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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

Islamdebatte in Deutschland – Zur Anatomie einer komplexen Diskursverwirrung

Kategorie: Ideologie- und Religionskritik
24. Januar 2010
Hartmut Krauss
2469 Zugriffe
 

Hartmut Krauss untersucht in dieser Studie die „komplexe Diskursverwirrung“  der deutschen  Islamdebatte. Sie erreicht gegenwärtig den Höhepunkt der Verkehrung von „wahr“ und „falsch“, als  ausgerechnet  die emanzipatorische Kritik schlechter Formen gesellschaftlicher Herrschaft und ihrer Legitimationsideologien, sofern diese Kritik den Islam als weltweit verbreitete Herrschaftsform aus ihrer Kritik nicht ausdrücklich ausnimmt, in den Gazetten der deutschen Meinungsmacheindustrie, als „antisemitisch“ und  krankhaft phobisch (Islamophobie) denunziert wird. Damit wird die historische Wahrheit mal wieder von den Füßen auf den Kopf gestellt. Denn nicht die emanzipatorische Kritik an der islamischen Herrschaftsform ist antisemitisch und zwanghaft phobisch, sondern es ist umgekehrt  der Islam in seiner gegenwärtigen Verfassung eine in ihrem Kern antisemitische und totalitäre Herrschaftsform in dem Sinne, dass er jede Nichtidentität der unter die Herrschaft des Islam subsumierten Individuen mit der Herrschaftsform, der sie unterworfen sind,  von Grund auf verneint und den „Juden“ als das Ferment der Zersetzung dieser Ursprungsidentität, als existenziellen Feind des „Ur-Islam“, definiert. Die islamische Herrschaftsform ist außerdem auch  -systemisch bedingt - xenophob, weil sie alles Nichtidentische als „Ungläubigkeit“ zutiefst ablehnt und verachtet, also auch jene Fremden, die „Fremde“ bleiben, weil sie sich nicht bekehren und identisch machen lassen,  während umgekehrt die emanzipatorische Kritik dieser schlechten Herrschaftsform auf der Grundlage der kritischen Theorie der Gesellschaft für die Befreiung von der rabiaten islamischen Herrschaftskultur definiert und die Augen für den dieser Herrschaftskultur systemisch innewohnenden  Antijudaismus, der sich bis zum Vernichtungswahn steigern kann, und die ihr innewohnende Ablehnung auch alles nichtidentischen Anderen öffnet.
Hartmut Krauss untersucht detailliert, wie es zu dieser hegemonialen Verkehrung des Bewusstseins in Deutschland kommt und welcher demagogischen Muster und effektiven Rationalisierungen die deutsche Meinungsmacheindustrie und deren Propagandisten des Kulturrassismus sich dabei bedienen. Insbesondere stechen ihm zufolge dabei folgende, einen kritisch-rationalen Diskurs bereits im Ansatz verhindernden Muster hervor:


1) „Der Islam ist eine Religion wie jede andere“.
2) „Der Islam ist friedlich und tolerant“.
3) „Den Islam gibt es nicht“.
4) Beständige Vertauschung der Ebenen „Islam“ und „Muslime“.
5) Paradoxe Umkehrung ins Gegenteil auf der tradierten und in vielerlei Hinsicht veralteten „Rechts-Links-Achse“: Wer den Islam kritisiert, ist per definitionem „rechts“. Wer ihn stattdessen vor Kritik in Schutz nimmt, ist „gut“ und „menschlich“; also Angehöriger der moralischen Lichterkette, die aus den „politisch Korrekten“ im Land besteht.

Heinz Gess

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