Kritiknetz - Zeitschrift für Kritische Theorie der Gesellschaft
proisraelische Blauäugigkeit
- Kategorie: Unsortierte Kommentare
- 30. November 1999
- HAL3000
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Hal 3000 (Warum ein Pseudonym? - der HG)
Entgegnung
Eine Kritik an Israel ist dann „mit Antisemitismus gleichzusetzen“, wenn diese Kritik an der Politik Israels verbunden ist mit Gleichsetzungen dieser Politik mit Vorgehen der deutschen Nazis in der Zeit von 1933 bis 1945. Wenn also die Israelis zu rassistischen oder faschistischen Gewaltverbrechern abgestempelt werden sollen. Dass Israel „eine Apartheidpolitik“ betreiben soll, ist Ausdruck einer demagogischen Diffamierung Israels als rassistischen Staates. Bewusst sieht diese Demagogie von dem diese Behauptung empirisch widerlegenden Faktum ab, dass die arabischen Israelis mitnichten separiert werden, sondern volle Staatsbürgerrechte im Kernstaat Israel genießen, und die Mehrheit der arabischen Palästinenser im Westjordanland keine Israelis sein wollen, sondern ihre politische Vertretung PLO, Hamas. Islamische Djhad die Vernichtung des Staates Israel anstreben.Kritik an der militärischen Verteidigung der israelischen Nation wäre dann glaubwürdig, wenn sie dieselben Maßstäbe, die sie Israel anlegt, auch an den Nationalismus und Militarismus der verschiedenen palästinensischen Fraktionen anlegen würde. Solidarität kann, wenn sie ernst gemeint ist, nur den Opfern auf beiden Seiten gelten. Ein Standpunkt, in der Regel aus ideologischen Motiven geboren, der im vornherein der einen Seite alle Schuld zuweist und der anderen einen ausschließlichen Opferstatus zu schreibt, ist unangebracht und falsch. In Wahrheit ist es so, dass Teile der ost- und west-deutschen Linken seit Ende der 1960er Jahre an einer Einschätzung Israels festhalten, die darauf abzielt, dem in der gesamten deutschen Bevölkerung verankerten Anti-Semitismus, mit dem Konstrukt des Anti-Zionismus, eine Legitimation zu verleihen.
Harry Waibel
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