Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
ISSN 1866-4105
"Geregele Isolvenz des Islam"
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- Kategorie: Beiträge anderer Zeitschriften
- Veröffentlicht am Samstag, 11. September 2010 09:01
- Geschrieben von Hamed Abdel-Samad mit Dietrich Alexander ("Die Welt")
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statt devoter Hinnahme seines Herrschaftsanspruchs
Interview von Dietrich Alexander ("Die Welt") mit Hamed Abdel-Samad, dem Autor einer einer polemischen Bilanz des islamischen Herrschafrsanspruchs. Sein neues Buch erscheint in der nächsten Woche
Abdel-Samad: Ich bin ein Häretiker im positiven Sinne. Wir brauchen mehr von den Menschen, die den Islam und den Koran privatisieren. Es wird eine Reform in der islamischen Welt erst dann geben, wenn muslimische Häretiker unbehelligt auf der Straße laufen können. In zwei Wochen erscheint mein Buch auch auf Arabisch, und zwar in meiner Heimat Ägypten. Mitte Oktober werde ich selbst nach Ägypten reisen und öffentlich Stellung beziehen.
DIE WELT: Das ist doch lebensgefährlich, haben Sie keine Angst?
Abdel-Samad: Ich werde fahren, sonst macht das alles überhaupt keinen Sinn. Wenn man solche Thesen präsentiert, muss man auch bereit sein für die Diskussion danach. Nur so entsteht Dynamik, ein Buch allein kann das nicht leisten. Ich bekomme viele Mails von jungen Menschen, die meine Thesen mit mir diskutieren. Nur dadurch entsteht Diskurs, hart in der Sache, aber mit Respekt im Dialog. Ich sage klar und hart, was ich meine, aber ich nehme den Menschen, die ich kritisiere, nicht ihre Würde.
DIE WELT: Haben Sie Hoffnung?
Abdel-Samad: Sehen Sie, wenn ein Wald brennt, wachsen an der vom Feuer zerstörten Stelle wieder Bäume. Wenn der Wald so unübersichtlich, verkommen und heruntergewirtschaftet ist, vielleicht ist es dann keine schlechte Entwicklung, wenn er brennt. Ich sage: Lasst es brennen - und lasst uns neu anfangen. ...
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