Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
Frankfurter Zustände: Die FH und ihr Kampf gegen das Böse
- Kategorie: Antizionismus und Antisemitismus
- 02. März 2006
- Peter Fuchs
- 4590 Zugriffe
März 2003: Irakkrieg. "Stoppt Bushs Krieg! Freiheit für Palästina! Stoppt den Rassismus!"1 Wie in jeder friedliebenden Stadt Deutschlands, fanden sich auch in Frankfurt besonders motivierte Leute zusammen, die ihren Unmut gegenüber den "amerikanischen Kriegstreibern" demonstrativ zum Ausdruck brachten. So rüsteten die Studenten, insbesondere des Fachbereiches Sozialwesen, an der Fachhochschule in Frankfurt zum Wettlauf gegen den imaginierten Massenmord am irakischen Volk. Was die Studenten in diesen Tagen wechselseitiger Anerkennung allein störte, war die Flagge des Staates Israel, die von einem AStA-Referenten kurzzeitig aus dem Fenster des AStA-Gebäudes gehängt wurde. Fortan diente die blau-weiße Fahne den Friedenspropagandisten dazu, Mitglieder des AStA zu bedrohen: "Dafür wirst Du zahlen!", so einer der aufgebrachten Studenten.
Ein anderer ging zur Praxis über, indem er einem AStA-Mitglied ein Flugblatt, auf dem Kritisches über die Friedensbewegung zu lesen war, ins Gesicht drückte. Studentische Vollversammlungen zu drohenden Studiengebühren boten unterdessen einem an der FH lehrenden Professor das Podium, den AStA als einen zu stürzenden "Fascho-AStA" und einzelne Referenten unter dem Beifall anwesender Studierender als "Nazis" und "Rassisten" zu bezeichnen. Der beliebte Frankfurter Polit-Pfaffe H.C. Stoodt ließ über eine Attac-Mailingliste verlauten, die "tapferen antideutschen AStA-Aktivisten" sammelten Gelder, um "Waffen für Israel` zu kaufen, als ob es in den dortigen Regierungen der vergangenen Jahre nicht an Waffen gemangelt hätte". Stoodt liegt der Sache nach aber nicht ganz falsch. Denn was den Frankfurter AStA stets auszeichnete, war die Parteinahme für Israel, die nicht klammheimlich, sondern ab und an ganz offen gezeigt wurde. Immer wieder unterstützte der AStA Veranstaltungen zum Zwecke politischer Bildung und Aufklärung, die eben auch dem Zwecke geschuldet waren, antizionistischen Antisemitismus als solchen zu benennen. Damit hob man sich erfreulicherweise nicht nur vom Frankfurter Studentenmilieu entschieden ab.
Es scheint im Wesen bzw. in der Tradition der Sozialarbeits-Sache zu liegen, immer ein bisschen moralischer und korrekter daherkommen zu müssen als der Rest. Die sozialarbeiterische Handlungsgrundlage basiert auf dem staatlichen Auftrag, dort, wo soziale Konflikte drohen, "Therapie" oder "Gemeinsinn" zu verordnen. Die Aufgabe professioneller Sozialarbeit besteht, anders als bei den polizeilichen Ordnungshütern, darin, die Abtrünnigen und Abweichenden mit Hilfe "sanfter" Ideologie zu reintegrieren. Die moralisierte Verinnerlichung des Staates, der als Bote ausgleichender Gerechtigkeit wahrgenommen wird, ist somit die berufsbiographische Grundvoraussetzung eines "guten" Sozialarbeiters. Wer dem heimischen Gemeinwesen derart verbunden ist, wie die deutsche Staatslinke, der macht sich folgerichtig und oft ohne es zu merken, zum Träger nationaler Machtpolitik. Diese richtet sich derzeit in Deutschland zuförderst gegen die USA. Während auf der Politebene aufgrund ökonomischer Unterlegenheit gegenüber den Vereinigten Staaten noch zaghaft taktiert wird, spricht man in Räumen wie dem des FH-eigenen "Cafe Profitratte" eine deutlichere Sprache. Vor allem dann, wenn von "amerikanischer Kriegstreiberpolitik" die Rede ist oder man eine "Amerikanisierung" heraufbeschwört.
Notiz: Ein Kommentar der Herausgebers des Kritiknetzes, Heinz Gess, zu den Ereignissen insbesondere im Fachbereich Sozialwesen der FH Frankfurt folgt bald. Wahrscheinlicher Titel:
Dialektik der Aufklärung. Frankfurter Zustände
s. auch Heinz Gess,
Die "reine Israelkritik" und der Fachbereich Sozialwesen
Die "reine Israelkritik" Linksdeutscher und der Fachbereich Sozialwesen. Antisemitismus und Israelkritik
Warum jeder Antifaschismus gegen die "Deutsche Ideologie" sein muss. Alle Aufsätze im: Kritiknetz
Link zum Artikel (PDF): "Frankfurter Zustände: Die FH und ihr Kampf gegen das Böse ". Klicken Sie bitte hier.
Es scheint im Wesen bzw. in der Tradition der Sozialarbeits-Sache zu liegen, immer ein bisschen moralischer und korrekter daherkommen zu müssen als der Rest. Die sozialarbeiterische Handlungsgrundlage basiert auf dem staatlichen Auftrag, dort, wo soziale Konflikte drohen, "Therapie" oder "Gemeinsinn" zu verordnen. Die Aufgabe professioneller Sozialarbeit besteht, anders als bei den polizeilichen Ordnungshütern, darin, die Abtrünnigen und Abweichenden mit Hilfe "sanfter" Ideologie zu reintegrieren. Die moralisierte Verinnerlichung des Staates, der als Bote ausgleichender Gerechtigkeit wahrgenommen wird, ist somit die berufsbiographische Grundvoraussetzung eines "guten" Sozialarbeiters. Wer dem heimischen Gemeinwesen derart verbunden ist, wie die deutsche Staatslinke, der macht sich folgerichtig und oft ohne es zu merken, zum Träger nationaler Machtpolitik. Diese richtet sich derzeit in Deutschland zuförderst gegen die USA. Während auf der Politebene aufgrund ökonomischer Unterlegenheit gegenüber den Vereinigten Staaten noch zaghaft taktiert wird, spricht man in Räumen wie dem des FH-eigenen "Cafe Profitratte" eine deutlichere Sprache. Vor allem dann, wenn von "amerikanischer Kriegstreiberpolitik" die Rede ist oder man eine "Amerikanisierung" heraufbeschwört.
Notiz: Ein Kommentar der Herausgebers des Kritiknetzes, Heinz Gess, zu den Ereignissen insbesondere im Fachbereich Sozialwesen der FH Frankfurt folgt bald. Wahrscheinlicher Titel:
Dialektik der Aufklärung. Frankfurter Zustände
s. auch Heinz Gess,
Die "reine Israelkritik" und der Fachbereich Sozialwesen
Die "reine Israelkritik" Linksdeutscher und der Fachbereich Sozialwesen. Antisemitismus und Israelkritik
Warum jeder Antifaschismus gegen die "Deutsche Ideologie" sein muss. Alle Aufsätze im: Kritiknetz
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