Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
Postmodernismus und Islamismus
- Kategorie: Ideologie- und Religionskritik
- 26. März 2006
- Hartmut Krauss
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Grundmerkmale einer ideologischen Kumpanei
Die kapitalistische 'Moderne' wurde und wird nicht nur von den Vertretern progressiv-emanzipatorischer Bewegungen kritisiert, sondern ebenso von 'rechts' angegriffen, d. h. seitens traditionell-konservativer Kräfte, die ihre 'angestammten' Privilegien innerhalb prämoderner Herrschaftsverhältnisse bedroht sehen. Nicht die Kritik der kapitalistischen Ökonomie und der daraus hervorgehenden Entfremdungs- und sozialen Verwerfungsverhältnisse wird hier fokussiert, sondern die moderne Säkularisierung und Entraditionalisierung der Lebensformen.
Als hervorstechende Akteure dieser reaktionären Bekämpfung der kulturellen Moderne fungieren heute religiös-fundamentalistische Bewegungen in allen Erdteilen, wobei der Islamismus und der evangelikale Protestantismus in den USA besonders in Erscheinung treten. Gemeinsam ist diesen Fundamentalismen das Streben nach Wiedererrichtung 'gottesherrschaftlicher' Lebensführungsdiktaturen, was sich auch als Konterrevolution gegen die 'kulturelle Moderne' mit ihren aufklärungshumanistischen Leitprinzipien bestimmen lässt.
In Europa stößt dieser neototalitäre Vormarsch des Religiösen auf eine soziokulturell vielfältig deformierte und nachhaltig zersetzte Abwehrfront, wofür insbesondere die Ideologie des Postmodernismus verantwortlich ist, die sich seit den 1980er Jahren im spätbürgerlichen Kulturbetrieb hegemonial festgesetzt hat. Ein erfolgreicher Kampf gegen die fundamentalistische Herausforderung setzt die Überwindung dieser regressiven Hegemonie voraus.
Heinz Gess
Link zum Artikel (PDF): "Postmodernismus und Islamismus". Klicken Sie bitte hier.
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