Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
Studierendenproteste
- Kategorie: Unsortierte Kommentare
- 29. Dezember 2011
- Dr. Eva Dalhaus
- 440 Zugriffe
Sehr geehrter Herr Gess, ich verfolge schon seit längerem Ihre Anregungen und stehe dem Kritiknetz positiv gegenüber. Nun zu Ihrem Kommentar: Leider ist es wirklich so, dass die Studierendenproteste ökonomischen und politischen Interessen einer "neo-liberalen Zerstörung der Universität", wie es hier wie ich finde passend bezeichnet wird, nur entgegenkommen. Ich für meinen Teil sehe hier jedoch auch kein "reflexives Bewusstsein". Denn würde dieses vorhanden sein, würde es erstens nicht so ein positiv-gleichgültiges Echo aus der Politik gegenüber den Studierenden (Spiegel: "Die Sympathieträger") geben; und zweitens würden Studierende bei einem vorhandenen Reflexionsvermögen über die derzeitige Gesamtsituation und insbesondere der Stellung der Universität im politischen und wirtschaftlichen Handlungsfeld nicht nur auf die Straße gehen und auf sich aufmerksam machen, sondern sie würden ihren Unmut in einem realistischen Interesse an der politischen Arbeit in der politischen Arbeit umsetzen. Da dies jedoch nachgewiesenermaßen bei der heutigen Studierendengeneration nicht der Fall ist, wird deutlich, dass es letztendlich nur um eigene, oft rein materialistische Interessen geht, die - wenn nötig - auch im egoistischen Kampf gegen die eigenen Reihen durchgesetzt werden sollen. Ein dritter, nicht unwesentlicher Faktor ist: Es fehlt der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Gruppen der Universität (Hochschulprofessoren, Lehrkräfte und Studierende). Unter diesen Voraussetzungen leitet es den äußeren Betrachtenden bei einem derartigen fast selbstzerstörerischen Bild doch beinahe dazu an, die Situation auszunutzen und die Autononomie der Universität im Sinne der Freiheit des Geistes, der Bildung und Aufklärung mit einem Stoß in den Abgrund zu versetzen. Mit freundlichen Grüßen Eva Dalhaus
Please wait...

