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Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft

Ist Moussavi ein Oppositioneller?

Kategorie: Beiträge anderer Zeitschriften
21. Juni 2009
Hiwa Bahrami
899 Zugriffe

Neda Soltani zum Gedenken
 

Die meisten Menschen im Iran, die in diesen Tagen mit ihrem Protest ihr Leben riskieren, wollen  keine Zustände wie in der Amtszeit Khatamis und Moussavis. Sie benutzen den Konflikt innerhalb des islamistischen Apparates, also vor allem zwischen Ahmadinedjad und Moussavi nur, um gegen das gesamte Mullah-Regime und mit dem Ruf  "Nieder mit der Diktatur"  für die Demokratie, das hinfällig Bessere, zu demonstrieren.  tjigarvhk3
Moussavi ist ein Hardliner wie Ahmadinejad und Khamenei. Er ist mit ihnen zusammen für 30 Jahre Elend, Terror, Unterdrückung der ethnischen und religiösen Minderheiten, Verhaftungen und Folterungen verantwortlich. 4k2iqe3uth
Es ist bloße Propaganda für das deutsche Geschäftsinteresse, das in den Medien "kritischer Dialog" heißt,  wenn jemand wie Moussavi, in dessen Zeit als Ministerpräsident tausende Oppositionelle ermordet  wurden, in den deutschen Medien als Oppositioneller dargestellt wird. Die wirkliche, demokratische  Opposition ist im Iran verboten. Sie befindet sich seit Jahren im Exil - ohne jede Unterstützung durch die kapitalhörigen  Demokratieverräter im deutschen  Herrenhaus, die derweil den "Dialog" mit den faschistischen Herren pflegen.
Man respektiert sich. Die Herren des "Dialogs auf Augenhöhe" wissen Bescheid: Die Demokratie ist für sie nur  eine Herrschaftsform wie jede andere, ein Herrschaftsapparat eben, der gegebenfalls durch einen anderen - ein "funktionales Äquivalent", wie das in der systemischen Soziologie "wertfrei" heißt -  ersetzt werden kann und muss, wenn die Herrschaft der Herren Bestand haben soll. Darin weiss man sich mit den anderen Herren einig. Das ist die stillschweigende Voraussetzung ihres "kritischen Dialogs", ihrer wechselseitigen Achtung als Herrschaften von Wert.   


Heinz Gess

Den Artikel von Hiwa Bahrami über den iranischen Protest können Sie "hier weiterlesen" (41.79 KB)

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