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Warum jeder Antifaschismus gegen die ''deutsche Ideologie''sein muss...

Kategorie: Ideologie- und Religionskritik
27. März 2005
Heinz Gess
3894 Zugriffe
Der Hauptgegner der freien kommunistischen Assoziation aber ist ohne Zweifel der völkische oder rassistische Begriff von Nation, wie er für die deutsch-völkische Ideologie mindestens seit Fichtes Setzung des Deutschen als »Urvolk« und »Ursprache« im bewussten Gegensatz zum Jüdischen konstitutiv ist. Dieser Begriff macht aus "Völkern" oder "Kulturen" wesensmäßig verschiedene Identitäten, gewissermaßen unterschiedliche Naturen oder Arten, die einander wesensfremd sind und die sich deshalb richtig nur untereinander, nicht aber mit den wesensmäßig anderen verstehen können. Die Individuen sind für ihn nur Bestandteile dieser kollektiven Identität und haben unabhängig davon kein Recht (Du bist nichts; Dein Volk ist alles). Die Idee der einen Menschheit, in der die verschiedenen Individuen ohne Angst als Gleiche miteinander leben und Gesellschaft machen können, wird a priori negiert, und zum Produkt des der Natur und damit der naturhaften Kollektividentität entfremdeten Judentums, dem Gegensatz zum Urvolk, erklärt.
Ihm wird in der Folge konsequent die Vereinzelung der Einzelnen, ihre gewaltsame "Freisetzung" von den Verwirklichungsbedingungen ihrer Lebenstätigkeit unter kapitalistischen Produktionsbedingungen und alles was das an negativen Folgen mit sich bringt, zugerechnet. Schuld ist niemals das (deutsche) Wesen, das heimische produktive Kapital, »das Eigene« oder »Unsere«, sondern das Fremde/Jüdische. Schuld ist nach dieser Ideologie immer die Fremdherrschaft, weil sie fremd, nicht "wesengemäß" ist, nicht  aber die Herrschaft als solche, erst recht nicht die Herrschaft der Eigenen über die anderen Eigenen, wie schlecht sie auch immer sein möge. Jeder Protest gegen die negativen Folgen des Kapitals wird in der deutschen Ideologie auf diese Weise aufgegriffen und ideologisch verschoben. Es ist in ihr niemals die spezifisch kapitalistische Produktionsweise als solche, die der Grund für die von ihr gesehenen Übel wie z. B. "Vermassung", "Entfremdung", "Vereinzelung", "seelische Störungen" sind, sondern es ist immer der andere, nicht kollektivistische, fremde, zersetzende Geist, der Jude eben oder manchmal auch das Judäo-Christentum, das als Verallgemeinerung und Raffinierung des Judentums angesehen wird. Gegen dieses garstige Lied aber wenden sich die Antideutschen schon in ihrer Namensgebung entschieden. Wir müssen uns nicht von diesen oder jenen abwenden, setzen sie dem entgegen, sondern unsere Aufgabe ist es, sich individuell und gesellschaftlich von Herrschaft zu emanzipieren, und uns davon emanzipieren, können wir alle nur hier, wo wir arbeiten und unser Leben verbringen, und die Amerikaner dort, wo sie es tun. Wir sollten ihnen Unterstützung leisten, wo sie um ihre Emanzipation streiten und erwarten, dass sie uns in unserem Streit ebenfalls unterstützen.

Notiz: Heinz Gess: gegen Linksdeutschtum

Link zum Artikel (PDF): "Warum jeder Antifaschismus gegen die ''deutsche Ideologie''sein muss...". Klicken Sie bitte hier.
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