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Der christ-soziale Antisemitismus des Aldolph Stoecker PDF Drucken E-Mail
1321 mal gelesen.
Geschrieben von: Kristan Kossack   
Dienstag, 12. Februar 2008 um 13:23 Uhr
Begründer der ersten deutschen Antisemitenpartei, evangelischer christ-sozialer Pfarrer, Hofprediger unter Kaiser Wilhelm und mancherorts immer noch Vorbild

mit einem Vorwort von Heinz Gess

Wer sich mit dem christlichen Antisemitismus und seiner innigen Verknüpfung mit dem Gedanken des Sozialen als (christlicher) Volksgemeinschaft im Deutschland des neunzehnten Jahrhunderts beschäftigt hat, dem ist Adolph Stoecker (1835 - 1909) gewiss kein Unbekannter. Gleichwohl rechnet man es Stoecker in jenen evangelischen Kirchenkreisen, die "das Soziale" zur Reklame für den Glauben an den einen Gott benutzen, weil sie ihn für so schwach halten, dass er ohne Reklame nicht mehr bestehen kann, bis heute hoch an, dass Stoecker sich um "das Soziale" verdient gemacht habe. Aus diesem Geist der Reklame für den christlichen Gott und seinen Propheten Stoecker sind immer noch Einrichtungen der evangelischen Kirche und Straßennamen in verschiedenen Städten, vor allem in Westen der Republik, nach ihm benannt.
Dabei wird verschwiegen, dass das Christlich-Soziale, für das Stoecker und seine Gefolgschaft eintraten, von dem damals aufkommenden eliminatorischen Antisemitismus nicht zu trennen ist, sondern dass das eine die Kehrseite des anderen war. Denn Stoecker war durch und durch Antisemit - und das nicht obwohl, sondern gerade, weil er "christ-sozial" war. Er wollte das Christentum, dem nach seiner Überzeugung der Gedanke der (christlichen) Volksgemeinschaft innewohnt - also das Christlich-Soziale - retten, indem er gegen den egoistischen Zersetzer des Sozialen, als den er "den Juden" identifiziert hatte, und gegen seine Abkömmlinge, den schnöden Materialismus und die Sozialdemokratie kämpfte. Der Gott, für den Stoecker eintritt, war als Gott der christlich-deutschen Volksgemeinschaft und des christlich-sozialen Volksstaats unter Führung des evangelischen Preußen, die gutmenschliche Antithese zum liberalistischen, die Volksgemeinschaft angeblich von innen her zersetzenden bösmenschlichen Judentum (Zionismus),.
So sah das auch der spätere Reichspropagandaminister, der 1929 in seinem "Michael" schrieb, als habe er von Stoecker abgeschrieben:
"Wir modernen Deutschen sind so etwas wie Christussozialisten. Christus ist das Genie der Liebe, als solches der diametralste Gegenpol zum Judentum, das die Inkarnation des Hasses darstellt. (...) Christus ist der erste Judengegner von Format. 'Du sollst alle Völker fressen" Dem hat er den Kieg angesagt. Deshalb musste das Judentum ihn beseitigen. (...) Der Jude ist die Mensch gewordene Lüge. (...) Die Idee des Opfers gewann zum erstenmal in Christus sichtbare Gestalt. Das Opfer gehört zum Wesen des Sozialismus. [...]. (,,,) Der Kampf, den wir heute ausfechten, ist im tiefsten Sinne ein Kampf zwischen Christus und Marx. Christus: Das Prinzip der Liebe. Marx: Das Prinzip des Hasses (....) Sozialismus: Das ist die Brücke von rechts nach links, über die die Opferwilligen zueinander kommen
Da sind wir heute wieder angekommen, beim 'Sozialismus als Brücke von links nach rechts". Auf dieser Brücke stehen von rechts Norbert Blüm, Neudeck, Franz Alt, Drewermann, Geissler, Gauweiler, von links Lafontaine, Gysi, die aus der WASG entsprungene, natioanalstaatsfixierte "sozialistische Linke" und die "antikapitalistische Linke".


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