses Verwirrspiels weiter, in dem sie behauptet, dass es entgegen dem äußeren Anschein auch körperlich zwischen Mann und Frau, keine Differenz gäbe. Dass also das, was jeder täglich biologisch wahrnimmt, nämlich das körperliche Geschlecht seines Gegenüber, nur Produkt seiner im Prinzip wahnhaften Wahrnehmung beziehungsweise die Anpassung des Körpers an die falsche Vorstellung vom eigenen und von fremden Körpern sei usw.usw.
Für Menschen, die in Mathematik nicht so fit sind, wird es langsam schwierig, denn die Gender-Forscher … haben inzwischen 16 und mehr unterschiedliche Geschlechter ausgemacht. Da ist alles dabei, nur nicht Mann oder Frau. Und wer das zaghaft bezweifelt ist in den Augen der Gender-Fanatiker bestenfalls ein Antiquierter und schlimmstenfalls ein Reaktionär oder gar ein Rassist und im Zweifel mindestens frauenfeindlich.
Gender ist, um es beim Namen zu nennen, ein pseudowissenschaftliches Unternehmen mit ähnlichen Denkfehlern behaftet wie der "wissenschaftliche Sozialismus", der bereits unzählige Male gescheitert ist. Gender ist ein Unternehmen, das 20.000 Jahre und mehr Patriarchat mindestens vorübergehend durch die Einführung frauendominanter Strukturen zwecks schlussendlicher Herstellung von Gleichberechtigung aller Menschen, insbesondere der Gleichberechtigung von Männern und Frauen, die es nach der Gender-Doktrin eigentlich gar nicht gibt, kompensieren will.
Butler ist eine genialische Propagandistin und Aktionistin. In diesen Fächern hätte sie Nobelpreisniveau. Wo sie auftritt macht sie alles mundtot und was nicht ihrer Meinung ist, echauffiert sich zumindest fürchterlich über den Unsinn, den sie als die reine und nichts als die reine Wirklichkeit verkauft. Sie sei ein schreckliches "Problemkind" gewesen, aber ein besonders "kluges", so Butler über Butler. So gesehen kann man sagen, Butler polarisiert. Nur eines kann man nicht sagen, dass sie bei all den Themen, die sie mit einer furchtbaren Schärfe seziert, irgendwelche Ideen anböte, die gesellschaftsnützlich wären. Man muss sich im Angesichte von Butler wohl damit begnügen festzustellen, dass sie immer wieder mit großtuerischem Alarmismus und extremistischen Argumentationen Sand ins Getriebe wirft, was ihre Jünger dann gerne so beschreiben, dass Butler wieder mal Debatten oder Denkprozesse angestoßen hätte.
Auch zur Vorbereitung ihres Auftritts in Frankfurt setzt sich Butler in deutschen Medien schon einmal vor ab in Szene und stellt die Hierarchien klar: Butler-Kritiker, die von ihr noch etwas lernen können, ganz unten und Butler selber ganz oben. Hier soll nicht über die Aktion Butlers zu Gunsten eines Boykott Israels die Rede sein. (Ihre Unterstützung der Kampagne: Boykott, Desinvestition und Sanktionen, kurz BDS genannt) Auch nicht von ihrem "Engagement" für die friedliche Ko-Existenz von Israelis und Palästinensern in eigenen Staaten, die sie mit ihrem Boykott herbei führen möchte, ohne irgendein Rezept anzubieten, wie ihre banale und selbstverständliche Forderung in die Tat umgesetzt werden könnte. Hier geht es ausschließlich um die Nebenwirkungen der schon angesprochenen Gender-Ideologie, die Butler seit 25 Jahren zu ihrem eigentlichen Markenzeichen gemacht hat.
Die Gender-Ideologie kommt nicht als männermordender Feminismus daher. Es ist in Wahrheit viel schlimmer. Butlers permanenter Selbsteinschätzung besonderer Friedfertigkeit, passt zu einer Ideologie, die mit Systemgewalt den Mann aus dem Mann austreiben will. Gender kämpft nicht gegen den Mann, sondern "nur" gegen dessen Männlichkeit. Gender kämpft nicht gegen den Mann, sondern gegen das Testosteron im Mann, so dass vom Mann nichts übrig bleibt. Weshalb bis in die Kindergärten hinunter, je nachdem wie indoktriniert die Kindergärtner schon sind, die Entmännlichung der Gesellschaft insgesamt und die der Männer und Jungen im Besonderen das erklärte strategische Gender-Ziel ist.
Da die Gender-Ideologie das geltende Recht fatalerweise schon beherrscht, aber noch nicht in der Rechtswirklichkeit sprich in den Köpfen der Menschen angekommen ist, geschweige denn von der Mehrheit durchschaut und als Scharlatanerie entlarvt ist, wäre Aufklärung über Gender und zwar Massenaufklärung das Gebot der Stunde, statt Gender-Apologeten wie Judith Butler derart mit Preisen zu ehren, dass deren Gender-Mission immer weiter und immer hemmungsloser unterstützt wird.
Aktuell schließt sich der Kreis: Die Frauenquote, die a priori erst einmal eine Kategorie für sich ist, ist zentraler Gegenstand der Gender-Politik und deswegen gegen viele Widerstände in der Wirtschaft, in der Kultur, in der Gesellschaft so widerstandslos an allen möglichen Stellen und bei allen möglichen Gelegenheiten implementierbar. Dass Frauen gleichberechtigt zum Beispiel in den Führungsetagen größerer Unternehmen tätig sein sollten und allemal dürfen, ist ein Selbstgänger. Qualifikation und Lust auf den Job sollten bei Männern und bei Frauen entscheiden, welche Position jemand bekleidet. Quotenregeln sind nicht nur im Einzelfall mehr als problematisch, sondern Quotenregelungen für Frauen sind auch innerhalb der Gruppe der Frauen oft ungerecht. Quotenfrauen will wohl Niemand und doch ist nicht aus-zuschließen, dass Quotenregelungen Ebensolche generieren. Letzten Endes aber muss man wissen, dass in Wahrheit der Gender-Druck hinter der Einführung der Quotenregelung bezüglich Großunternehmen steckt, dass also eine Ideologie, die man getrost furchtbar nennen darf, der Quote zum Durchbruch verholfen hat. In Skandinavien, wo es schon 100 Jahre Gender-Politik gab, bevor der furchtbare amerikanische Arzt John Money diesen Begriff erfand, scheint man aus dem Wahnsinn zu erwachen. In Norwegen ist die staatlich mit fast 60 Millionen Euro jährlich subventionierte Gender-Forschung gerade Knall auf Fall quasi wegen erwiesener Scharlatanerie gestrichen worden. Gegen den erbitterten Widerstand der Main-stream-Medien und der Gender-Ideologen, versteht sich. Ein Heer arbeitsloser Genderforscher ist die in Kauf genommene Folge. Im nostalgischen Frankfurt ticken die Uhren offenbar deutlich langsam.“
Interessant auch, wie sich Butler gegen die Kritik an ihrer Israel-"Kritik" verteidigt (http://www.fr-online.de/kultur/judith-butler-fangen-wir-an--miteinander-zu-sprechen,1472786,17019694.html).
Die Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland ist für Butler bloße "Denunziation" (bzw., sie legt später im Text noch mal eine Schippe drauf, "Dämonisierung" und ein offener Versuch der "De-Legitimation"), die keine Gründe der Kritik äußert und bestrebt ist, "jede Diskussion im Keime zu ersticken".
Ziel ihrer Kritiker sei es, "jedwede Kritik am Staate Israel" unter eine von ihr imaginierte diskursive Strafe zu stellen und "jede Debatte einer strengen Zensur [zu] unterwerfen". Wie sich Butlers unzensierte, öffentliche Antwort mit der vermeintlichen "Zensur" durch den Zentralrat verträgt, bleibt freilich unerfindlich.
Antisemitismus, das verrät uns Butler, sieht sie durchaus als Problemphänomen, nämlich bei der NPD, griechischen Nazis und jenen, welche "Anschläge auf jüdische Schulen in Frankreich" verüben. Kurzum, Antisemitismus äußert sich für Butler vorrangig bei Nazis und deren jeweiligen, praktisch tätigen Terrorgruppen. Von der gesellschaftlichen "Mitte" (oder auch Hamas, Hisbollah usw.) schweigt Butler allerdings. Denn dies ist IHR Antisemitismus - jenseits der (ihr allerdings applaudierenden) NPD und diesseits der (ihr ebenfalls applaudierenden) Hamas und Hisbollah.
Besonders peinlich wird Butlers Text dann, wenn sie ihre Eingemeindung der Hamas und der Hisbollah in die "globale Linke" verteidigt, ohne auch nur ein einziges Argument (!!!) für diese Aussage zu präsentieren.
Dass Butler auch die alte Lüge von der "Enteignung der Palästinenser im Jahre 1948" aufwärmt, wundert dann nicht mehr.
Judith Butler sieht sich, wie viele selbsternannte "Israel-Kritiker" als Opfer ihrer Kritiker, die "gegen alle, die Israel und seine gegenwärtige Politik kritisch beurteilen" die Antisemitismus-Keule schwingen.
Bedauerlich bleibt, dass Judith Butler für ihre Äußerungen nicht einen möglichen Martin-Walser-Preis erhält, sondern den Frankfurter Adorno-Preis. Das kann ich nicht verstehen.
Hans-Peter Büttner
Wie wahr und vom deutschen Kapitalinteresse geleitet solcher Mythen sind zeigt ihnen folgendes Video, ausgestrahlt vom ägyptischen Fernsehsender „Kanal 1“. Unter den Betenden war auch Präsident Mohammed Mursi. Er beteiligte sich an einem Gebet, in dem der Prediger Mansur Allah eindringlich unter anderem um die Vernichtung der Juden und ihrer Unterstützer bat.
Das Video mit Mursis Teilnahme an dem Gebet findet sich unter www.memritv.org/clip/en/3614.htm.